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StartseiteSport am Wochenende"Infantino war extrem nervös"10.06.2018

FIFA"Infantino war extrem nervös"

Der Fußballweltverband FIFA will am Mittwoch über den Austragungsort der Fußball-WM 2026 abstimmen. Zur Wahl stehen eine gemeinsame Bewerbung von USA, Kanada und Mexiko oder Gegenkandidat Marokko. Ein entscheidender Punkt werden die Abstimmungsmodalitäten sein, erklärt Thomas Kistner.

Thomas Kistner im Gespräch mit Klaas Reese

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Fifa-Präsident Gianni Infantino während einer Pressekonferenz im Jahr 2017 (imago sportfotodienst)
Fifa-Präsident Gianni Infantino während einer Pressekonferenz (imago sportfotodienst)
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"FIFA-Chef Gianni Infantino war extrem nervös", beschreibt Thomas Kistner von der "Süddeutschen Zeitung" die Berichte von Teilnehmern der heutigen Sitzung des FIFA-Rats. Aktuelle Themen seien nicht besprochen worden. Lediglich den Rücktritt des Präsidenten des ghanaischen Fußballverbands Kwesio Nyantakyi habe er erwähnt. Nyantakyi war bei einem fingierten Bestechungsversuch dabei gefilmt worden, wie er Geld annahm. Er habe unter Infantino Karriere gemacht, fügt Kistner an.

Große Entscheidungen habe es keine gegeben. Die Aufstockung der WM 2022 von 32 auf 48 Mannschaften hätten die Mitglieder abgelehnt. Aber da es keine offizielle Abstimmung dazu gegeben habe, sei das Thema damit noch nicht vom Tisch. Dennoch: Eine Niederlage für Infantino.

Bei der Entscheidung über die WM 2026 werde es nun darauf ankommen, ob die Wahl öffentlich oder geheim stattfinde. Bei einer geheimen Wahl sieht Kistner eine große Siegchance für Marokko. Bei einer offenen Wahl seien die Drohungen von US-Präsident Trump zu gravierend für viele Länder. Er hatte wirtschaftliche Konsequenzen für Länder in Aussicht gestellt, die sich gegen die USA richteten.

Marokko sei vor allem ein realistischer Kandidat, weil viele bei der FIFA die USA und damit Trump nicht siegen sehen wollten, sagt Kistner. Es gebe aber auch die Möglichkeit, dass eine Mehrheit der Verbände gegen beide Vorschläge stimme. Dann würde in zwei Jahren und mit anderen Kandidaten neu gewählt. Damit könnten sich Länder aus Europa und Asien doch noch bewerben und die USA wären möglicherweise als Einzelkandidat dabei.

Das gesamte Gespräch können Sie mindestens sechs Monate in unserer Mediathek nachhören.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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