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Geschäftsmäßige SterbehilfePalliativverbände plädieren für Schmerztherapien

15.07.2010, Nordrhein-Westfalen, Deutschland - Hospiz. Die Hand einer Pflegerin haelt die Hand eines sterbenden Mannes. (QF, ältere, älterer, berühren, Berührung, bettlägerig, europäisch, Fürsorge, fürsorglich, Hände, häusliche Pflege, Menschenwürde, menschenwürdiges Sterben, Nähe, trösten) 00X110715D001.JPG MODEL RELEASE: YES,RELEASE: (imago stock&people)
Die Hand einer Pflegerin hält die Hand eines Sterbenden (imago stock&people)

Vor dem Bundesverfassungsgericht haben heute die Hospiz- und Palliativverbände ihre Sichtweisen über ein Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe dargelegt.

Der Vorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes, Hardinghaus, warb in Karlsruhe für die bestehenden Möglichkeiten, schwer kranken Menschen durch Schmerztherapie zu helfen. Eine Lockerung des Paragrafen 217, der geschäftsmäßige Sterbehilfe unter Strafe stellt, sei nicht geboten.

Anderer Ansicht ist der Palliativmediziner Gian D. Borasi. Er sagte im Deutschlandfunk, Sterbehilfe müsse für Menschen zugelassen werden, die am Ende ihres Lebens extrem litten. Andernfalls lasse man diese Menschen würdelos leiden. Außerdem drohe die Gefahr, dass sie durch unbegleiteten Suizid andere Unbeteiligte in Mitleidenschaft rissen.

Das Bundesverfassungsgericht muss über mehrere Klagen von schwer erkrankten Menschen, Medizinerinnen und Ärzten sowie Sterbehilfevereinen entscheiden. Die Beschwerden richten sich gegen den Paragrafen 217 des Strafgesetzbuches, der 2015 eingeführt wurde und die geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung verbietet. Die Klagenden berufen sich auf ihr allgemeines Persönlichkeitsrecht und leiten daraus ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben ab. Ein Urteil wird erst in einigen Monaten erwartet.