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StartseiteSport AktuellAntiisraelische Parolen im Stadion23.07.2014

FussballAntiisraelische Parolen im Stadion

Seit dem erneuten Ausbruch des Gaza-Konflikts kommt es auch in Deutschland vermehrt zu antiisraelischen Demonstrationen. Nun wurde ein Freundschaftsspiel zwischen einer Dortmunder Jugendauswahl und der U19 des israelischen Vereins Maccabi Netanya von Rechtsextremen gestört.

Von Victoria Reith

Fußballerbeine auf dem Trainingsplatz (dpa/picture alliance/DENNIS M. SABANGAN)
Fußballerbeine auf dem Trainingsplatz (dpa/picture alliance/DENNIS M. SABANGAN)
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Schon als die beiden Mannschaften auf das Spielfeld kamen, rollten 14 Rechtsextremisten drei Palästinafahnen auf. Einige von ihnen skandierten antiisraelische Parolen, so die Dortmunder Polizei.

Der Veranstalter des Spiels, die Interessengemeinschaft Lütgendortmunder Vereine und Verbände, forderte die Rechtsextremen daraufhin auf, ihre zum Teil judenfeindlichen Rufe einzustellen. Andernfalls würde er sie des Stadions verweisen.

Genau das geschah dann in der Halbzeit mithilfe der Polizei. Widerstand vonseiten der 14 Rechtsextremen habe es nicht gegeben. Da nach jetzigem Stand die Parolen der Rechten keine strafbaren Äußerungen war, drohen der Gruppe bislang keine weiteren Konsequenzen.

Im Gegenzug aber erstattete einer der Rechten jedoch Anzeige. Er sei im Zuge des Spiels beleidigt worden.

Partnerstädte seit mehr als 30 Jahren

Der Chef des Gastgeber-Vereins, Reinhard Sack, sagte dem Deutschlandfunk, dass die Jugendspieler von Maccabi Netanya sich nicht haben verunsichern lassen. Für sie seien die Vorkommnisse Randerscheinungen gewesen. Gastfreundschaft habe überwogen.

Der Vorstand der jüdischen Kultusgemeinde in Dortmund, Zwi Rappoport, sagte hingegen den Ruhrnachrichten, die Jugendlichen seien erstaunt und erschüttert gewesen. Netanya und Dortmund sind seit mehr als 30 Jahren Partnerstädte.

Seit dem Ausbruch des Konflikts im Gazastreifen kommt es in Deutschland und europäischen Großstädten vermehrt zu antiisraelischen Demonstrationen. Die Berliner Polizei hatte vor wenigen Tagen eine judenfeindliche Parole verboten, die vermehrt auf Demonstrationen gerufen wurde.

 

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