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StartseiteHintergrundFurcht vor einem Flächenbrand01.06.2004

Furcht vor einem Flächenbrand

Der Dauerkonflikt im Sudan

Es ist ein gespenstischer Anblick, den die beiden Schauspieler an diesem Morgen abgeben. Im Stechschritt marschieren Abubakr und Gamal durch das Klassenzimmer der Universität Khartum: Vor und zurück, von Wand zu Wand, wie Gefangene in einem Käfig. Dabei brüllen sie Kasernenbefehle, die als Echo von den nackten Wänden hallen. Untermalt wird die makabere Vorstellung durch eine schrille Geige. In wenigen Tagen soll das Stück mit dem Titel "Equivalency" zur Aufführung kommen.

Von Ludger Schadomsky

Humanitäre Katastrophe im Sudan (AP)
Humanitäre Katastrophe im Sudan (AP)
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"Drama for Peace" - "Theater für den Frieden", nennt sich die Initiative, die der sudanesische Dramaturg Abulgassim 1998 ins Leben gerufen hat. Wie die meisten seiner Stücke handelt auch "Equivalency" vom Krieg im Sudan, genauer, von der Verrohung und den psychischen Schäden, die die junge Generation der Sudanesen durch ein Leben im permanenten Ausnahmezustand davonträgt. Am Beispiel von Asim und Salim thematisiert "Equivalency" die Zwangsrekrutierung junger Männer durch die islamistische Regierung für den Krieg gegen den Süden.

Die beiden Protagonisten sind Asim und Salim. Sie leben gemeinsam in einem Apartment. Jeden Tag geht einer von ihnen zum Markt, um Lebensmittel einzukaufen. Das ist gefährlich. Für sie ist die Wohnung der einzig sichere Platz auf der Welt. Durch die Anspannung ist ihr Nervensystem völlig ruiniert und es dauert nicht lange, bis es zu Gewalt kommt. Sie reden wirres Zeug – wie man das aus dem Theater von Samuel Beckett kennt. Wir werden das Stück der Regierung vorspielen: Jetzt geht es ja auf den Frieden zu, und deshalb müssen wir mit der Kriegskultur in diesem Land aufräumen. Und ein Teil dieser Kriegskultur sind die psychologischen Schäden, die unsere jungen Leute davon getragen haben.

Sudans Geschichte seit der Unabhängigkeit 1956 ist geprägt von Krieg und Gewalt. 1958, nur zwei Jahre nach der Unabhängigkeit, der Militärputsch gegen die zivile Regierung. Dann, 1962, der erste Aufstand des Südens gegen den Norden, der 1983 mit der Einführung der Sharia durch die islamistische Regierung außer Kontrolle gerät. Eineinhalb Millionen Menschen sind seitdem umgekommen und vier Millionen zu Flüchtlingen geworden. Deren Schicksal thematisieren Gor und seine Schauspieler von der pädagogischen Fakultät der Universität in ihren Stücken.

Angesichts der Repressionen, denen Oppositionelle und Menschenrechtsgruppen durch das Regime in Khartum ausgesetzt sind, ist es ein kleines Wunder, dass die Initiative "Theater für den Frieden" nach wie vor existiert. Denn Gor hält der Regierungsclique ungeschminkt den Spiegel vor, und strebt kreativ nach Lösungen: Wo die sudanesische Regierung Spannungen zwischen Vertretern verschiedner Volksgruppen und Religionsgemeinschaften instrumentalisiert, da zieht Gor mit seiner Schauspieltruppe durch die Dörfer im Grenzgebiet zwischen Nord und Süd, um auf spielerischem Weg Frieden und Versöhnung zu predigen.

