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StartseiteCorsoDurch die Gasse der Liebe11.05.2019

Fettes Brot - "Lovestory"Durch die Gasse der Liebe

Auf ihrem neuen Album betrachten Fettes Brot die Liebe aus unterschiedlichen Perspektiven. Für einen Song gegen Rechts nehmen die Rapper auch Hass-Kommentare in Kauf. Fans, denen die Themen nicht passten, könnten gehen, sagte Björn Beton im Deutschlandfunk.

Doktor Renz, König Boris und Björn Beton im Corsogespräch mit Christoph Reimann

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Björn Warns alias Björn Beton, Boris Lauterbach alias König Boris, Martin Vandreier alias Dokter Renz (v.l.) sind die "Fettes Brot" (Jens Herndorff)
Boris Lauterbach alias König Boris, Martin Vandreier alias Dokter Renz und Björn Warns alias Björn Beton (v. l.) sind Fettes Brot (Jens Herndorff)
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"Wir hatten eigentlich gedacht, dass wir ganz viele Themen ausgeklammert haben, wenn wir sagen: Wir kümmern uns nur um die Liebe", sagte König Boris im Deutschlandfunk. Während der Arbeit habe sich dann herausgestellt, dass die Liebe ein tolles Vehikel sei, um auch andere Themen aufzugreifen, die nun "durch die Gasse der Liebe" betrachtet würden.

Ein Song auf dem Album "Lovestory" trägt den Namen "Du driftest nach rechts". Redeten rechte Politiker Unsinn, fiele es relativ einfach, dies als falsch zu bewerten, so Björn Beton. "Schwierig wird es ja dann in dem Moment, wenn das Leute sind, die man mag." Der Song thematisiere das Auseinanderbrechen einer Liebesbeziehung, weil ein Partner eine rechtspolitische Haltung einnimmt.

Die drei Mitglieder von Fettes Brot stehen vor einem Rieserad (Sina Sager (Welthit))Fettes Brot vor dem Hamburger Dom (Sina Sager (Welthit))

Der Song ist vor dem Album veröffentlicht worden. Es habe viele positive Reaktionen gegeben, allerdings seien Fettes Brot für das Lied auch angegriffen worden. "Wir hatten auf jeden Fall auch damit zu tun, dass unser Youtube-Video, das wir dazu hochgeladen haben, quasi ein Poesiealbum voll von menschenverachtender Kacke geworden ist." Verantwortlich dafür sind laut der Band nur wenige Personen, die allerdings auf rechtsradikalen Plattformen zum Kommentieren aufriefen. Am Ende habe sich die Band dazu entschlossen, die Kommentarfunktion zu sperren.

Doktor Renz: "Ganz viele, die behaupten, sie waren unsere Fans und werden jetzt unsere Platten verbrennen, die haben sich das einfach nur ausgedacht, und in Wahrheit mochten sie uns noch nie oder haben einfach nie richtig hingehört." Gerichtet an tatsächliche Fans, die sich an den Texten auf dem Album "Lovestory" stören, sagte Björn Beton: "Die können meinetwegen auch gehen."

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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