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StartseiteThemaUngleichheit und veraltete Geschlechterrollen28.05.2019

FrauenfußballUngleichheit und veraltete Geschlechterrollen

Die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern sind im Fußball größer als in anderen Branchen. Noch immer greifen Vermarktung und Sponsoring veraltete Geschlechterrollen auf. Wie kann der beliebteste Sport weiblicher und damit demokratischer werden? Ein Schwerpunkt anlässlich der Frauen-Fußball-WM.

Foto aufgenommen durch das Netz eines Fußballtors: Torfrau in einem hellblauen Trikot kniet auf dem Rasen (EyeEm / Flusi Man)
Torfrau (EyeEm / Flusi Man)

  (dpa/picture alliance/Peter Böhmer) (dpa/picture alliance/Peter Böhmer)"25 Prozent Frauen in den Gremien"
Seit 2014 ist Sandra Schwedler Aufsichtsrats-Chefin bei St. Pauli. Sie sagt: "Wir haben im Schnitt 25 Prozent Frauen im Stadion, also sollten mindestens 25 Prozent Frauen in den Gremien sein."

  (photoarena / Thomas Eisenhuth / imago) (photoarena / Thomas Eisenhuth / imago)Der Gender Pay Gap
2016 wollte der DFB jedem männlichen Nationalspieler 300.000 Euro zahlen, wenn die Mannschaft den EM-Titel geholt hätte. Bei den Frauen wären 37.500 Euro geflossen. Die Einkommenslücke zwischen Spielern und Spielerinnen ist extrem hoch.

  (imago images / Jan Huebner) (imago images / Jan Huebner)Der Trend geht nach unten
In der Frauenfußball-Bundesliga ist der Zuschauerschnitt gesunken, in der Jugend sind weniger Teams angemeldet. Eine der Ursachen: Es fehlen sichtbare Vorbilder, denn Frauenfußball spielt im Fernsehen und im Sponsoring kaum eine Rolle. 

Lieke Martens (l.) vom FC Barcelona gegen Losada von Atlético Madrid.  (www.imago-images.de)Die Frauen von Atlético und Barca vor großer Kulisse (www.imago-images.de)Spaniens Fußballerinnen drängen ins Rampenlicht
Der spanische Frauenfußball erhält heute viel mehr Aufmerksamkeit als früher. Ein Spiel zog zuletzt 60.000 Zuschauer an, die Zahl der eingetragenen Spielerinnen steigt - und danach sah es lange Zeit nicht aus.

"Eine vergessene Pioniergeneration"  (Anne Trabant-Haarbach) (Anne Trabant-Haarbach)
Die Spielerinnen der SSG 09 Bergisch Gladbach holten 1981 den ersten "WM-Titel" in der Geschichte des Frauenfußballs. In einer Dokumentation erzählt der Regisseur John Seidler das "Underdog-Fußballmärchen" - aus einer Zeit, in der es weder eine weibliche Nationalmannschaft noch eine offizielle Frauen-WM gab.

Exotinnen an der LinieDas Foto zeigt Martina Voss-Tecklenburg, Bundestrainerin der Frauen-Nationalmannschaft. Sie kommt vor der Abreise zur Weltmeisterschaft nach Frankreich an. (dpa-Bildfunk / Arne Dedert)Deutsche Fußballerinnen starten zur WM (dpa-Bildfunk / Arne Dedert)
Im deutschen Männerfußball haben zuletzt auch zwei Trainerinnen für Schlagzeilen gesorgt: Imke Wübbenhorst übernahm den Fünftligisten BV Cloppenburg, Ex-Nationalspielerin Inka Grings den Viertligisten SV Straelen. Beide Beispiele täuschen darüber hinweg, dass Frauen im Trainingswesen nur eine Nebenrolle spielen.

Der Kampf mit dem OutingDie ehemalige US-Fußballnationalspielerin Joanna Lohman, die sich zu ihrer Homosexualität bekannt hat (dpa / picture alliance / Daniel Barthel )Die ehemalige US-Fußballnationalspielerin Joanna Lohman, die sich zu ihrer Homosexualität bekannt hat (dpa / picture alliance / Daniel Barthel )
In Deutschland hält ein Drittel der Schwulen und Lesben ihre sexuelle Orientierung am Arbeitsplatz geheim, das berichtet die Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Noch größer ist das Tabu im Fußball. Auch bei den Frauen, obwohl in vielen Teams überdurchschnittlich viele Spielerinnen lesbisch sind.

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