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G20-TreffenNachhaltige Wirtschaft im Mittelpunkt

Der G20-Gipfel findet unter dem Vorsitz Saudi Arabiens statt. (dpa-news / Saudi Press Agency)
Der G20-Gipfel findet unter dem Vorsitz Saudi Arabiens statt. (dpa-news / Saudi Press Agency)

Beim virtuellen G20-Treffen befassen sich die Staats- und Regierungschefs am heutigen zweiten Tag mit den Themen Klimawandel und nachhaltige Wirtschaft. Einschlägige Beschlüsse werden aber nicht erwartet. Der Grund dafür ist der Ausstieg der USA unter Präsident Trump aus dem Pariser UNO-Klimaabkommen zur Reduzierung von Treibhausgasen.

Dennoch erklärte König Salman von Saudi-Arabien gestern in seiner Eröffnungsrede für die virtuelle Zusammenkunft der führenden Industrie- und Schwellenländer, der heutige zweite Tag solle im Zeichen einer nachhaltigeren Wirtschaft stehen. Es gehe um Wiederverwertung und Verringerung des Einsatzes von Ressourcen, weniger Abfall, Kohlenstoffemissionen und Energieverschwendung.

König Salman verlangte, dass die G20 die internationale Gemeinschaft beim Erhalt und beim Schutz der Umwelt anführten. Man trete deshalb für den Kampf gegen Landnahme ein, für den Erhalt von Korallenriffen und für den Erhalt biologischer Vielfalt, um ein starkes Signal für mehr Engagement zum Schutz des Planeten zu senden.

Beschlüsse zur Corona-Politik erwartet

Konkreter wird der Umgang mit der Corona-Pandemie behandelt. In einem Entwurf zur Abschlusserklärung des Treffens sichern die G20-Staats- und Regierungschefs ärmeren Ländern den Zugang zu Corona-Impfstoffen, Medikamenten und Tests zu: Die Gruppe werde keine Mühen scheuen, dass alle Menschen einen "bezahlbaren und gerechten" Zugang zu den Mitteln bekämen, heißt es in dem Papier.

Zuvor hatte unter anderem der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros, eine faire weltweite Verteilung von Corona-Impfstoffen gefordert. Diese sei die Voraussetzung zur Eindämmung der Pandemie und für eine schnellere Erholung der Weltwirtschaft, sagte Tedros in der Videoschalte mit den beteiligten Staats- und Regierungschefs. Den G20-Ländern komme dabei eine besondere Verantwortung zu.

Bundeskanzlerin Merkel warb bei dem Treffen für eine Beteiligung an der internationalen Impfstoff-Initiative Covax. Ziel der Initiative ist, bis Ende 2021 weltweit zwei Milliarden Impfdosen zu verteilen. Die bisher dafür eingezahlten Mittel reichten noch nicht aus, sagte Merkel in ihrer vorab aufgezeichneten Videobotschaft. Ihren Angaben zufolge kamen bisher knapp fünf Milliarden US-Dollar zusammen, Deutschland beteiligt sich mit gut einer halben Milliarde Dollar.

Russlands Präsident Putin sagte der internationalen Gemeinschaft unterdessen einen breiten Zugang zu Corona-Impfstoffen zu. Sein Land sei bereit, seine drei entwickelten Präparate bedürftigen Staaten zur Verfügung zu stellen. Russland hat bislang für keinen seiner Impfstoffe eine internationale Zulassung.

Menschenrechte nur am Rande Thema

Angesichts der vielfach kritisierten Menschenrechtslage in Saudi-Arabien organisierten Aktivisten einen Gegen-Gipfel zum Treffen, das ursprünglich in Riad stattfinden sollte. Angehörige von in Saudi-Arabien inhaftierten Oppositionellen forderten dabei von den Vertretern der teilnehmenden Staaten, Saudi-Arabien wegen der Verletzung der Menschenrechte stärker unter Druck zu setzen.

Aus Regierungskreisen in Berlin hieß es, die Frage der Menschenrechte werde beim G20-Gipfel nicht öffentlich thematisiert, sondern nur in bilateralen Gesprächen.

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+ Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
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+ Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
+ Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 14.11.)
+ Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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Diese Nachricht wurde am 22.11.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.