Donnerstag, 22.08.2019
 
Seit 00:05 Uhr Fazit
StartseiteVerbrauchertippIn der Freizeit Geld verdienen28.06.2019

FerienjobIn der Freizeit Geld verdienen

In einige Bundesländern haben bereits die Sommerferien begonnen. Viele Schülerinnen und Schüler wollen aber nicht nur Urlaub machen, sondern sie wollen auch arbeiten und Geld verdienen. Doch was müssen sie bei einem Ferienjob beachten?

Von Peggy Fiebig

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Ein Mädchen steht am 04.07.2014 in einer Eisdiele in Berlin. Die 19-jährige Schülerin arbeitet neben der Schule in einer Tempelhofer Eisdiele. (dpa / picture-alliance / Bernd von Jutrczenka)
Jobben in den Gastronomie ist bei Schülern und Schülerinnen beliebt (dpa / picture-alliance / Bernd von Jutrczenka)
Mehr zum Thema

Jobben neben dem Studium Zeitfresser oder wertvolle Praxiserfahrung?

Hilfsaktion Schüler jobben für Afrika

"Also ich glaube, die meisten Teenager machen das, um ihr Taschengeld aufzubessern. Weil, wenn man sich gerade mal was kaufen möchte, zum Beispiel einen Computer, dann ist das ganz gut." Das sagt Luise. Sie wohnt in Berlin und geht auch hier zur Schule. Und sie hat klare Vorstellungen, wo sie in den Ferien gerne jobben möchte.

"Also, ich höre manchmal, dass man es auf dem Golfplatz machen kann, das fände ich vielleicht ganz interessant. Oder, was ich auch interessant fände, vielleicht in einem Restaurant als Kellnerin zu arbeiten."

In der Tat sind Tätigkeiten in der Gastronomie beliebt als Ferienjobs. Aber auch im Supermarkt beim Regale Auffüllen oder als Hundesitter trifft man Schülerinnen und Schüler an, die so während der Ferien ihr Taschengeld aufbessern.

Vollzeitjob erst ab 15 Jahren

Erster Anlaufpunkt für die Suche nach einem Ferienjob ist meist das Internet, erläutert Tina Malguth. Sie arbeitet in der Abteilung Jugend und Jugendpolitik beim Deutschen Gewerkschaftsbund

"Da gibt es verschiedene Suchmaschinen. Aber wichtig ist es uns natürlich, dass man auch genau darauf achtet, was denn überhaupt ausgeschrieben ist. Also, dass dann auch die Jugendlichen genau finden, welche Arbeitsbedingungen herrschen dort vor, welche Aufgaben werden dort gemacht."

Und sich auch mal im eigenen Umfeld umhört.

"Natürlich ist es auch immer sehr, sehr hilfreich, einfach Freunde und Bekannte und die Familie zu fragen, denn auch die wissen ja, wie vor Ort die Arbeitsbedingungen in den Betrieben sind."

Wichtig zu wissen: Einen Vollzeit-Ferienjob kann erst machen, wer 15 Jahre alt ist. Darunter – zwischen 13 und 15 – dürfen Schüler maximal zwei Stunden, in der Landwirtschaft drei Stunden am Tag arbeiten. Aber auch bei einem Vollzeit-Ferienjob gibt es Einschränkungen. So sind nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz nur maximal vier Wochen Arbeit pro Jahr erlaubt. Sandra Kunze ist Fachanwältin für Arbeitsrecht und erklärt, was arbeitsrechtlich bei einem Ferienjob grundsätzlich gilt:

"Zum Beispiel darf wirklich nur acht Stunden am Tag gearbeitet werden, maximal 40 Stunden die Woche. Und es gibt ein Nachtarbeitsverbot. Und Nachtarbeit ist eben schon nach zwanzig Uhr. Also zwischen zwanzig und sechs Uhr darf nicht gearbeitet werden."

Keinen Mindestlohn bei Ferienjobs

Ausnahmen aber gibt es beispielsweise in der Gastronomie, hier darf, wer mindestens 16 ist, bis 22 Uhr arbeiten und bei Sportveranstaltungen darf auch am Wochenende gejobbt werden. Aber auch dann darf die tägliche Arbeitszeit 8 Stunden nicht überschreiten, Überstunden sind tabu. Genauso wie auch Tätigkeiten, die mit Gefahren verbunden sind, sagt Tina Malguth vom Deutschen Gewerkschaftsbund.

"Bei Ferienjobs geht es darum, leichte Tätigkeiten auszuführen, also garantiert keine harten, schweren körperlichen Tätigkeiten zu machen und auch mit Gefahrenstoffen dürfen Jugendliche auf keinen Fall umgehen. Denn es gilt hier, dass die Entwicklung der Jugendlichen und die Gesundheit immer im Vordergrund stehen."

Einen Wehrmutstropfen gibt es allerdings und der liegt ausgerechnet beim Geld: Bei Ferienjobs gibt es keinen Mindestlohn, erklärt Tina Malguth.

"Mindestlohn gilt leider nicht für unter 18-jährige Jugendliche, die keine abgeschlossene Ausbildung haben. Das kritisieren wir schon seit Jahren, wir als DGB-Jugend. Denn wir sagen, auch Ferienjobs müssen fair bezahlt werden."

Kleines Trostpflaster: Sozialabgaben fallen nicht an und bei einer Bezahlung von maximal 764 Euro pro Monat werden auch keine Steuern abgezogen. Und wer mehr bekommt, kann sich die dann gezahlten Steuern im nächsten Jahr vom Finanzamt zurückholen.

Wofür Luise das Geld, dass sie bei ihrem Ferienjob verdienen wird, ausgeben wird, weiß sie jetzt noch nicht. Vielleicht für Klamotten.

"Das wäre eine gute Idee. Ja, aber so konkret weiß ich jetzt noch nicht. Ich würd dann einfach sparen und dann gucken, was ich da mache."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk