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StartseiteVerbrauchertippKostenlose und günstige Girokonten10.09.2018

FinanzenKostenlose und günstige Girokonten

Von 120 Banken, die die Stiftung Warentest untersucht hat, bieten 23 ein kostenloses Girokonto an. Manchmal muss allerdings jeder kleine Extraservice bezahlt werden. So kann sich unter Umständen ein Konto mit einer geringen Grundgebühr eher lohnen.

Von Dieter Nürnberger

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Ein Bankkunde hebt in Hamburg mit seiner Girokarte Bargeld von einem Geldautomaten ab. (dpa-Bildfunk / Angelika Warmuth)
Die Kosten für ein Girokonto pro Jahr sollten nicht mehr als 60 Euro betragen, so die Stiftung Warentest (dpa-Bildfunk / Angelika Warmuth)
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Die gute Nachricht: Von rund 120 untersuchten Banken bieten immerhin 23 ein kostenloses Girokonto an. Das heißt, der Grundpreis liegt bei Null Euro und auch für die dazugehörige Girocard fallen keine Jahresgebühren an. Allerdings gilt eine Grundvoraussetzung. Der Kunde muss seine Bankgeschäfte online führen, was immerhin rund 60 Prozent aller Kontoinhaber in Deutschland inzwischen auch tun. Für Viele dürfte diese Hürde somit einfach zu nehmen sein, sagt Heike Nicodemus, Finanzexpertin bei der Stiftung Warentest, doch eben nicht für alle:

"Man kann nicht in die Filiale gehen, sondern man muss einen Computer haben. Man muss diesen auch stets auf den neuesten Update-Stand bringen. Man muss sich um die Sicherheit kümmern. Auch beim Smartphone, wenn man damit Banking macht. Daher: Es ist vielleicht nicht für jeden so das Richtige."

Zwar gibt es auch noch einige wenige Banken mit Zweigstellen, die ein Gratis-Konto anbieten, doch ein flächendeckendes Filialnetz sollte hier kein Kunde erwarten. Es gibt sogar noch weitere Gratis-Konten-Angebote, die allerdings stets mit Bedingungen verbunden sind: Vorgeschrieben sind dann beispielsweise bestimmte monatliche Gehaltseingänge, ein kontinuierliches Guthaben in bestimmter Höhe oder auch ein verpflichtender Genossenschaftsanteil.

Möglichst nicht mehr als 60 Euro pro Jahr

Für die Stiftung Warentest ist indes ein Gratis-Konto nicht das Maß aller Dinge. Es sollte aber schon vergleichsweise günstig sein. Konkret: Die Kosten pro Jahr nicht mehr als 60 Euro betragen. Wer mehr zahlt, sollte wechseln.

Für Kunden, die ein kostenloses oder günstiges Konto suchen, sollten jenseits der Grundgebühr noch andere Faktoren eine Rolle spielen. Denn, was nutzt ein Gratis-Konto, wenn beispielsweise kaum Möglichkeiten des kostenlosen Geldabhebens zur Verfügung stehen? Hintergrund: Für das Abheben an fremden Geldautomaten verlangen die Banken oft hohe Gebühren von 5 Euro oder mehr. Kosten, die sich leicht summieren können, sagt Warensterin Heike Nicodemus:

"Wenn man beispielsweise bei einer Sparkasse ist, dann hat man den großen Sparkassen-Verbund mit fast 25.000 Automaten. Und da kann man dann umsonst abheben. Bei der "Volksbank" hat man den nächstgrößeren Verbund. Ist man jedoch bei einer kleineren Bank, muss man das natürlich genau prüfen. Darum ist es eben sehr individuell, welches Girokonto man wählt. Und worauf man achten muss."

Extraservice muss oft bezahlt werden

Hinzu kommt: Die Banken lassen sich inzwischen jeden kleinen Extraservice bezahlen - mit unterschiedlich hohen Gebühren. Wer als Online-Kunde beispielsweise doch einmal eine klassische Überweisung mit schriftlichem Beleg verwendet, zahlt bei einigen Banken nur ein paar Cent, im Extremfall aber auch knapp 5 Euro.

Und nicht zuletzt können auch die Zinsen für die Inanspruchnahme des Dispokredits bei den Kontomodellen stark variieren - in der Untersuchung zwischen günstigen vier und überteuerten zwölf Prozent. Auch das sollten Kontoinhaber einkalkulieren.

Die Untersuchung zeigt: Es gibt einige kostenlose und viele günstige Kontoführungsmodelle. Warentestern Heike Nicodemus nennt eine kleine Auswahl:

"Es gibt einmal das "DKB"-Konto zu nennen, wo man - wenn man viel im Ausland unterwegs ist - eine kostenlose Kreditkarte dabei hat. Hier kann man wirklich im Ausland kostenlos Geld abheben und das wirklich an fast jedem Automaten. Ansonsten böte sich auch jede Direktbank an - etwa die "Consorsbank", "Comdirect" oder auch die "ING-Diba". Das sind alles Banken, wo man schnell hin wechseln kann. Wo man als Online-Kunde im Prinzip nicht viele Probleme hat und es sehr, sehr kostengünstig sein kann."

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