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StartseiteVerbrauchertippAusgetrockneten Rasen wiederbeleben05.09.2018

GartenpflegeAusgetrockneten Rasen wiederbeleben

Nach dem langen, dürren Sommer sind viele Rasenflächen stark ausgetrocknet. Wenn im Garten gar nichts mehr wächst, lohnt es sich, den Boden zu vertikutieren und neues Gras zu säen. Für kleinere braune Flecken gibt es sogenannte Rasen-Pflaster - die aber nur bedingt empfehlenswert sind.

Von Angelika Gördes-Giesen

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Blumen giessen, Garten, bewässern (imago / blickwinkel / R. Schoenenberg)
Viele Rasenflächen haben unter der Hitze gelitten und brauchen nun Pflege (imago / blickwinkel / R. Schoenenberg)
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Den Rasen im eigenen Garten zu wässern war in diesem heißen Sommer ein teures Vergnügen, es sei denn:

"Wir haben zum Glück einem Brunnen. Wir haben ihn genutzt, den Garten grün zu halten. Es ist bei diesem Wetter natürlich nur bedingt gelungen." - "Es ist ja kaum noch was drauf. Wir haben Rasen gemäht, das heißt braunes Heu mehr oder weniger bekommen und: wir hoffen!"

Stark ausgetrocknete Böden aufklockern

Wenn nur die Halme braun sind, aber die Pflanzen selbst noch leben, dann reicht es die Rasenflächen regelmäßig alle zwei bis drei Tage mit ca. zehn bis 15 Litern Wasser pro Quadratmeter zu bewässern. Falls es keinen ordentlichen Regen gibt, also etwa ein bis zwei Gießkannen. Wichtig ist es aber auch, in welchem Zustand der Boden ist, erklärt Klaus Müller-Beck, der sich als Rasenexperte um Fußballstadien und Golfplätze kümmert. Seine Erfahrung: Ein stark ausgetrockneter Boden sollte gelockert werden:

"Ich bin kein großer Freund des Vertikutierens, aber jetzt hat es sich der Vertikutierer bei mir extrem bewährt, weil ich die oberflächlichen drei bis fünf Millimeter angeritzt habe und das Wasser zieht jetzt in die Rillen ein."

Wenn der Rasen ganz abgestorben ist, hilft Bewässern alleine nicht. Harald Nonn von der deutschen Rasen-Gesellschaft rät deshalb zu einem einfachen Test:

"Man sticht ein Stück Rasen aus, legt das in einen Eimer Wasser und lässt sich das voll saugen, gießt dann das Wasser ab und wartet dann drei bis vier Tage und schaut dann, ob sich an diesem Rasenstück auf der Unterseite weiße Wurzeln bilden. Dann ist die Regenerationskraft im Rasen noch da."

Rasen-Pflaster oft zu teuer

Wenn nichts mehr wächst, sollte man jetzt im September nachsäen. Für kleine braune Flecken gibt es sogenannte Rasen-Pflaster. Das sind Fertigmischungen die Samen plus Dünger und ein Substrat enthalten, das Wasser aufnimmt. Diese Mischungen sind aber meist deutlich teurer als Saatgut. Rasenexperte Müller-Beck empfiehlt deshalb eine ganz normale Spiel- und Gebrauchsrasen–Mischung:

"Das bedeutet, dass man das alte, abgestorbene Material mit einem Tiefschnitt richtig tief abmäht, dann den Vertikutierer nimmt und dann die abgestorbenen Halmen auch noch raus zu vertikutieren, den Boden an der Oberfläche anzuritzen und dann nachzusäen."

Damit der Rasen optimal wächst, sollte der allerdings auch zum Boden passen. Für besonders schattige oder sandige Flächen gibt es spezielle Schatten- beziehungsweise Trockenrasen-Mischungen und Substrate, die den Humusgehalt des Bodens verbessern. Sein Tipp: Auf der Verpackung sollte die Abkürzung RSM für "Regel-Saatgut-Mischungen" stehen:

"Das sind geprüft Rasen-Mischungen, die in ihrer Komposition der einzelnen Mischungen ausgetestet sind und zu einem guten Rasenergebnis führen. Leider ist es immer noch so, dass wir Rasenmischungen finden, in denen landwirtschaftliche Sorten als Billigmacher enthalten sind. Bei guten Rasenmischungen würden 20 Gramm pro Quadratmeter ausreichen."

Rasenpflege nicht aufschieben

Die Rasenpflege zu verschieben, nach dem Motto: mal sehen, was im Frühjahr passiert, ist übrigens keine Alternative. Die Fläche wird im nächsten Jahr zwar meist schnell wieder grün, aber dann sind es meist Wildkräuter mit unerwünschtem Charakter, die den übrig gebliebenen Rasen verdrängen. Wer das verhindern möchte, sollte im Zweifelsfall schon das Unkraut jetzt entfernen, zum Beispiel den Löwenzahn ausstechen. Fehlen sollte außerdem auf keinen Fall das Düngen, so Harald Nonn:

"Es gibt sogenannte Starter-Dünger. Die enthalten relativ viel Phosphor. Die gibt man zur Einsaat und bei dem Herbstdünger muss eben viel Kalium drin sein. Jeder Dünger muss entsprechend deklariert sein, da gibt es gesetzliche Vorgaben und da steht drauf, was drin ist."

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