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FußballZwei Iraner und ein Israeli in einem Verein

Das Foto zeigt den iranischen Spieler Ehsan Hajsafi, der für Olympiakos Piräus antritt, hier in einem Freundschaftsspiel gegen Göztepe SK. (imago sportfoto)
Das Foto zeigt den iranischen Spieler Ehsan Hajsafi, der ebenso bei Olympiakos Piräus unter Vertrag steht wie der Israeli Bibras Natcho. (imago sportfoto)

Beim griechischen Fußballverein Olympiakos Piräus kommt es zu einer politisch brisanten Spielerkombination.

Der Club hat nicht nur den iranischen Nationalspieler Ehsan Hajsafi verpflichtet, sondern vor ein paar Tagen auch den israelischen Nationalspieler Bibras Natcho. Hajsafi war vorher bei Panionios Athen unter Vertrag, Natcho kommt ablösefrei von ZSKA Moskau. Zudem spielt bei Piräus schon seit einem Jahr der Iraner Karim Ansarifard.

Das Problem: Der Iran und Israel sind politische Erzfeinde. Iranische Sportler dürfen seit der islamischen Revolution von 1979 nicht gegen israelische Gegner antreten. Ein Novum ist es aber, dass nun zwei Iraner und ein Israeli in einem Team spielen. Die Deutsche Presse-Agentur schreibt, ein gemeinsamer Jubel der beiden bei einem Tor für Piräus wäre für die Führung in Teheran ein "Horrorszenario". Deshalb könne es durchaus passieren, dass Hajsafi seinen Vertrag auf Druck aus dem Iran wieder kündigt. Ob das auch für Ansarifard gelten könnte, schreibt dpa aber nicht.

Wie ernst das Szenario ist, hat sich vor einem Jahr gezeigt: Damals wurden Hajsafi und sein Teamkollege Masoud Shojaei für eine Weile von der iranischen Nationalelf ausgeschlossen, weil sie mit Panionios Athen gegen Maccabi Tel Aviv gespielt hatten. Beide durften dann aber zurück in die Nationalelf und spielten auch bei der WM in Russland mit.