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FreiburgCaritas fordert von neuer Regierung sozialverträgliche Klimapolitik - Angst um Arme und Bedürftige

Peter Neher (l-r) und Eva Maria Welskop-Deffaa. (dpa / Philipp von Ditfurth)
Peter Neher, scheidender Präsident der Caritas, und Eva Maria Welskop-Deffaa, gewählte Nachfolgerin. (dpa / Philipp von Ditfurth)

Der katholische Caritasverband sorgt sich angesichts des Tempos bei der Regierungsbildung um Arme und Bedürftige.

Es bestehe die Sorge, dass etwa Menschen mit geringem Einkommen oder Problemen auf dem Arbeitsmarkt, Pflegebedürftige und Pflegende sowie Menschen auf der Flucht bei der Suche nach Kompromissen zu kurz kommen oder ganz vergessen werden, sagten der scheidende Präsident Neher und seine gewählte Nachfolgerin Welskop-Deffaa bei der Delegiertenversammlung in Freiburg. Gerade beim Klimawandel komme es auf sozial gerechte Politik an. Nur wenn die Klimawende sozialverträglich sei, werde sie Rückhalt finden.

Die Caritas fordert zum Beispiel eine höhere CO2-Bepreisung mit Optionen der Rückerstattung. Auch von der E-Mobilität profitieren ihrer Ansicht nach vor allem die höhere Mittel- und Oberschicht. Für Ärmere fordert der Verband daher kostenlose Angebote im öffentlichen Nahverkehr oder sogenannte 365-Euro-Tickets. Bei der energetischen Sanierung wird vorgeschlagen, Zuschüsse an den Mietpreis zu koppeln, so dass bei höherer Miete weniger staatliche Gelder fließen. Als unzeitgemäß wird das Dienstwagenprivileg bezeichnet.

Neher verlässt nach 18 Jahren die Spitze des größten Wohlfahrtsverbands in Deutschland. Bei einer dreitägigen Versammlung wählten die Delegierten gestern die bisherige Vorständin für Sozial- und Fachpolitik im Caritasverband als Nachfolgerin und damit als erste Frau.

Diese Nachricht wurde am 15.10.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.