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ForschungNeues Koordinatensystem für das Weltall

Ein Bild, das das "Hubble"-Weltraumteleskop aufgenommen hat. Es zeigt das Sternentstehungsgebiet N90 in der Kleinen Magellanischen Wolke - einer Begleitgalaxie der Milchstraße. (dpa picture alliance / NASA/esa/HHT)
Ein Bild, das das "Hubble"-Weltraumteleskop aufgenommen hat. Es zeigt das Sternentstehungsgebiet N90 in der Kleinen Magellanischen Wolke - einer Begleitgalaxie der Milchstraße. (dpa picture alliance / NASA/esa/HHT)

Astronomen haben sich auf ein neues, genaueres Koordinatensystem für das Weltall geeinigt.

Es soll zum 1. Januar in Kraft treten, teilte das Deutsche GeoForschungsZentrum in Potsdam mit. Der von der Internationalen Astronomischen Union bereits Ende August beschlossene sogenannte Referenzrahmen ist vergleichbar mit den Längen- und Breitengraden auf dem Globus. Das System definiert, wo im All oben und unten ist. Auch für GPS-Systeme und die Navigation von Weltraumsonden ist der Referenzrahmen wichtig. Ebenso können Verschiebungen von Erdplatten oder Änderungen der Höhe des Meeresspiegels besser vermessen werden.

Ankerpunkte des Systems auf der Erde sind die etwa 50 weltweit vorhandenen Radioteleskope und im Himmel die 4.536 sogenannten Quasare. Das sind Galaxien mit einem Schwarzen Loch im Zentrum. Da sie sich extrem weit von der Erde entfernt im All befinden (etwa 100 Millionen bis 10 Milliarden Lichtjahre), können sie, obwohl sie in Bewegung sind, von der Erde aus als ortsfest angesehen werden. Der jetzt auslaufende Referenzrahmen (ICRF-2) wurde im Jahr 2010 veröffentlicht. Demgegenüber verbessert das neue System die Genauigkeiten im Mittel etwa um das 1,5-Fache.