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StartseiteCampus & Karriere"Friend-raising"13.05.2010

"Friend-raising"

Das "German House" in New York

Kontakte knüpfen, beraten, planen: Seit fünf Jahren sind deutsche Hochschulen mit ihren Büros in New York direkt in den USA vertreten - und stoßen nicht nur bei deutschen Auslandsstudierenden auf hohes Interesse.

Von Max Böhnel

Deutsche Hochschulen zeigen in den USA Flagge und sind mit einer ständigen Vertretung in New York. (AP)
Deutsche Hochschulen zeigen in den USA Flagge und sind mit einer ständigen Vertretung in New York. (AP)

UNO-Gebäude, Trump-Tower, East River – der Blick, den Andrea Adam von ihrem Büro aus im 15. Stockwerk des "German House" hat, ist spektakulär. Aber ihn zu genießen, dazu kommt sie nur selten. Andrea Adam vertritt in den USA zwei der größten deutschen Universitäten, die FU Berlin und die Ludwig-Maximilians-Universität LMU in München.

"Sehr viel Email- und Telefonkontakte natürlich, relativ viel Planen von Konferenzen, Kommunikation mit Amerikanern und mit deutschen, Beratung per Email auch sehr viel."

Einen Teil ihrer Arbeit erledigt Andrea Adam außer Haus, auf dem Campus von US-Hochschulen. Das Stichwort lautet Kontaktanbahnung. Gelegenheiten dazu bieten Messen fürs Auslandsstudium. Die Universitäten in den USA haben in den vergangenen zehn Jahren ihre Internationalisierungsbemühungen verstärkt, sagt Andrea Adam.

"Ob das Sommeruniversitäten für internationale Studierende sind, Semesterprogramme, Austauschprogramme oder auch unsere englischsprachigen Graduiertenstudiengänge – da stelle ich mich auf die "study abroad fair" auf einer Messe mit einem Messestand und berate die Studierenden. Die kommen mit Interesse. Manche sind noch ganz unentschlossen. Die wissen noch nicht so recht, wie sie ihren Auslandsaufenthalt gestalten sollen. Das hat dann manchmal eher touristische Züge. Andere haben schon jahrelang deutsch studiert. Da geht´s dann eher darum, welches Programm passt, welche Hochschule die passende Hochschule ist, die Preise natürlich."

An einem typischen Messetag führe sie an die 100 Beratungsgespräche, sagt Andrea Adam. Neben den "study abroad fairs" besucht sie auch Karrieremessen, die sich an junge Wissenschaftler, Doktoranden und Post-Doktoranden richten. Das Ziel von LMU und FU: Forschungskooperationen mit Partnern in den USA herstellen. Da keine zentrale Buchführung existiert, gibt es keine verlässlichen Zahlen darüber, ob sich die Mühen der deutschen Hochschulkonsortien lohnen. Auf jeden Fall gibt es davon in New York sieben, die sich mit Büros im "German House" niedergelassen haben: Neben FU und LMU auch ConRuhr, die hessischen Universitäten, die Humboldt-Uni, RWTH Aachen und das Fachhochschulbündnis UAS7. Die ehemalige Journalistin Irmintraut Jost vertritt die Universität Heidelberg.

"Die feiert im nächsten Jahr 625-jähriges Jubiläum, und das ist für die Amerikaner schon sehr beeindruckend. Das ist ja, ein bisschen übertrieben, fast dreimal so alt wie die USA."

Auch die hervorragenden Rankings der Universität Heidelberg sind bei der Vermarktung in den USA hilfreich. Da allerdings nur ab und zu Anfragen von Studierenden und Lehrenden an das Verbindungsbüro gestellt werden, ist Irmintraut Jost in erster Linie pro-aktiv unterwegs.

"Wir haben Ende 2008 einen Alumni-Club USA gegründet, "Heidelberg Alumni USA", kurz HAUS, und haben inzwischen zehn regionale Chapter aufgebaut, und sind auch dabei, Kanada aufzubauen."

Die Alumni-Arbeit, ein Schwerpunktthema, gehe weit über das Fundraising hinaus, betont Jost.

"Die Alumni sind ja auch Botschafter für die Universität Heidelberg. Viele sind im akademischen Bereich gelandet und können an ihren Universitäten Kontakte für die Universität Heidelberg herstellen, für Kooperationen oder auch Studentenaustausch oder auch Praktika zur Verfügung stellen in ihren Unternehmen, zum Beispiel für Studenten in Heidelberg."

Die unmittelbare Nähe zu den anderen deutschen Institutionen erleichtert für die Verbindungsbüros das "fundraising" und das "friend-raising" in den USA. Denn das "German House" in New York beherbergt außerdem das Generalkonsulat, den DAAD und das erst kürzlich gegründete "German Center for Research and Innovation".

Weitere Informationen gibt es beim Alumni-Club USA der Universität Heidelberg und beim Deutschen Akademischen Auslandsdienst.

Zur Überblicksseite der Schwerpunktsendung "Nachricht von den Außenposten - Wie arbeiten deutsche Hochschulableger im Ausland und wie erfolgreich sind sie?"

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