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StartseiteCorso"Ideen vom guten Leben"03.06.2019

Festival Phil.Cologne"Ideen vom guten Leben"

Populismus gewinnt Macht, Qualitätsmedien verlieren Vertrauen, Parteichefinnen wechseln über Nacht: Wir leben in einer Zeit großer Turbulenzen. Die 7. Phil.Cologne steuert dagegen. Es gehe darum, die Potenz des Möglichen in der Wirklichkeit zu entdecken, sagte Co-Kuratorin Svenja Flaßpöhler im Dlf.

Svenja Flaßpöhler im Corsogespräch mit Adalbert Siniawski

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Die Philosophin Svenja Flaßpöhler sitzt vor dem Mikrofon im DLF-Studio (Deutschlandradio/Achim Hahn)
Die Philosophin Svenja Flaßpöhler im DLF-Studio (Deutschlandradio/Achim Hahn)
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"Gewissheit weicht apokalyptischen Denken, demzufolge es permanent fünf vor zwölf ist", heißt es zur Auftaktveranstaltung des Festivals Phil.Cologne, dem heute beginnenden Festival für Philosophie in Köln. 

"Und so wähnen immer mehr Menschen das Heil nur noch in der Vergangenheit, wollen mit aller Macht eine Zeit zurück, die es faktisch nie gab. Und jetzt?", fragt Co-Kuratorin Svenja Flaßpöhler in der ersten Session mit dem Titel: "Könnte alles anders sein?" An ihrer Seite: Grünen-Chef Robert Habeck und Sozialwissenschaftler Harald Welzer.

Wir haben noch länger mit Svenja Flaßpöhler gesprochen - hören Sie hier die Langfassung des Corsogesprächs 

Im Dlf sagte Flaßpöhler: "Wir leben in einer Zeit der Sachzwänge, der Alternativlosigkeit, auch der Ideenlosigkeit. Und alle spüren: Wir brauchen das Neue, wir brauchen neue Ideen." Dazu wolle man bei der Phil.Cologne nicht nach fernen und abstrakten Utopien suchen, sondern nach den Möglichkeiten in der Wirklichkeit. "Die Menschen brauchen wieder Ideen vom guten Leben."

Auf der Suche nach dem Besonderen im Leben

Es sei beispielsweise kein Zufall, dass die junge Generation etwa beim Thema Klimaschutz und den Fridays-for-Future-Protesten aktiv sei, sagte  Flaßpöhler. "Weil es sie unmittelbar betrifft, es betrifft ihre konkrete Zukunft, die sie selber erleben wird." Die älterne Generation würde eher am Allgemeinen, an alten Gewissheiten, an Routinen festhalten. Die neue Generation, die neue Mittelklasse, suche das Singuläre, das Besondere im Lebensstil.

Gleichzeitig gebe es Menschen, gerade in den ostdeutschen Bundesländern, die sich abgehängt fühlten und sich nicht für die Zukunft interessierten, weil sie massiv mit der Gegenwart beschäftigt seien, die sie als massic ungerecht empfänden. "Deswegen geht es bei der Phil.Cologne auch um konkrete Gerechtigkeitsfragen: um das Hier-und-Jetzt."

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

  

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