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StartseiteCorsoRauschhafter Ritt durch die Musikgeschichte14.09.2019

Frank Schätzing macht MusikRauschhafter Ritt durch die Musikgeschichte

Frank Schätzing wäre eigentlich viel lieber Rockstar statt Schriftsteller geworden. Seit 45 Jahren macht der Bestseller-Autor Musik. Nun liegt sein Debütalbum “Taxi Galaxi” vor, das sich spielerisch zwischen den Genres bewegt. „Ich mag es, wenn jemand keine inneren Türsteher hat“, sagte er im Dlf.

Frank Schätzing im Corsogespräch mit Sascha Ziehn

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Der Autor Frank Schätzing mit Sonnenbrille im Deutschlandfunk (Kerstin Janse)
Autor und Musiker Frank Schätzing (Kerstin Janse)
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"Ich kann nichts mit Leuten anfangen, die immer nur von der Musik ihrer Jugend reden, die zu Ü40-Parties gehen. Ich finde immer die Musik von heute am spannendsten". Frank Schätzing macht direkt klar, dass es bei Taxi Galaxi – so hat er sein Musikprojekt getauft – nicht um eine Rockrevue geht, ein "Best Of" seiner Jugend. "Auch, wenn es 45 Jahre gedauert hat, bis ich mein erstes Album veröffentliche – es ist eine Musik von heute, es geht um das, was mich heute bewegt und interessiert. Nicht um die Verklärung von früher".

Keine Nostalgie

Man hört Schätzings Album an, wie viele Ideen, wie viel Kreativität und wie viel Liebe da rein geflossen ist. Jeder Song klingt anders, es gibt groß anlegte Hymnen mit Bläsersätzen, ruhigere, akustische Songs, leichte Prog-Rock-Anleihen oder dicke, 80er-Jahre-Synthiflächen. Und dazu der Gesang von Schätzing, der nicht ganz so selten an David Bowie erinnert. Er selbst nennt seine Musik übrigens: "Kuddelmuddel". Die Demos hat er noch selbst aufgenommen, jedes Instrument im Alleingang gespielt. Für die Aufnahmen zum Album hat er dann viele große Musiker um sich geschart: Mike Garson, den Pianisten von David Bowie, den Bassisten von Peter Gabriel, diverse lokale Musikgrößen und viele mehr. "Da kommen ja keine Superstars durch die Tür, die sind alle total nett. Aber es gab schon diesen Moment, in dem ich dachte: ‚Da sitzt der kleine Frank in Köln und erzählt dem großen Mike Garson, wie er zu spielen hat? Wie abgefahren ist das denn?‘"

Frank Schätzing vor dem Mikrofon im Deutschlandfunk (Kerstin Janse / Deutschlandfunk)Schreibt nicht nur Bücher: Frank Schätzing als Musiker (Kerstin Janse / Deutschlandfunk)

Schriftstellermusiker oder Musikerschriftsteller?

Viele Musiker schreiben auch Texte, viele Schriftsteller mögen oder machen Musik. Sven Regener zum Beispiel ist sehr erfolgreich mit seiner Band Element Of Crime – als Romanautor wurde er dann sogar noch erfolgreicher. Gibt es da einen Unterschied, zwischen Musikern, die Schriftsteller werden und Schriftstellern, die Musik machen? "Nein, meiner Meinung nach überhaupt nicht. Diese vermeintliche Grenze haben wir vielleicht in Deutschland. Aber in den USA ist es völlig normal, in mehreren Bereichen tätig zu sein. Schauspieler sind oft auch Sänger und Tänzer – da wird diese Grenze zwischen den Genres einfach gar nicht gezogen. Vielleicht sollte man sich darauf einigen: Wir machen etwas Kreatives. Und ich habe noch keinen Kreativen erlebt, der nicht immer alles im Blick hat. Deshalb finde ich es ganz natürlich, wenn ein Schriftsteller sagt: Ich mache jetzt eine Platte."

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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