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StartseiteVerbrauchertippWalzenhäcksler schneiden besser ab29.07.2019

Gartenhäcksler im TestWalzenhäcksler schneiden besser ab

Gartenhäcksler zerkleinern Gartenabfälle, die sich bestens als Rohmaterial für den Komposthaufen oder als Füllstoff für ein Hochbeet eignen. Die Stiftung Warentest hat 21 Geräte getestet - sie unterscheiden sich im System und vor allem in der Häckslerleistung.

Von Dieter Nürnberger

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Ein Mann zerkleinert den Baumschnitt mit einem Häcksler (picture alliance / dpa Themendienst)
Gartenhäcksler im Test: Bis auf eine Ausnahme erreichten alle Modelle bei der Sicherheitsprüfung eine gute Bewertung (picture alliance / dpa Themendienst)
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Relativ leise sind nur wenige Häcksler. Doch der Vorteil ist: Sie verarbeiten lästigen Gartenabfall direkt vor Ort. Das spart den Abtransport, sagt Warentester Reiner Metzger, und das, was letztlich zerkleinert oder zermalmt unten herauskommt, eignet sich als wertvoller Rohstoff:

"Sie kriegen schöne, kleine und gehäckselte Aststückchen. Und das ist für den Kompost oder für Hochbeete eine tolle Sache. Weil das alles auflockert und auch mehr Nährstoffe reinbringt."

Zwei unterschiedliche Systeme im Angebot

21 Gartenhäcksler untersuchte die Stiftung Warentest. Sie kosten zwischen rund 100 und 600 Euro. Im Handel werden zwei unterschiedliche Systeme angeboten. Während Messerhäcksler mit rotierenden Klingen eher kleine Holzschnipsel produzieren, zermalmen Walzenhäcksler Äste und Zweige zu etwas größeren Reststückchen. Der Hauptunterschied liegt in der Häckselleistung: Gutbewertete schafften im Praxistest in einer festgelegten Zeit die dreifache Menge:

"Wir hatten einige Häcksler dabei, die haben unsere Tester in den Wahnsinn getrieben. Die waren die ganze Zeit verstopft. Da sind Sie mehr am Auf- und Zumachen als am Häckseln. Bei den Messerhäckslern haben wir festgestellt, dass die im Schnitt sehr laut sind. Wenn Sie also Nachbarn haben, die empfindlich sind, lassen Sie die Finger weg von den Messerhäckslern. Das ist ein unheimlicher Lärm."

Walzenhäckslern schneiden besser ab

Unter den Messerhäckslern gab es nur eine gute Gesamtbewertung, bei den Walzenhäckslern hingegen war es mehr als die Hälfte des Testfelds. Die Walzenmodelle sind zudem weniger verschleißanfällig und halten auch länger: Warentester Reiner Metzger:

"Generell besser sind Walzenhäcksler. Die sind nicht so oft verstopft. Ihr Nachteil ist, sie kosten mehr. So einen Messerhäcksler kriegen sie ab rund 100 Euro. Da müssen Sie aber immer wieder die Messer neu schärfen oder austauschen. Messerhäcksler brauchen in den meisten Fällen auch länger. Also: Ein Walzenhäcksler ist gut, wenn Sie viel häckseln."

Bis auf eine Ausnahme erreichten alle Modelle bei der Sicherheitsprüfung eine gute Bewertung. Viele Häcksler stoppen beispielsweise automatisch, wenn der Fangkorb herausgezogen wird. Zudem schützt der Aufbau der Einfüllöffnungen die Hände.

"Die haben oben einen Schutz, da kann man nicht mehr so ohne Weiteres mit dem Finger reingreifen. Also fast alle sind sicher. Das ist bei manchen sogar schon ein Nachteil: Da gibt es so komplizierte Einführmechanismen, dass man die Äste vorbereiten muss. Das kosten auch wieder viel Zeit."

Ausleihen statt Kaufen

In jedem Fall empfehlen die Hersteller und die Stiftung Warentest das Tragen von Schutzbrille und Arbeitshandschuhen beim Häckseln. Reiner Metzger über die Testsieger:

"Diesmal haben wir "Bosch" als Testsieger - und zwar bei den Walzen- und den Messermodellen. Die sind aber relativ teuer. Da geht es ab rund 200 Euro los, man ist aber auch schnell bei 380 Euro. Er gibt auch sogenannte Preis-Leistungs-Sieger: "Güde" oder "Al-Ko" - die liegen zwischen 160 und 200 Euro. Da gibt es mal hier und da einen Nachteil, aber für jemanden, der nicht so viel häckselt, gehen die auch."

Und noch ein Hinweis: Wer über den Kauf eines Häckslers nachdenkt, kann sich vorher in vielen Baumärkten auch Gartenhäcksler für einen Tagespreis ausleihen und somit ausprobieren. Und sich danach für ein bestimmtes Modell entscheiden.

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