In der vergangenen Woche nun haben Regierung und Rebellen der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLM) mit der Unterzeichnung dreier Rahmenabkommen einen ersten Schritt auf dem Weg zu einem umfassenden Friedensabkommen gemacht. Zuvor hatte man in zweijährigen Verhandlungen Einigung über den Status der Hauptstadt Khartum und dreier umstrittener Provinzen sowie die Rolle des mächtigen SPLM-Chefs John Garang erzielt. Das bislang vorliegende Vertragswerk sieht vor, dass die Öl-Einnahmen geteilt, es eine gemeinsame Währung, aber weiterhin zwei separate Streitkräfte geben wird. Nach einer sechsjährigen Autonomie kann der Südsudan in einem Referendum 2010 entscheiden, ob er in einem Verbund mit dem Norden bleiben möchte. Im Juli soll nun in Washington ein abschließendes Friedensdokument unterzeichnet werden.

Doch während Unterhändler und Diplomaten am Verhandlungsort außerhalb Nairobis die Sektkorken knallen ließen, warnten Beobachter vor zu großem Optimismus. Denn die Kämpfe in der westlichen Darfur-Region könnten einen Friedensschluss zwischen dem Norden und dem Süden zu Makulatur werden lassen. Mit einem Wort: Ohne Frieden in Darfur – und eine nationale Lösung für die von der Zentraleregierung sträflich vernachlässigten Provinzen – wird es keinen dauerhaften Frieden im Sudan geben.

Just in der Woche, als Regierung und SPLM um das Kleingedruckte im Vertrag feilschten, da drangen die ersten Fernsehbilder aus Darfur an die Öffentlichkeit: Ausgemergelte Flüchtlinge, totes Vieh, geplünderte Dörfer: 350.000 Menschen sind nach Einschätzung von Hilfsorganisationen in den kommenden Monaten vom Hungertod bedroht, schon macht angesichts des Massenmordes afrikanischer Bevölkerungsgruppen durch arabischstämmige Jenjaweed-Milizen und mit ihnen verbündete Regierungstruppen das Wort "Ruanda" die Runde.

Die Sozialarbeiterin und Frauenrechtlerin Amna El Agib stammt aus dem Darfur. Bei einem Besuch ihrer Heimat konnte sie sich gerade ein Bild von dem Massenelend machen, das die Vereinten Nationen als das derzeit gravierendste Flüchtlingsdrama bezeichnen.

Sie misshandeln und töten, es ist ein Völkermord im Gange, ich möchte sagen , dass es sich um ethnische Säuberung handelt. Bevor ich es mit eigenen Augen in meinem Heimatdorf gesehen habe, habe ich geglaubt, es wird überrieben, aber jetzt weiß ich, dass alle Berichte stimmen. Die Flüchtlingslager, die ich besucht habe, sind voller Frauen und Kinder. Die Frauen werden auf abscheuliche Weise vergewaltigt, die Kinder entführt. In einem Lager sind allein im vergangenen Monat 192 gestorben, die Mehrzahl von ihnen Kinder. Von 10 Familien sind in acht Fällen nur noch die Frauen als Haushaltsvorstand übrig.

Krieg, Vertreibung, Massenelend: Der Sudan kommt nicht zur Ruhe. Schon warnen Beobachter vor einem Flächenbrand und dem Auseinanderbrechen von Afrikas größtem Flächenstaat. Einer der Ersten war bereits 2003 der ehemalige Bundesinnenminister und Sonderberichterstatter der UN für den Sudan, Gerhart Baum

Es ist eine große humanitäre Katastrophe und ein seit Monaten vergessener Krieg, das muss ich noch mal in aller Bitterkeit sagen, dass die ersten alarmierenden Berichte bereits im Januar vorgelegen haben, und dass die Hilfsorganisationen, die NGOs und auch ich selber gewarnt haben, aber es ist monatelang nichts passiert. Das heißt, wir haben aus diesen schrecklichen Erfahrungen der letzten Jahre – ich nenne nur Ruanda – nichts gelernt. In meinen letzten Berichten an die UN im Jahre 2002 und 2003 habe ich davor gewarnt, dass dort ein neuer Krisenherd entsteht, der politische Ursachen hat. Nun haben wir eine Katastrophe, und müssen in erster Linie helfen, d.h. wir müssen sehen, dass der Waffenstillstand durchgesetzt wird, ..., aber bisher hält der Waffenstillstand nicht, und das bedeutet, dass für Hunderttausende von Menschen Hilfe nicht zur Verfügung steht. Die Helfer kommen einfach an die Menschen nicht heran. Und das ist eine menschliche Katastrophe.

