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Flüchtlinge im MittelmeerHandelsschiffe ändern ihre Routen, um Kontakt zu meiden

Such- und Rettungsmission im Mittelmeer vor der libyschen Küste am 27. Januar 2018. Zu sehen sind zwei Schlauchboote mit Menschen an Bord.  (PA/dpa/picture alliance)
Flüchtlinge im Mittelmeer in Seenot (Archivbild) (PA/dpa/picture alliance)

Auf dem Mittelmeer ändern offenbar viele Handelsschiffe ihren Kurs, um keine Flüchtlinge aus Seenot retten zu müssen.

Markus Schildhauer von der Deutschen Seemannsmission sagte dem Evangelischen Pressedienst, die Reedereien nähmen längere Routen und damit höhere Kosten in Kauf, um sich nicht dem Vorwurf der indirekten Schlepper-Hilfe auszusetzen. Schuld sei vor allem Italien, das Seenotrettung kriminalisiere.

Kapitäne sind laut internationalem Seerecht zur Rettung von Menschen aus Seenot verpflichtet. In den Jahren 2015 und 2016 nahmen Handelsschiffe insgesamt 110.000 Menschen auf, deren Schlauchboote im Mittelmeer trieben.

Für die Besatzungen seien solche Einsätze oft traumatisierend gewesen, sagte Schildhauer, der das Seemannsheim im ägyptischen Alexandria leitet. Die Seeleute hätten erlebt, wie Boote gekentert und Menschen ertrunken seien, ohne dass sie helfen konnten.