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Gedenken an KriegsendeBundespräsident warnt vor neuem Nationalismus

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält eine Rede während einer Kranzniederlegung zum 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs teil. (dpa-news / Reuters-Pool / Hannibal Hanschke)
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier warnt angesichts des Weltkriegsgedenken vor Hass und Hetze. (dpa-news / Reuters-Pool / Hannibal Hanschke)

Am 75. Jahrestag des Kriegsendes in Europa hat Bundespräsident Steinmeier vor einem neuen Nationalismus gewarnt.

Er sagte bei der zentralen Gedenkveranstaltung in Berlin, die Deutschen müssten sich gegen die Faszination des Autoritären, gegen die Feindseligkeit zwischen den Ländern sowie gegen Hass und Hetze behaupten. Dies seien die alten bösen Geister in einem neuen Gewand, die das Wesen der Demokratie zerstörten. Zudem appellierte das Staatsoberhaupt an die junge Generation, die Erinnerung zu bewahren. Er sagte wörtlich "Es gibt kein Ende des Erinnerns. Es gibt keine Erlösung von unserer Geschichte".

In einem ökumenischen Fernsehgottesdienst aus dem Berliner Dom wandten sich auch die beiden großen christlichen Kirchen Deutschlands gegen Forderungen nach einem Schlusstrich unter das Gedenken. Man sei gegenüber der Welt schuldig geworden, hieß es in der Predigt. Daraus resultiere eine deutsche Verantwortung für die Bewahrung des Friedens.

Diese Nachricht wurde am 08.05.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.