Donnerstag, 02.04.2020
 
Seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen
StartseiteVerbrauchertippSparen für die Nachkommen06.03.2020

FinanzenSparen für die Nachkommen

Das klassische Sparbuch wirft so gut wie nichts mehr ab und in Aktien zu investieren, erscheint vielen als zu riskant. Doch es bestehen Anlagemöglichkeiten für Großeltern und Eltern, damit der Nachwuchs später über ein kleines Vermögen verfügen kann.

Von Klaus Deuse

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Stapel von Euromünzen (imago/Westend61)
Viele Großeltern und Eltern sparen für ihre Enkel und Kinder (imago/Westend61)
Mehr zum Thema

Geldanlage Nicht jedes Goldinvestment glänzt

Geldanlage und Altersvorsorge Finanzberaterinnen nehmen Frauen in den Blick

Nachhaltige Investments Erstmals verbindliche Definition für grüne Geldanlagen

Trotz magerer Zinsen sollten sich Großeltern und Eltern darüber informieren, wo man für das angelegte Geld wie viel bekommt, sagt Finanzexperte Thomas Hentschel von der Verbraucherzentrale NRW.

Grundsätzlich gelte aber nach wie vor: "Unabhängig davon, ob die Zinsen niedrig oder hoch sind, ist es sinnvoll, für die Kinder in späterer Zeit etwas zur Verfügung zu haben."

Wie viel letztlich dabei herauskommt, das hängt auch maßgeblich von der Laufzeit ab. "Je früher man anfängt, desto nachhaltiger können Zinseszins und Zinseffekt wirken. Also fünf Jahre sind nicht viel. 18 Jahre mit der Geburt des Kindes ist schon eine ordentliche Zeit."

Risiko oder nicht?

Neben der Länge der Laufzeit kommt es auch auf die Risikoeinstellung von Eltern und Großeltern an. Also ob sie auf sichere Geldanlagen wie Tagesgeld, Festgeld und Banksparpläne setzen oder auf schwankungsanfällige, aber auf Dauer meist ertragreichere Anlagen wie Aktienfonds.

"Tagesgelder sind bei null Prozent, wenn Sie Glück haben bei 0,5 Prozent. Aber da muss man schon ein bisschen gucken, welche Bedingungen dabei eine Rolle spielen. Und bei Banksparplänen sieht es ähnlich mau aus. Für 15 Jahre sind 0,2 bis 0,8 Prozent drin."

Euro-Scheine, aneinander gereiht (EyeEm/ Nicolas Vega) (EyeEm/ Nicolas Vega)Weltspartag - Deutsche sparen nicht renditeträchtig
Sicherheit, Verfügbarkeit, Flexibilität – für 54 Prozent der Deutschen immer noch das wichtigste Kriterium beim Vermögensaufbau. Auch in Zeiten von Niedrigzinsen gibt es Chancen, längerfristig zu investieren.

Die Entscheidung für ein Tagesgeldkonto bietet zumindest Perspektiven. Da das Guthaben jederzeit verfügbar ist, ließe es sich bei einem Zinsanstieg umgehend in einträglichere Anlagen umschichten. Zu überlegen, so Thomas Hentschel, sei bei längeren Laufzeiten darum, "dass man eben durchaus auch in chancenorientierte Geldanlagen wie Aktienfonds investieren kann und da eben höhere Renditen erzielen kann."

Nach Einschätzung des Finanzexperten kommen dafür vor allem börsengehandelte Index-Fonds auf einen breit aufgestellten internationalen Index wie den MSCI World in Betracht. Bei Laufzeiten von 15 Jahren warf eine solche Anlage im langjährigen Schnitt eine jährliche Rendite von fünf bis sieben Prozent ab.

Großeltern, die ihr Enkelkind später mit dem Geldsegen überraschen wollen, sollten auf ihren eigenen Namen ein Sparkonto oder Depot eröffnen. Der Nachteil dabei: wer seinen Sparerpauschbetrag von 801 Euro im Jahr ausgeschöpft hat, muss für Zinsen oder Kursgewinne 25 Prozent Abgeltungssteuer zahlen. Zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.

Wenn das Angesparte nicht "verjuxt" werden soll

Da schon den Jüngsten ein eigener Sparerpauschbetrag zusteht, bietet es sich an, dass die Eltern, so ist es gesetzlich vorgeschrieben, das Konto auf den Namen des Kindes eröffnen. Die Großeltern wiederum können dann von den Eltern bevollmächtigt werden, einen eigenständigen Sparplan für das Enkelkind anzulegen. Zwischen Eltern und Großeltern sollte folglich Einvernehmen bestehen, denn das heißt für dieses Kinder-Konto:

"Wenn das Konto auf das Kind abgeschlossen ist, dann können die Eltern darüber nicht verfügen. Punkt. Wenn die dennoch darüber verfügen, dann kann das Kind, klingt jetzt blöd, ist aber so, später die Rückzahlung verlangen."

Mit dem 18. Lebensjahr können die dann erwachsenen Kinder über das Geld verfügen. Damit das Geld auch richtig angelegt wird, können Eltern in Absprache mit den Großeltern vorbeugen, indem das Geld bis zum 18. Lebensjahr in einen Auszahlungsplan umgewandelt wird. "So dass dann aus 20.000 Euro, die angespart sind, ein zehnsemestriges Studium mit monatlich knapp 340 Euro unterstützt werden kann." Und das Angesparte nicht "verjuxt" wird. Es gibt neben Rendite und Zinsen einiges zu bedenken, wenn es um die Absicherung der Nachkommen geht.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk