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FIFA-Präsident"Eine schwierige Zeit für den Fußball"

FIFA-Präsident Sepp Blatter (imago Sportfoto)
FIFA-Präsident Sepp Blatter (imago Sportfoto)

Nach ereignisreichen Stunden für seinen Fußball-Weltverband hat sich Joseph Blatter zu Wort gemeldet. Die Zeit sei schwierig, doch die Ermittlungen stärkten eigene Maßnahmen, "Fehlverhalten im Fußball auszurotten". Der FIFA-Präsident - ein Aufklärer? Das sieht die UEFA anders und fordert, seine wahrscheinliche Wiederwahl am Freitag zu verschieben.

"Das ist eine schwierige Zeit für den Fußball, die Fans und die FIFA", gestand Blatter in einer Stellungnahme: "Es sollte aber klar sein, dass wir die Untersuchungen der Schweizer und US-Behörden begrüßen."

Die FIFA sperrte am Mittwochabend elf Funktionäre vorläufig für sämtliche Fußball-Aktivitäten. Darunter seien auch die FIFA-Vizepräsidenten Jeffrey Webb und Eugenio Figueredo, teilte der Weltverband nach einer Entscheidung seiner Ethikkommission mit. Webb galt einst als Kronprinz Blatters - nun droht ihm in den USA möglicherweise eine Haftstrafe. Blatter teilte weiter mit: "Ich weiß, dass die heutigen Ereignisse Auswirkungen auf die Sichtweise vieler Leute auf die FIFA haben werden." Der Fußballweltverband steht seit Jahren wegen Korruptionsvorwürfen in der Kritik

Sieben Festnahmen in Zürich, 14 Anklagen in den USA

Am Mittwochvormittag hatte die schweizerische Polizei in einem Züricher Luxushotel sechs hochrangige Funktionäre der FIFA festgenommen, später noch einen weiteren. Die Ermittlungen fanden auf ein Ersuchen der US-Justizbehörden statt, die die Korruption in der FIFA nach eigenen Angaben bekämpfen will. Den verdächtigen Funktionären drohen in den USA bis zu 20 Jahre Haft. Im nächsten Schritt gehe es um die Auslieferung der Angeschuldigten in die USA. Am Donnerstag beginnt der FIFA-Kongress in Zürich, am Freitag steht Blatter für eine fünfte Amtszeit zur Wahl. 

In einer Pressekonferenz hatte FIFA-Mediendirektor Walter de Gregorio den Verband bereits als "Geschädigten" dargestellt und damit in die Opferrolle gedrängt.

UEFA will die Präsidentenwahl verschieben

Die Europäische Fußball-Union will die Präsidentenwahl wegen der Verhaftungen in Zürich verschieben. Das UEFA-Exekutivkomitee mit DFB-Präsident Wolfgang Niersbach fasste während einer außerordentlichen Sitzung in Warschau einen entsprechenden Beschluss. 

"Die UEFA ist der Meinung, dass der Kongress verschoben und die Wahl des Präsidenten innerhalb der nächsten sechs Monate stattfinden sollte", sagte UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino nach dem Treffen des Exekutivkomitees vor dem Finale der Europa League in Warschau. Laut FIFA wird die Wahl aber wie geplant durchgeführt. 

Russland richtet deutliche Worte an die USA

Die Ermittlungen der US-Justiz gegen die FIFA nehmen derweil eine politische Dimension ein. Russland, Ausrichter der WM 2018 und selbst Ziel zahlreicher Korruptionsvorwürfe um die Vergabe des Turniers, kritisierte die US-Ermittlungen in der Schweiz scharf. Die Festnahmen mehrerer Verdächtiger seien eine "illegale Anwendung von US-Recht" außerhalb des US-Staatsgebiets, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Russland forderte die USA auf, sich an internationale rechtliche Abläufe zu halten. 

(nch/bor)

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