Vor nicht ganz zwei Monaten entschuldigte sich UN-Generalsekretär Kofi Annan für die Versäumnisse der Staatengemeinschaft in Ruanda, [als man 1994 trotz entsprechender Warnungen tatenlos dem Mord an 800.000 Menschen zusah]. Nun also Sudan: Trotz zahlreicher Warnungen hat man sich erst zu Beginn dieses Monats mit Darfur beschäftigt, doch da waren schon 10.000 Menschen gestorben und die Möglichkeit, rechtzeitig vor der Regensaison eine Hilfslogistik aufzubauen, vertan.

Vor allem der Verhandlungsführer USA bestand auf einer Abkopplung der Friedensgespräche zwischen Nord und Süd von den Entwicklungen im Darfur. Ein folgenschwerer Fehler, wie sich jetzt erweist: Das Abkommen etwa über die Aufteilung der Öleinnahmen zwischen dem Norden und dem Süden oder die Verteilung der Posten in einer Übergangsregierung hat in anderen Landesteilen Begehrlichkeiten geweckt. Schon seit langem fühlt man sich dort von der Regierungsclique in Khartum vernachlässigt. Und so könnten sich nach den Darfuris auch andere Volksgruppen, etwa im Osten, in der Provinz Kordofan oder in Zentralsudan, erheben. Damit wäre die Einheit Sudans kaum noch aufrechtzuerhalten, sagt der ehemalige UN-Sonderberichterstatter Gerhart Baum:

Die Warnungen sind sehr alt, auch meine Warnungen, dass dieser Frieden keinen Bestand hat, wenn die anderen Regionen des Landes und die anderen Gruppen des Landes nicht miteinbezogen werden. Es gibt neben Darfur andere Regionen, die ähnlich denken, bis zum Roten Meer hin, und wenn die sich verbinden und verbünden, dann wird es im Sudan dunkel werden, dann wird der Zusammenhalt des Landes in Gefahr geraten. Dieser an sich sehr positive Friedensprozess zwischen Nord und Süd ist dann wirklich nichts wert, wenn man die anderen Konfliktherde nicht ebenfalls befriedet, und es war ein großer Fehler auch einiger westlicher Mediatoren Anfang des Jahres, darunter die USA, zu sagen wir machen erst den Frieden Nord Süd und klammern das andere aus. Wir haben alle davor gewarnt, und das Ergebnis haben wir jetzt vor Augen.

Beobachter schätzen, dass es im Sudan derzeit etwa dreißig bewaffnete Rebellengruppen gibt. All diese Gruppen sind bei den Verhandlungen in Kenia leer ausgegangen: ein schlechtes Vorzeichen für einen dauerhaften Frieden, sagt Khalid Ibrahim. Ibrahim ist der führende Kopf des Justice and Equality Movement, einer der beiden Rebellengruppen in Darfur, die sich Anfang 2003 gegen die Regierung in Khartum erhoben:

Dieser Friedensschluss ist unvollständig und wird keinen Frieden für den ganzen Sudan bringen. Es mag sein, dass er dem Süden einen vorläufigen Frieden bescheren wird und dass der sich eines Tages abspalten wird. Aber die ganze Friedensdiskussion dreht sich ausschließlich um die Frage Nord-Süd. Dabei gibt es ganz unterschiedliche politische, soziale und kulturelle Hintergründe: das gilt für die Provinz Kórdofan, für den Osten wie für Zentralsudan. Der Norden, der die wirtschaftliche und politische Kontrolle im Land ausübt seit der Unabhängigkeit 1956 und der jetzt am Verhandlungstisch sitzt - der repräsentiert doch nur eine Minderheit .Wir anderen, wir stellen die marginalisierte Mehrheit im Land dar. Aber dennoch sind wir nicht Teil des Friedensabkommens. Deshalb glaube ich nicht, dass das Abkommen von Naivasha das Problem der Macht- und Güterverteilung im Sudan lösen kann – und ich glaube auch nicht, dass es den Krieg stoppen wird – im Gegenteil, ich glaube, dass sich der Krieg in den Osten erstrecken wird, nach Kordofan und dass auch die Kämpfe in Darfur weiter eskalieren werden. Deshalb fordern wir eine umfassende politische Lösung – wir wollen keine halben Sachen.

