Dienstag, 22.10.2019
 
Seit 00:05 Uhr Fazit
StartseiteAtelier neuer MusikMusic to end all music15.06.2019

Galina Ustwolskaja zum 100. GeburtstagMusic to end all music

Äußerste Gegensätze zeichnen die Musik von Galina Ustwolskaja aus. Charakteristisch sind gepanzerte Klavierakkorde, verlorene Einzelintervalle, das entlegene Brummen von Kontrabässen, und schwere Hammerschläge, die jede Spur musikalischer Syntax zerschmettern.

Von Ingo Dorfmüller

(Archiv Sikorski)
Eines der nur wenigen Biildnisse der Komponistin (Archiv Sikorski)

Galina Ustwolskajas drei schlicht "Komposition" genannte Werke entstanden zwischen 1970 und 1975, wurden aber erst in den 1990er Jahren außerhalb Russlands bekannt. Seither sind die Diskussionen um diese "Musik der Extreme" nie ganz verstummt.

Doch während Ustwolskajas Klavierwerke allmählich Bestandteil des modernen Repertoires werden, sind ihre größten und konsequentesten Entwürfe kaum noch zu hören. Die drei "Kompositionen" und die an diese anschließenden vier "Symphonien" (1979–90) sind allesamt Werke rituellen Charakters - im strengen Sinne nicht religiös, aber definitiv spirituell. 

Erratische Blöcke, kaum vermittelbar

Es ist eine Musik, die sich ideologischer Vereinnahmung ebenso widersetzt wie dem schnellen Konsum und der Routine des Musikbetriebs. Weder in der Sowjetunion, wo Ustwolskajas Musik zeitweise verboten waren, noch im Westen, wo sie nach anfänglicher Begeisterung bald ignoriert wurden, waren diese Kompositionen vermittelbar.

Diese Sendung finden Sie nach Ausstrahlung sieben Tage lang in unserer Mediathek.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk