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StartseiteKonzertdokument der WocheKammermusik im Silent Green22.04.2018

Fortschritt mit VolksmusikKammermusik im Silent Green

Die beiden tschechischen Komponisten Leoš Janáček und Bohuslav Martinů haben die Klangsprachen ihrer Heimat in neue Musiksphären überführt. Die Musiker des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin machen es hörbar.

Am Mikrofon: Uwe Friedrich

Blick auf das silent green Kulturquartier in Berlin: Der Veranstaltungsort befindet sich in den Räumlichkeiten des ehemaligen Krematoriums Wedding. (Foto: Katha Mau)
Blick auf das silent green Kulturquartier in Berlin: Der Veranstaltungsort befindet sich in den Räumlichkeiten des ehemaligen Krematoriums Wedding. (Foto: Katha Mau)

In Paris fand der tschechische Komponist Bohuslav Martinů jene Freiheit, die er in seiner Heimat vergeblich suchte. Zu eng schien ihm die kleine Welt auf dem Dorf und auch die etwas größere als Orchestermitglied in Prag, wobei in seinen späteren Werken der musikalische Bezug zur Volksmusiktradition seiner Heimat immer hörbar blieb. Zu neuen gestalterischen Wegen führten aber erst der Ausbruch nach Paris und die Inspiration durch französische Musiker wie Maurice Ravel. Dessen impressionistische Klangfarben und außergewöhnliche Besetzungen entwickelte Martinů ebenso gerne weiter wie seine harmonischen Experimente. Traditionen miteinander zu verschränken, sie dabei aber nicht zu verwässern, das könnte ein gemeinsames Motto der beiden sein, war der Franzose Ravel doch auch stolz darauf, zu gleichen Teilen Baske und Schweizer zu sein.

Leoš Janáček nutzte hingegen die mährische Volksmusik ebenso bewusst wie konsequent patriotisch in seiner Musik. Es dauerte lange, bis seine eigenwillige und einzigartige Kompositionsweise breite Anerkennung fand.

Mitglieder des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin spielen die ungewöhnlich besetzten Werke von Ravel, Janáček und Martinů im Silent Green Kulturquartier, dem ehemaligen Krematorium Wedding, das in seiner achteckigen Feierhalle erhabene Stimmung mit exzellenter Akustik vereint.

Maurice Ravel
Introduktion und Allegro für Harfe, Flöte, Klarinette und Streichquartett

Leoš Janáček
"Mládí" – Suite für Bläsersextett

Maurice Ravel
Sonate für Violine und Violoncello

Bohuslav Martinů
Nonett für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass

Markus Schreiter, Flöte
Juan Pechuan Ramirez, Oboe
Florentine Simpfendörfer, Klarinette
Christoph Korn, Bassklarinette
Francisco Esteban, Fagott
Felix Hetzel de Fonseka, Horn
Neela Hetzel de Fonseka, Violine
Rodrigo Bauzá, Violine
Alejandro Regueira Caumel, Bratsche
Andreas Kipp, Violoncello
Georg Boge, Violoncello
Axel Buschmann, Kontrabass
Maud Edenwald, Harfe

Mitglieder des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin

Aufnahme vom 12.04.2018 aus dem Silent Green Kulturquartier

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