Die Motivation der sudanesischen Regierung ist klar: Man will in Darfur keinen Präzedenzfall für andere Gruppen schaffen, deshalb werden die Aufständischen mit aller Brutalität verfolgt. Doch warum schweigt die Internationale Gemeinschaft. Noch immer zögert der Sicherheitsrat, Sanktionen gegen Khartum zu verhängen – das einzig wirksame Druckmittel gegenüber der regierenden Clique um Präsident al Bashir. Gerhart Baum kennt die Beweggründe:

Es gibt Kräfte, die den Sudan unterstützen. Das ist z.B. Russland, das sich verletzbar fühlt wegen Tschetschenien, das ist China, immer ein Alliierter von Staaten, die in Schwierigkeiten kommen wegen ihrer Menschenrechtspraktiken, es auch keine einheitliche Front in Europa: Es gibt europäische Staaten, die dem Regime in Khartum näher stehen als andere, und die sehr geschickte sudanesische Regierung versucht, vor dem Hintergrund dieser für den Westen nicht positiven Situation, der Gespaltenheit, zu operieren. Hinzu kommt etwas ganz Schreckliches: Die Amerikaner, die sehr fordernd und förderlich waren im Sudan, auch bis zum Schluss eigentlich in Darfur in der Menschenrechtskommission, haben sich völlig zurückgezogen, wohl aus Angst, dass sonst das Irak-Thema in den internationalen Gremien eine größere Rolle spielen würde.

Dabei hatte es zeitweise so ausgesehen, als sollte nach Jahren der Eiszeit politisches Tauwetter in Khartum einziehen. Ende der 90er als Schurkenstaat gebrandmarkt und wegen vermeintlicher Giftgas-Produktion bombardiert, hatte sich das Verhältnis zwischen Khartum und Washington zuletzt entspannt: Khartum gelobte Besserung im Kampf gegen den Terror, amerikanische Firmen standen bereit, um das Monopol der Asiaten in der Exploration der reichen Ölvorkommen Sudans zu brechen.

Doch setzt dreht sich der Wind in Khartum wieder: Das merkt vor allem die unabhängige Presse. Die englischsprachige Oppositionszeitung "Khartoum Monitors" wurde unlängst zum siebten Mal verboten.

Inzwischen ist der Monitor wieder zugelassen, doch Chefredakteur Alfred Taban hat einen Grossteil seiner Redakteure verloren – eine Zermürbungstaktik der Regierung. Wenn der Chefredakteur in diesen Tagen die Friedensverhandlungen im Blatt kommentiert, dann meist skeptisch.

Ich glaube, dass es sehr schwierig sein wird, das Friedensabkommen von Naivasha aufrechtzuerhalten, wenn es nicht ein wie auch immer geartete Lösung für Darfur gibt. Die Kämpfe in Darfur haben einen unmittelbaren Einfluss auf den Friedensprozess im Südsudan gehabt. Deshalb ist es unabdingbar, dass eine Lösung für Darfur gefunden wird- anders lässt sich der Frieden im Süden nicht retten.

Dieser alte Mann vom Volk der Dinka aus dem Südsudan trägt einen Lobgesang auf die Bor, die Rinder, vor, die der ganze Stolz der viehzüchtenden Völker des Südens sind. Die Menschen hier sind überwiegend Anhänger von Naturreligionen oder christlichen Glaubens.

Das Lied des Alten handelt auch vom Verlust der einst so großen Herden an die arabischen Reitermilizen des Nordens, die immer wieder in die Dörfer im Süden eingefallen sind und Frauen und Vieh geraubt haben.

