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StartseiteVerbrauchertippWas man beim Brunnenbau beachten muss14.08.2018

GartenbewässerungWas man beim Brunnenbau beachten muss

Die Kosten für Trinkwasser sind seit 2005 drastisch gestiegen - und damit auch die Abwasserkosten. Eigenes Grundwasser per Brunnen fördern, ist darum vor allem für Gartenbesitzer eine interessante Idee. Doch welche Brunnen eignen sich für welches Gelände?

Von Annette Eversberg

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Blumen giessen, Garten, bewässern (imago / blickwinkel / R. Schoenenberg)
Mit dem eigenen Grundwasser den Garten bewässern, das möchten viele Grundstücksbesitzer - doch je tiefer die Bohrung, desto teurer wird es. (imago / blickwinkel / R. Schoenenberg)
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Wer einen Brunnen zur ausschließlichen Bewässerung im Garten haben möchte, sollte zunächst die Frage der Genehmigung prüfen. Ob eine Genehmigung oder nur eine Anmeldung nötig ist, erfährt man bei den jeweiligen Umweltämtern oder der Unteren Wasserbehörde der Gemeinde oder des Kreises. Im Kreis Coesfeld gilt beispielsweise folgende Regel, erklärt Hermann Mollenhauer von der Unteren Wasserbehörde des Kreises.

"Brunnen brauche ich nur dann anzumelden, wenn über den Gartenwasserbedarf hinaus Wasser entnommen werden soll, zur Bewässerung von Kulturen bei den landwirtschaftlichen Betrieben, dann muss eine Wasserentnahme angezeigt werden."

Bedingungen für Bohrungen nach Wasser

In anderen Kommunen können allerdings andere Regeln gelten. Grundwasser fließt in Schichten unter der Erde. An welcher Stelle sich diese Grundwasserschichten befinden, hängt von den jeweiligen Bodenverhältnissen der Region ab, in der man wohnt. Danach richtet sich auch, wie tief man bohren darf, erklärt der Wasserfachmann.

"Wir haben Bereiche, da steht das Grundwasser relativ oberflächennah, ein oder eineinhalb Meter unter der Oberfläche. Wir haben aber auch Bereiche, wo das Grundwasser 35 Meter und mehr unter der Geländeoberfläche anzutreffen ist."

Schachtbrunnen, Rammbrunnen oder Bohrbrunnen?

Als Brunnen stehen drei Varianten zur Verfügung. Der Klassiker ist der Schachtbrunnen. Mit hohem technischem Aufwand wird ein Schacht von etwa 1,10 Meter Durchmesser in den Boden getrieben, der mit Betonringen ausgekleidet wird. Aber er ist auch der Teuerste und kostet in der Regel 5.000 Euro und mehr. Trotzdem ist die Wassermenge nicht unbedingt höher als bei den anderen Varianten.

Preislich weit günstiger ist der Rammbrunnen, der schon für wenige hundert Euro zu haben ist, weiß Brunnenbaumeister Thomas Knoop von der Bundesfachgruppe Brunnenbau.

"Das sind Eisen- oder Stahlrohre, die unten rein gerammt werden, die aber den großen Nachteil haben, dass sie keinen vernünftigen Bohrdurchmesser haben, das heißt, der Durchmesser ist immer entscheidend für die Anströmung des Wassers."

Als derzeit beste Variante gilt, so der Brunnenbaumeister, der Bohrbrunnen, der mit Hilfe eines Stahlrohres von bis zu 30 Zentimetern Durchmesser in den Boden getrieben wird.

Je tiefer der Brunnen, desto höher die Baukosten

"Es wird runter gebohrt und dann wird ein PVC-Rohr hineingesetzt, das im unteren Bereich geschlitzt ist als Filter. Der Ringraum zwischen dem Durchmesser des Stahlrohres und des PVC-Rohres wird mit Kies ausgefüllt. Und nach oben wird dann abgedichtet, so dass das PVC im Boden verbleibt und das Wasser daran anströmen kann, und man daraus pumpen kann."

Je tiefer der Brunnen, desto höher die Baukosten. Sie liegen meist zwischen 1.200 und 5.000 Euro. Trotzdem kann sich so ein Bohrbrunnen schon in wenigen Jahren amortisieren.

"Es lohnt sich wirklich, wenn ich eine große Fläche zu bewässern habe oder einen Gartenteich. Wenn ich jeden Tag drei Kubikmeter Wasser in einen Teich füllen muss, dann würde sich so ein Brunnen lohnen."

Für jedes Brunnenwasser braucht man eine Pumpe. Liegt der Grundwasserspiegel nur wenige Meter unter der Oberfläche, reicht eine preiswerte Handpumpe, die zwischen 70 und 150 Euro kostet. Damit kann man aber das Wasser nur eimerweise fördern. Mit dem Schlauch kann man nur wässern, wenn man das Wasser mit einer Elektropumpe fördert.

Wasserqualität wegen Auswirkungen auf Fische prüfen lassen

"Die bringen schon richtig Leistung bis zu zwei Kubikmeter in der Stunde."

Jeder darf so viel Wasser entnehmen, wie er für das eigene Grundstück und den Garten benötigt. Weitergaben an den Nachbarn sind nicht erlaubt.

Eine Prüfung der Wasserqualität für die Gartenbewässerung ist nicht vorgeschrieben. Dennoch rät Thomas Knoop von der Bundesfachgruppe Brunnenbau, die Wasserqualität prüfen zu lassen, wenn man einen Fischteich damit versorgen will. Denn nicht alle Fische können zum Beispiel einen hohen Eisen- und Mangangehalt vertragen.

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