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StartseiteVerbrauchertippRegeln zum Kauf von Gold 17.03.2021

GeldanlageRegeln zum Kauf von Gold

Durch die Coronakrise ist die Nachfrage nach Gold gestiegen. 2020 kauften die Deutschen Barren und Münzen im Wert von 7,5 Milliarden Euro als Geldanlage. Beim Kauf sollten Verbraucher einige Regeln beachten, um nicht auf Falschgold hereinzufallen.

Von Detlev Karg

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Goldbarren-Imitate in einer Reihe.  (dpa Themendienst)
Experten warnen vor Falschgold. Verbraucher sollten deswegen nie im Internet oder von privat kaufen. (dpa Themendienst)
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"Ich stelle im Rahmen der Beratung durchaus fest, dass Leute kommen, die sagen, ich habe aufgrund der staatlichen Ausgaben Angst, dass die Inflationsraten stark ansteigen, um dann eben die Schulden entsprechend wieder abzubauen, und deswegen möchte ich Gold kaufen," schildert Christoph Hommel. Er ist Anlageexperte bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Über 163 Tonnen Gold kauften die Deutschen als Wertanlage im Jahr 2020, ein absoluter Rekord, laut dem World Gold Council. Gegenwert derzeit: rund 7,5 Milliarden Euro. Es geht also um viel Spargeld.

Erste Regel: Nicht im Internet kaufen 

Wo aber Gold kaufen? Erste Regel: Nie auf Internetplattformen oder von privat. Denn nur allzu leicht gerät man so an Falschgold, schildert Wolfgang Wrzesniok, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Fragold in Dietzenbach und nennt eine Quelle: "Wer heute auf einschlägige chinesische Internetmarktplätze geht, der wird sehen, dass sehr viele Barren und Münzen bekannter Unternehmen zum niedrigen Preis angeboten werden. Und die finden von Zeit zu Zeit ihren Weg nach Deutschland, und das verleitet dann Betrüger, sie hier als Echtgold anzubieten. Was dann dazu führt, dass manche Anleger viel zu viel Geld für solche Fälschungen bezahlen, weil sie denken, dass es echtes Gold ist." 

Wohlgemerkt, der Kauf ist legal, da die Barren und Münzen ja als Fälschungen gekennzeichnet sind. Und natürlich lässt sich solche Ware in China, etwa über den Marktplatz Alibaba, leicht bestellen und liefern. Wer physisches Gold haben möchte, sollte es generell also nur bei verlässlichen Quellen kaufen und nicht in zu kleinen Größen.

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Zweite Regel: Angebote vergleichen

Hier greift dann Regel Nummer zwei, wie Verbraucherschützer Christoph Hommel erklärt: "Das heißt, man zahlt ziemlich hohe Aufschläge je kleiner die Einheiten sind. Deswegen ist es wichtig, dass man vergleicht und nicht beim erstbesten Händler kauft, sondern dass man sich verschiedene Angebote einholt." Der Weg zur Bank ist der klassische, aber, so der Rat des Goldexperten Wolfgang Wrzesniok: "Das kann eine Bank sein. Das hat vielleicht Nachteile, weil man es nicht gleich mitnehmen kann oder weil es teurer ist. Das kann aber auch einer der klassischen Goldhändler sein. Auch da kann man auf verschiedene Faktoren achten, etwa dass sie schon länger im Geschäft sind, dass sie einen bekannten Namen haben, dass man das Gold auch selbst abholen kann, und es spricht nichts dagegen, Gold auch im Internet zu kaufen – eben bei einer solchen verlässlichen Adresse." 

Doch auch hier heißt es: Augen auf beim Goldkauf. Bei sinnvollen Größen, also einer Unze oder einem 100-Gramm-Barren, sollte der faire Aufschlag nicht mehr als sieben Prozent betragen. Ein Beispiel: Zum Zeitpunkt an dem dieser Beitrag entstand, kostete eine Unze Feingold an der Londoner Börse rund 1.400 Euro. Bei der Degussa, dem bekanntesten deutschen Goldhändler, war eine entsprechende Münze, ein Krügerrand, für rund 1.500 Euro zu haben. Ein anderer, ebenfalls seriöser Händler in Süddeutschland verlangte zum gleichen Zeitpunkt jedoch 1.600 Euro für die gleiche Münze.

Fazit: Wer Gold als Anlage kauft, sollte strikt vergleichen und nie privat kaufen.

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