Mittwoch, 22.09.2021
 
Seit 02:00 Uhr Nachrichten
StartseiteSport AktuellEtappe im Zeichen von Terroropfern06.07.2021

Gedenken bei der Tour de FranceEtappe im Zeichen von Terroropfern

Bei der 11. Etappe der Tour de France am Mittwoch machen die Tour-Organisatoren auf die Anliegen von Attentatsopfern in aller Welt aufmerksam. Die Strecke führt über den Mont Ventoux. Die Radfahrer erklimmen ihn beim Rennen, die Terroropfer mussten nach den Taten ihren persönlichen Berg bezwingen, wie ein Betroffener erzählt.

Von Tom Mustroph

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Der Mont Serein Ventoux in der Provence in Frankreich (IMAGO / agefotostock)
Der Mont Ventoux in der Provence (IMAGO / agefotostock)
Mehr zum Thema

Tour de France Gemischte Eindrücke vom Grand Depart

Doppelsieg bei der Tour de France Slowenien im Radsport-Rausch

Bilanz der Tour de France "Eine absolut gelungene Tour"

Der Mont Ventoux erhielt an diesem Dienstag besonderen Besuch. Unter den vielen Radamateuren, die traditionell einen Tag vor den Tour-de-France-Teilnehmern den Riesen der Provence erklimmen, befand sich auch eine gemischte Gruppe mit Personen auf Rennrädern, E-Bikes und Rollstühlen.

"Wir sind elf Attentatsopfer, die symbolisch alle anderen auf der Welt vertreten. Wir sind Opfer sehr unterschiedlicher Attentate aus unterschiedlichen Ecken der Welt", erzählt Guillaume Denoix de Saint Marc. Er selbst verlor seinen Vater bei einem Bombenattentat auf ein Flugzeug im September 1989. Später gründete er eine französische Opferorganisation, die jetzt die Aktion am Mont Ventoux gemeinsam mit ihrer europäischen Partnerorganisation durchführt. Der Ritt auf den Berg soll auf die Situation von Terroropfern aufmerksam machen und auch für Spendengelder sorgen. Der Mont Ventoux spielt dabei eine symbolische Rolle.

Terroropfer haben ihren persönlichen Mont Ventoux bezwungen

"Was wir zeigen wollen, ist, dass Terroropfer, um wieder in der Gesellschaft anzukommen, ihren ganz persönlichen Mont Ventoux bezwingen müssen. Man muss viel Kraft aufbringen, Höhen und Tiefen durchschreiten, um dort anzugelangen, dass man akzeptiert, was man erlebt hat, dass man es in sein Leben integriert und positive Dinge macht. Das nimmt viel Zeit in Anspruch", erklärt Denoix de Saint Marc. Er selbst hat den Berg vier Mal in seinem Leben bezwungen.

"Ich würde sagen, mein erster Mont Ventoux war es, mich selbst wieder aufzurichten. Der zweite war, Verhandlungen mit dem Sohn des Attentäters meines Vaters aufzunehmen, es war der Sohn von Gadaffi, damit Libyen die Verantwortung für das Attentat übernimmt. Der dritte war es, ein Denkmal in der Wüste von Ténéré zu errichten. Und der vierte Aufstieg zum Mont Ventoux war, die französische Organisation zur Unterstützung von Terroropfern zu gründen, um zu helfen, dass andere Opfer wieder die Kontrolle über ihr Leben bekommen." Jetzt, das fünfte Mal, und das erste Mal mit dem Rad, war im Vergleich die leichteste Übung.

11. Tour-Etappe unter dem Motto der Opferorganisationen

Die Organisatoren der Tour de France unterstützen das Anliegen der Terroropfer. Sie haben die 11. Etappe, die am Mittwoch über den Berg führt, ganz unter das Motto der Opferorganisationen gestellt. Die elf Ventoux-Bezwinger sind am Tag der Profis dann auch Ehrengäste im Ziel.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk