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Fußball-BundesligaUntersuchung: kein Heimvorteil bei "Geisterspielen"

Blick in das leere Schwarzwald Stadion des SC Freiburg. (Avanti/Ralf Poller)
Geisterspiele bieten Gästemannschaften einen Vorteil. (Avanti/Ralf Poller)

Einer Untersuchung der Universität Tilburg zufolge haben die Partien ohne Zuschauer in der Fußball-Bundesliga die Gästemannschaft begünstigt.

Der Mathematik-Professor John Einmahl verglich die Saison 2018/2019 mit der geteilten Saison 2019/2020, vor und nach Corona. Vergangene Saison schossen die Heimtams 123 Tore mehr als die Gästemannschaften. In der aktuellen Saison vor der Corona-Pause schossen die Heimteams an 25 Spieltagen 54 Tore mehr, an den letzten neun Spieltagen aber sogar 20 Tore weniger. Von den 82 Spielen nach Neubeginn der Saison gewannen die Heimteams nur 26, die Gästemannschaft 37. 19 Spiele endeten Unentschieden. Eindahl sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die Zuschauer spielen eine immense Rolle, und es scheint, dass hoch bezahlte Fußballprofis weniger kaltblütig sind als erwartet."

Der Taktik-Experte Tobias Escher sagte im Deutschlandfunk, eine Erkenntnis sei, dass sich durch die Coronakrise "die Verhältnisse zementiert" hätten. Klubs, die heimstark seien und mit den Zuschauern im Rücken einen Vorteil hätten, seien ausgebremst worden. Dies habe man bei Schalke 04 und auch Union Berlin beobachten können. Die Coronakrise habe deutlich gemacht, was für ein finanzielles Ungleichgewicht in der Bundesliga herrsche. Die Top 5 der letzten Saison seien auch die Top 5 in dieser Spielzeit.