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StartseiteAtelier neuer MusikKaum verhüllte Zuspitzungen11.01.2020

Georg Katzers Lied-ZyklenKaum verhüllte Zuspitzungen

Seine wenigen Liedzyklen haben es in sich: Immer geht es um Existenzielles darin. Immer reicht die emotionale Spannweite vom Heiter-Satirischen bis zum bittersten Ernst. Im Zentrum der Miniaturen steht stets das lyrische Wort – Georg Katzer verleiht ihm theatrale Dimension.

Von Ingo Dorfmüller

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Der Komponist sitzt an einem Schreibtisch mit Notenblatt und kleiner Trommel, die er antippt. (Georg Katzer / Angelika Katzer)
Georg Katzer bei der Komposition von "....... ergo sum" für das ensemble 20/21 (Georg Katzer / Angelika Katzer)

1984 sang Roswitha Trexler, Spezialistin für zeitgenössisches Vokalschaffen aus Ostberlin, in Paris Georg Katzers Heine-Lieder. 2019 haben Elisabeth Dopheide, Maria Yulin und Nigel Thean, allesamt Studierende an der Musikhochschule Hannover, Katzers 7 Lieder für Stimme, Klavier und Violoncello posthum uraufgeführt und im Deutschlandfunk Kammermusiksaal produziert.

In den Jahrzehnten dazwischen entfaltete sich nun allerdings kein überbordendes Liedschaffen – Katzer war ja kein zweiter Schubert. Aber seine wenigen Liedzyklen sind im Gesamt-Oeuvre nicht zu unterschätzen. Immer geht es um Existenzielles darin, gespiegelt an der Figur und der Erfahrung des gegenwärtigen Künstlers. 

Ausgangspunkt vieler Miniaturen war das hellsichtige Wort – anders als manche seiner Kollegen machte Georg Katzer es beim Komponieren nicht etwa unkenntlich und unverständlich, vielmehr schärfte er seinen Sinn, politisierte ihn, spitzte ihn musikalisch noch zu. Autor Ingo Dorfmüller bringt dieses ganz eigene deutschsprachige Liedschaffen in Erinnerung und stellt Frühes und Letztes gegenüber.

Diese Sendung können Sie nach Ausstrahlung 30 Tage lang anhören.

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