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StartseiteSport AktuellGeschacher bei UEFA-Präsidentenwahl05.09.2016

FußballGeschacher bei UEFA-Präsidentenwahl

Der Slowene Aleksander Čeferin will neuer Präsident des europäischen Fußballverbands UEFA werden. Vor der Wahl am 14. September versammeln sich seine Unterstützer hinter ihm, über mögliche Deals wird berichtet. Dabei spielt auch die Vergabe der EM 2024 eine entscheidende Rolle.

Von Robert Kempe

Aleksander Ceferin will neuer UEFA-Präsident werden (dpa / picture alliance / Igor Kupljenik)
Aleksander Ceferin will neuer UEFA-Präsident werden (dpa / picture alliance / Igor Kupljenik)
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Es ist ein Wahlkampf, bei dem wie üblich im Sport in Hinterzimmern geschachert wird. Und bei der Wahl des neuen UEFA-Präsidenten wird schon länger schmutzig gespielt. Der Slowene Aleksander Čeferin gilt derzeit als Favorit auf die UEFA-Präsidentschaft. Wohl auch wegen eines wichtigen Unterstützers: FIFA-Präsident Gianni Infantino soll Einfluss genommen haben.

Wie die niederländischen Zeitung "De Volkskrant" schon vor einigen Wochen berichtete, hat Infantinos neuer strategischer Berater, der Norweger Kjetil Siem, schon im Mai am Rande des Finals der Champions League die nordischen Verbände im Namen Infantinos aufgefordert, den Slowenen Čeferin zu unterstützen. Die FIFA bestreitet dies. Weißt darauf hin, dass der Norweger zu diesem Zeitpunkt noch Angestellter des norwegischen Fußballverbandes war und noch nicht der FIFA. Infantino habe keine Favoriten.

EM 2024 als Dankeschön für Wahl-Unterstützung

Fakt ist: Bereits ungewöhnlich früh am 3. Juni - also drei Monate vor der Wahl - gaben die Fußballverbände aus Dänemark, Finnland, Schweden und Norwegen bekannt, Čeferin zu unterstützen.

Jetzt berichtet das norwegische Magazin "Josimar" über weitere Details und Absprachen dieses Meetings im Mai. So soll Alexander Čeferin persönlich bei dem Treffen der nordischen Verbände teilgenommen haben. Dem schwedischen Verbandschef sei als Gegenleistung ein Sitz im UEFA-Vorstand versprochen worden. Außerdem, so das norwegische Magazin, soll den nordischen Ländern zugesichert worden sein, die Euro 2024 oder 2028 ausrichten zu können. Solche Deals - nicht unbekannt in Europa. Schon die Vergabe der EM 2012 nach Polen und in die Ukraine gilt als Dankeschön Michel Platinis für seine Wahlhelfer bei der UEFA-Präsidentschaftswahl 2007.

Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden wollen sich genauso wie der DFB um das Turnier 2024 bewerben. Der DFB hatte am Freitag erklärt, seine Stimme Čeferin zu geben. Die Wahl wird am 14. September in Athen stattfinden.

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