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FrankreichSchwere Unruhen in Paris

In Paris kommt es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei an. Randalierer setzten dutzende Autos und sogar Häuser in Brand. Rund um die Champs-Élysées stiegen dichte Wolken aus Rauch undTränengas auf. (dpa/ Jean Baptiste Quentin/MAXPPP)
Polizisten setzen Wasserwerfer gegen "Gelbwesten" ein (dpa/ Jean Baptiste Quentin/MAXPPP)

In Paris kommt es wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen bei den Demonstrationen der "Gelbwesten": Nach jüngsten Angaben der Polizei wurden in der französischen Hauptstadt bislang mehr als 250 Menschen festgenommen. 95 Personen seien verletzt worden. Rund 5.500 Randalierer versammelten sich auf den Champs-Elysées. Der Premierminister zeigte sich angesichts der Gewalt schockiert.

Am Abend eskalierte die Gewalt. Demonstranten setzten auf dem Boulevard Champs Elysees ein Dutzend Fahrzeuge in Brand, errichteten Barrikaden und randalierten. Außerdem soll ein Gebäude in der Nähe des Arc de Triomphe brennen. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Tränengas und Blendgranaten ein.  Zahlreiche Metro-Stationen wurden wegen der Unruhen geschlossen. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz. Der stellvertretende Innenminister Nunez sagte, die Sicherheitskräfte hofften, die Ordnung in Paris schnell wiederherzustellen. Allderdings seien die gewaltätigen Gruppen gut vorbereitet und miteinander vernetzt. In der bretonischen Stadt besetzten etwa 30 Demonstranten das Rollfeld des nahgelegenen Flughafens.

Auch in anderen Regionen des Landes kam es zu Protesten und Unruhen. Die Zahl der Demonstranten betrug nach Angaben des Innenministeriums am Nachmittag landesweit geschätzt 75.000. Premierminister Edouard Philippe zeigte sich "geschockt" angesichts der Gewalt. Die Taten seien in keiner Weise zu entschuldigen. 

Auch der französische Innenminister Castaner zeigte sich empört. Er sprach von "unerträglichen Szenen". Die Bereitschaft zur Gewalt gegenüber Sicherheitskräften und die Angriffe auf Symbole des Staates seien eine Beleidigung der Republik. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie einige Demonstranten sich am Grabmal des unbekannten Soldaten unter dem Triumphbogen versammelten und die französische Nationalhymne sangen.

Die Gruppierung der "Gelbwesten" fordert unter anderem Steuersenkungen sowie eine Anhebung des Mindestlohns und der Renten. Staatspräsident Macron hat zugesagt, die umstrittene Ökosteuer auf Diesel an den Kraftstoffpreis anzupassen. Dies geht den Demonstranten nicht weit genug. Die Gewerkschaft CGT rief parallel zu einer Kundgebung am Pariser Platz der Republik auf. Im Gegensatz zum ersten Aktionstag am 17. November beteiligen sich heute deutlich weniger Menschen an den Protesten.

Die Partei von Frankreichs Präsident Macron hat dessen Vertrauten Guerini zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Die Delegierten von La République en Marche LREM – zu deutsch: Die Republik in Bewegung – stimmten bei ihrem Treffen nahe Paris mit einer großen Mehrheit für den 36-jährigen Abgeordneten. Guerini sagte, er übernehme diese Verantwortung, ohne zu verkennen wie groß die Herausforderungen seien, vor denen das Land stehe. Mit Blick auf die Proteste der "Gelbwesten" meinte Guerini, er verschließe auch nicht die Augen "vor der Gewalt, die stattfindet, während wir reden".

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