Immer wieder ist der Sudan-Konflikt als ein religiöser interpretiert worden, in dem der christlich-animistische Süden gegen die Vorherrschaft einer arabisch-muslimischen Clique im Norden kämpft. Doch ist der Krieg in Afrikas größtem Flächenstaat weit vielschichtiger: Es geht neben Religion um Öl, Weidegründe, geopolitische Interessen und, ganz einfach, um Macht. Das beweisen ständig wechselnde Allianzen über die Religionsgrenzen hinweg genauso wie die Tatsache, dass die mit Khartum verbündeten arabischen Reitermilizen nicht zögern, Moscheen ihrer afrikanischen Glaubensbrüder in Brand zu stecken.

All dies muss ins Kalkül ziehen, wer ernsthaft von einem dauerhaften Frieden Im Sudan redet. Längst hat der 21 Jahre alte Konflikt zudem einen regionalen Charakter angenommen. So sind die Nachbarn Uganda, Tschad, Somalia, Kenia und Ägypten mehr oder weniger unmittelbar involviert.

Von einem befriedeten Sudan, darüber sind sich Beobachter einig, könnten erhebliche positive Signale in die Region strahlen. Washington könnte darauf verzichten, die Nachbarn Uganda und Äthiopien gegen ein vermeintliches Schurkenregime in Khartum aufzurüsten, wie es dies in den vergangenen Jahren mit katastrophalen Folgen für die gesamte Region getan hat.

Zunächst aber braucht es einen ernst gemeinten Nationalen Dialog im Sudan selbst. Dazu wiederum braucht es die Einbindung aller Akteure und gesellschaftspolitisch relevanten Gruppen. Dies ist eines der großen Versäumnisse der aktuellen Friedensverhandlungen. Die Bevölkerung ist nicht involviert worden.

Der Vorwurf, die sudanesische Zivilgesellschaft sei in den Friedensprozess nicht einbezogen worden, fällt bei Vertretern von Nichtregierungs- und Menschenrechtsgruppen auf fruchtbaren Boden. Emam Ahmed El Khawad ist Mitglied der "Sudanese Women Initiative for Peace Association" in Khartum.

Die Verhandlungen finden nur zwischen der SPLA und der Regierung statt. Die Zivilgesellschaften sind allesamt ausgeschlossen von dem Prozess. Das wird die Nachhaltigkeit des Friedensabkommen bedrohen, denn es wird nur zwischen den beiden Parteien abgeschlossen werden. Deshalb machen wir uns stark für eine Überführung der Verhandlungen von Zweiparteiengesprächen zu nationalen Verhandlungen.

Die Zukunftsszenarien, die in diesen Tagen entwickelt werden, könnten unterschiedlicher nicht sein: Optimisten glauben, das Abkommen mit dem Süden könnte als Vorlage für Verhandlungen mit den Darfuris und eventuellen anderen Aufständischen dienen. Nachdem SPLM-Führer John Garang andeutete, die fast sicher geglaubte Abspaltung 2010 vielleicht doch nicht vollziehen zu wollen, könnte damit ein Sudan in den Grenzen von 1956 gewahrt bleiben. Doch es überwiegt die Zahl derer, die von einem Nord-Süd-Abkommen nur schwache Impulse, und eine Ausweitung des Konfliktes im Westen auf das gesamte Land befürchten.
Einer von ihnen ist Gerhart Baum:

Ich fürchte einen Flächenbrand, wenn jetzt nicht alles unternommen wird, um zu politischen Lösungen, Gesprächen zu gelangen. Gleichzeitig muss der Waffenstillstand durchgesetzt werden, und da genügt es nicht, diese Überwachung den afrikanischen Staaten zu überlassen. Wenn man jetzt stehen bleibt und sich nicht mit den politischen Ursachen befasst, dann wird es eine Katastrophe ohne Ende mit einer möglichen Folge der Destabilisierung des ganzen Landes. Dann bricht das Land auseinander.

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