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ForstwirtschaftExperte: "So dramatisch wie beim Waldsterben in den 80ern"

Tote Bäume liegen im Nationalpark Harz übereinander. (picture alliance / Arco Images / R. Schlepphorst)
Tote Bäume im Harz (Archivbild) (picture alliance / Arco Images / R. Schlepphorst)

Forstexperten machen sich Sorgen über den Zustand der deutschen Wälder.

Diese litten nach dem Hitzesommer 2018 weiter unter Trockenheit und Schädlingsbefall, sagte der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrats (DFWR), Georg Schirmbeck, der "Frankfurter Rundschau". Das Frühjahr habe kaum Entspannung gebracht, denn die Niederschläge hätten bei weitem nicht ausgereicht, um das Wasserdefizit in tieferen Bodenschichten aufzufüllen. Schirmbeck warnte, der Klimawandel und seine Folgen bedrohten die deutschen Wälder zunehmend in ihrer Existenz. "Die Situation ist so dramatisch wie beim Waldsterben in den 1980er Jahren."

Nach Schätzungen des DFWR ist mehr als ein Drittel der eine Milliarde Neupflanzungen der letzten drei Jahre aufgrund der langanhaltenden Dürre vertrocknet. Allein die Nachpflanzung koste die Waldbesitzer über eine halbe Milliarde Euro, sagte Schirmbeck. Er appellierte an Bund und Länder, die Finanzhilfen gerade für die Waldbesitzer mit kleineren Flächen zu erhöhen. Umweltschützer fordern dagegen, höhere Hilfen an Bedingungen zu knüpfen. Die Waldbesitzer müssten verpflichtet werden, naturnah zu wirtschaften und tatsächlich nur standortangepasste Bäume zu pflanzen, sagte Greenpeace-Experte Christoph Thies dem Blatt. Zudem müsse die CO2-Speicherfunktion der Wälder gestärkt werden.