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StartseiteVerbrauchertippStromfresser an Weihnachten12.12.2019

Festbeleuchtung, Konsolen, CloudgamingStromfresser an Weihnachten

Durchgehende Weihnachtsbeleutung, Strom fressende Konsolen: Wer einen Anfang für mehr klimafreundliches Verhalten machen will, kann mit Smart Home-Geräten starten. Die Systeme können die Heizung automatisch abschalten, wenn ein Fenster geöffnet ist oder auch erkennen, ob die Kühlschranktür auf ist.

Von Maike Strietholt

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Ein weihnachtlich beleuchtetes Haus in Kalifornien. (dpa / picture alliance / Chad Ehlers)
LED-Lampen sind sparsam - doch wer sich davon zu einer ausgiebigen Festtagsbeleuchtung verleiten lasst, hat am Ende nicht unbedingt gespart (dpa / picture alliance / Chad Ehlers)
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Spielekonsolen sind ein Dauerbrenner unter dem Weihnachtsbaum. Kein Wunder: Alle paar Jahre kommt eine neue Generation von X-Box, Playstation oder Wii auf den Markt, und wer aktuelle Spiele spielen will, braucht in der Regel auch die neue Version der Konsole. Doch die kann es auch in Sachen Stromverbrauch ganz schön in sich haben. Eva-Maria Weiß von Heise Online erläutert:

"Der Stromverbrauch von Konsolen ist drastisch gestiegen. Seit der Playstation 1 – die ist 1994 herausgekommen – wirklich um ein Vielfaches. Wenn man sich die Grafik anschaut von Spielen – die hat sich ja stark verbessert: die Prozessoren sind leistungsstärker geworden. Als Nutzer, der ein bisschen mehr Zeit mit Spielen verbringt, muss man schon damit rechnen, dass man so 30 bis 40 Euro im Jahr an Stromkosten hat."

Zocken, Ferngucken, Streamen

Und das bereits bei täglich zwei Stunden Spielspaß. Hinzu kommen dann bei angeschlossenem Fernsehbildschirm noch dessen Stromkosten, die durchaus erheblich sein können. Immerhin besitzen Fernseher im Gegensatz zu Spielekonsolen aber ein Energielabel mit Angaben zum Stromverbrauch, an dem man sich orientieren kann. Einige Konsolenhersteller bieten Slim- oder Mini-Varianten an. Die verbrauchen zwar weniger Strom, sind dann aber auch nicht für alle Anwendungen geeignet. Spiele online zu streamen statt gesondert zu kaufen könne ebenfalls ein wenig die Stromkosten senken, sagt Redakteurin Weiß. Aber:

"Beim Streaming oder Cloudgaming ist es so, dass man sich nicht vorstellen darf, nur weil der Strombedarf im eigenen Wohnzimmer geringer wird, dass das Ganze tatsächlich nachhaltiger ist. Der Strom wird halt woanders verbraucht: in Rechenzentren von den Anbietern."

Fehler im Haushalt vermeiden

Ob diese Variante für den Nutzer unterm Strich kostengünstiger ist, hängt davon ab, wie viel der Streamingdienst kostet. Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich auch Smart Home-Geräte – oft gekauft, um Energieverbräuche zu reduzieren. Das könne funktionieren, sagt Sven Hansen, Redakteur bei der Zeitschrift c't. Zumindest zum Zwecke der Fehlervermeidung im Haushalt:

"Die Situation: Das Fenster ist auf Kipp, und die Heizung arbeitet dagegen an. Solche Fehlbedienungen, die sehr viel Energie und somit auch sehr viel Geld kosten können, kann man über so ein smartes System abpuffern – einfach, indem die Heizung dann automatisch geschlossen wird, wenn ein Fenster geöffnet ist."

Smarte Detektive überwachen Stromverschwendung

Und zwar über smarte Heizungsthermostate und Fenstersensoren. Sven Hansen nennt noch ein weiteres Beispiel aus dem Bereich der ebenfalls stromintensiven Kühlgeräte:                        

"Man kann zum Beispiel einen Sensor in ein Tiefkühlfach legen, was im Keller steht. Weil man es nicht immer im Blick hat, dass plötzlich jemand nur die Tür angelehnt hat und das Gerät dann dagegen anackert."

Zeiten, an denen der Strom günstiger ist

Auch Tristan Jorde von der Verbraucherzentrale Hamburg hat einen Stromspartipp mit Smarthome-Technik. Er hält es allgemein aber für fraglich, ob ein smartes Heim energieeffizienter ist.

"Die Steuerung einer Waschmaschine zu einer Zeit, wo der Strom relativ günstig ist bei Tag, kann dazu führen, dass das Ganze effizienter wird. In Summe zeigt sich aber bei diesen Entwicklungen, dass dann immer mehr elektronische Geräte hinein gekoppelt werden, dass die oft alle noch mit dem Internet kommunizieren. Das sind gigantische Leistungen, die nur aus dem Standby-Betrieb zusammen kommen, und dadurch steigt dann in Summe wieder der Energieverbrauch, obwohl das Einzelgerät effizienter ist als das alte."

Und dieser Aspekt sei auch im Bereich Beleuchtung zu beachten. Wer sich angesichts der energiesparenden LED-Lampen eine besonders ausführliche und ständig eingeschaltete Weihnachtsbeleuchtung gönnt, hat unterm Strich oftmals weder Strom noch Geld gespart.

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