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StartseiteVerbrauchertippMusikspieler für Kinder oft zu laut04.11.2019

Geräte im TestMusikspieler für Kinder oft zu laut

Musik-Abspielgeräte sind kinderleicht zu bedienen - aber oft bedenklich laut für die Ohren der Kleinen, wie die Stiftung Warentest festgestellt hat. Der Testsieger aus 13 Geräten ist aus Holz - und ein mangelhaftes Gerät ist dabei, bei dem ein Schadstoff an den Bedienknöpfen nachgewiesen wurde.

Von Dieter Nürnberger

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Der Hörbert ist ein MP3 Player aus Holz für Kinder (imago images / Horst Rudel)
Mediziner empfehlen für Kinderohren eine Lautstärke von maximal 75 Dezibel (imago images / Horst Rudel)
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Natürlich sind die technischen, sprich digitalen, Entwicklungen auch an den Kindermusikspielern nicht spurlos vorbeigegangen. Bei einem Modell beispielsweise gibt es keine Tasten oder Knöpfe mehr. Es müssen lediglich kleine, comicartige Spielfiguren auf eine Kontaktfläche des Geräts gestellt werden - und wie von Zauberhand beginnt ein Musikstück oder ein Hörspiel. Andere Modelle eigenen sich durch mitgelieferte Mikrophone bestens für Karaoke. Spaß für die Kleinsten ist also garantiert, sagt Warentesterin Sandra Schwarz:

"Die Geräte sind heutzutage relativ bunt - nicht nur von außen, sondern sozusagen auch innendrin. Konkret: Man kann beispielsweise über einen USB-Stick oder auch über einen Streaming-Dienst recht einfach Inhalte auf diesen Geräten abspielen. Es ist eben nicht mehr nur der Klassiker, wie man es von früher kennt, wo einfach eine Scheibe eingelegt wurde und es losging."

Geräte getestet - auch von Kindern

Bei den meisten der 13 Kindermusikspielern ist aber noch ein CD-Spieler integriert, auch wenn die Silberscheiben in Kinderhänden wohl recht schnell zerkratzen können. Nicht nur erwachsene Elektronikexperten prüften die 13 Testgeräte, sondern auch die Zielgruppe selbst.

"Die Kinder sind in der Regel sehr viel pfiffiger als wir Erwachsenen. Die sind so schnell dabei und begreifen das. Sie hatten richtig Spaß und auch keine Schwierigkeiten. Wir haben die Geräte beispielsweise auch herunterfallen lassen, mehrmals. Bei einigen Geräten ist dann tatsächlich etwas kaputtgegangen. Aber keines davon war so beeinträchtigt, dass es hinterher nicht mehr gespielt hat. Alles in allem sind sie recht kindertauglich."

Über den empfohlenen 75 Dezibel

Kindertauglich ja, aber in den meisten Fällen nichts für zarte Kinderohren. Denn schon in den Grundeinstellungen der Lautsprecher oder auch - wenn vorhanden - an den Anschlüssen für die Kopfhörer haben es die Hersteller wohl zu gut gemeint. Gesundheitsexperten empfehlen für Kinderohren eine maximale Lautstärke von 75 Dezibel. Doch oft wurde mehr gemessen:

"Elf von 13 Kindermusikspielern, die wir geprüft haben, waren zu laut. Das lag bei drei Geräten an den Lautsprechern. Bei acht Modellen lag das aber am Kopfhörereingang. Eltern sollten vorher auf jeden Fall mal testen, wie laut es denn ist."

Nicht kindgerecht war auf jedem Fall der Labornachweis des Schadstoffs Naphthalin. Es betrifft das Modell "Kids Unicorn Edition" von "Big Ben". Kritische Mengen des als krebserregend geltenden Schadstoffs wurden ausgerechnet in den Bedienknöpfen nachgewiesen. Hier heißt das Urteil "mangelhaft".

Preise von 50 bis 239 Euro

Die meisten Kindermusikspieler kamen über ein "ausreichend" nicht hinaus – vor allem, weil sie zu laut waren. Warentesterin Sandra Schwarz:

"Das einzige gut bewertete Gerät des Tests ist tatsächlich aus Holz. Es ist in einem Familienbetrieb in Baden-Württemberg gefertigt - der Anbieter wirbt mit Nachhaltigkeit, das hat unseren Test allerdings nicht beeinflusst. Aber: Dieses Modell hat überhaupt kein Problem mit der Lautstärke, es lässt sich leicht bedienen und ist top verarbeitet. Leider das teuerste Gerät in der Untersuchung."

Der Testsieger, das Modell "Hörbert" des Herstellers "Winzki" kostet stolze 239 Euro. Deutlich günstiger sind da die noch beiden mit "befriedigend" bewerteten Modelle "Avengers" von "Lexibook" für 50 Euro und die derzeit recht populäre "Toniebox" von "Boxine" für knapp 80 Euro. Letzterer übrigens jener Kindermusikspieler, der mit den kleinen Comicfiguren als Datenträger arbeitet. Die allerdings kosten mit je 15 Euro nicht gerade wenig.

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