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Gemeinsame ErklärungSchulmediziner fordern strengere Regulierung von Traditioneller Chinesischer Medizin

Frau bei Moxatherapie mit Moxa-Nadeln (model-released) Copyright: xMEVx ALLMVME2011 Woman at with Moxa Needles Model released Copyright xMEVx ALLMVME2011 (imago stock&people)
Frau bei Moxatherapie mit Moxa-Nadeln (imago stock&people)

Führende europäische Mediziner fordern eine strengere Regulierung von Traditioneller Chinesischer Medizin. Sie warnen in diesem Zusammenhang vor einer Anerkennung nicht wissenschaftlich überprüfter Therapien, die bisweilen schädlich sein könnten.

In einer gemeinsamen Erklärung rufen die "Federation of European Academies of Medicine" (FEAM) und das "European Academies’ Science Advisory Council" die Weltgesundheitsorganisation auf, deutlicher zu machen, wie chinesische Medizin und ähnliche Therapien angewandt werden sollten.

Die WHO hatte Anfang des Jahres in das Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen, kurz ICD, ein Kapitel über chinesische Behandlungsmethoden aufgenommen. Dazu zählen unter anderem pflanzliche Heilmittel, Tai Chi oder Akkupunktur. Die Mediziner befürchten, dass damit Behandlungsmethoden gebilligt würden, für deren Wirksamkeit es keine Belege gebe. Es bestehe das Risiko, dass schwerkranke Patienten dadurch zu spät oder gar nicht zu einem Schulmediziner gingen. Der Präsident der FEAM, George Griffin, betonte die Bedeutung evidenzbasierter Medizin. Man verabreiche keine Medikamente oder verordne chirurgische Eingriffe, wenn es dafür keine wissenschaftlichen Belege gebe, dass diese auch wirkten und einen Schaden anrichteten. Griffin sagte, man habe das Gefühl, ein Großteil der Medikamente in der Traditionellen Chinesischen Medizin unterliege keiner ausreichenden Kontrolle und Regulierung. Sie würden nicht auf Giftstoffe untersucht und könnten sogar schädlich sein.

Die Wissenschaftler räumten ein, dass die chinesische Medizin auch erfolgreiche Behandlungsmethoden hervorgebracht habe. Aber deshalb dürfe nicht alles unkritisch akzeptiert werden. Es gehe hier um signifikante finanzielle Interessen.