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StartseiteHintergrundGeschichte aktuell: Vor 50 Jahren:17.06.2003

Geschichte aktuell: Vor 50 Jahren:

Der Tote von Rathenow oder: Wer war Wilhelm Hagedorn ?

Ed Stuhler

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Ich fuhr früh zum Zentralkomitee von der Kielblockstraße aus, Berlin Lichtenberg, Kielblockstraße haben wir damals gewohnt, zum Zentralkomitee. Und da lud mich sofort Walter Ulbricht ein, mit ihm im Panzerwagen zu fahren nach Berlin Karlshorst zur sowjetischen Militäradministration. Als wir dort hinkamen, ja, da traf ich zum ersten Mal Marschall Gretschko. Der war ja schon beschäftigt mit der Ausarbeitung der Einsatzpläne. Als wir hinkamen, war es ganz offensichtlich, dass es in Berlin schon starke Unruhen gab in Verbindung mit der großen Manifestation der Bauarbeiter Stalinallee, der großen Manifestation. Jedenfalls gab’s einen Lagebericht, das ging alles sehr schnell, und im Ergebnis des Lageberichtes, ja, wurde dann also bekannt, ja, dass ab soundsoviel Uhr, ich glaube 13.00 Uhr, verhängt wird der Ausnahmezustand über Berlin, Halle, Leipzig, Magdeburg und eine Reihe andere Städte der DDR.

Im Interview mit dem Liedermacher Reinhold Andert erinnerte sich Erich Honecker im Frühjahr 1990 an den 17. Juni 1953. Ursprünglich nicht für Sendezwecke aufgezeichnet, ist das Interview trotz seiner schlechten Tonqualität aufschlußreich, enthüllt es doch die Selbsttäuschung des einstigen SED-Generalsekretärs - oder den Versuch, mittels Legendenbildung seinen Gesprächspartner zu täuschen:

Es wurde dann festgelegt, wer als Bevollmächtigte in die einzelnen Bezirke fährt. Ich fuhr als Bevollmächtigter des Zentralkomitees nach Potsdam. Nun, also in Potsdam, Bez. Potsdam, gab es erstens Mal ein ganz schlimmes Ereignis. Dort hat die Konterrevolution also einen Arbeiter in einer andern Fabrik also totgeschlagen und ihn durch die Straßen noch geschleift, die Menschenmenge.

Demonstrierende Arbeiter erschlagen einen Arbeiter? Und schleifen den Toten dann durch die Straßen Rathenows? Der DDR-Rundfunk gedenkt im Juni 1953 des Toten:

Und jetzt stehen wir hier oben auf dem Weinberg, auf dem Kommunalfriedhof von Rathenow, sehen hinunter auf die Stadt. Neben uns Berge von Kränzen und Blumen. Ein frisch aufgeworfener Erdhügel. Hier hat er seine letzte Ruhestätte gefunden: Wilhelm Hagedorn, ein unermüdlicher Funktionär der Arbeiterbewegung. Am 17. Juni von faschistisch verhetzten Horden bestialisch ermordet.

Die sogenannten "Rädelsführer" sind schnell gefasst und werden noch im Juni vor dem Bezirksgericht Potsdam angeklagt. Die Staatsanwältin:

Der landwirtschaftliche Traktorist Werner Reinelt, der Arbeiter Horst Sieberling, die Berufslose Franziska May, der Einschalerlehrling Erhard Moritz und der Lagerleiter Hans Thiem werden angeklagt: Die Beschuldigten Reinelt und Sieberling am 17.6.1953 in Rathenow gemeinschaftlich handelnd als Mörder grausam einen Menschen getötet zu haben. In Tateinheit damit Mordhetze gegen demokratische Politiker und durch Erfindung und Verbreitung tendenziöser Gerüchte den Frieden des deutschen Volkes gefährdet zu haben. Beide Angeklagte haben den Funktionär der sozialistischen Einheitspartei Deutschlands und Leiter des HO-Betriebsschutzes in Rathenow, Wilhelm Hagedorn aus Rathenow, unter wüsten Beschimpfungen und Hetzreden schwer misshandelt und damit seinen Tod herbeigeführt. Die Beschuldigte Franziska May wird am 17. Juni 1953 in Rathenow angeklagt, den Beschuldigten Reinelt und Sieberling zu einem Mord angestiftet zu haben. In Tateinheit Mordhetze gegen demokratische Politiker, und durch Erfindung und Verbreitung tendenziöser Gerüchte den Frieden des deutschen Volkes gefährdet zu haben.

Wer war dieser Wilhelm Hagedorn tatsächlich?

Wer war Hagedorn? Hagedorn war ein Mensch, der sein Leben eingesetzt hat, immer, für die Ziele der Arbeiterklasse, der sein Leben vor 1933 der Arbeiterklasse gewidmet hatte, der seinerzeit schon Mitglied des fortschrittlichsten Teils der Arbeiterklasse, der Kommunistischen Partei war. Und der auch nach 1945 genau gewusst hat und sofort gewusst hat, wo sein Platz ist: In den Reihen der Arbeiterklasse.

Ein bisschen viel Arbeiterklasse. Leiter des Betriebsschutzes der volkseigenen Handelsorganisation HO und Funktionär der SED. Aber was für ein Funktionär? Einer der Kollegen Wilhelm Hagedorns in der Gedenksendung des DDR-Rundfunks:

Wir vom Betriebsschutz, wir werden nicht eher ruhen, bis wir auch den letzten von diesem Gesindel, von den feigen Mördern, die unsern Genossen Hagedorn auf dem Gewissen haben, dahin gebracht haben, wo sie auch hingehören.

Der Betriebsschutz einer kleinen HO-Verkaufsstelle in Rathenow will "Gesindel" jagen und bestrafen? Hagedorns Sohn Günther, 1953 22 Jahre alt, in der gleichen Sendung:

Ich kann es noch nicht fassen, dass mein Vater aus den Reihen der Arbeiterpartei gerissen wurde, und darum habe ich den Antrag gestellt, als Kandidat der Sozialistischen Einheitspartei aufgenommen zu werden. Und ich werde die Lücke meines Vaters mit schließen und werde dort stehen, wo mein Vater viele Jahre in der Partei gestanden hat.

Aber wo ist dieser Platz? Nie, weder in der Gerichtsverhandlung, noch in der Gedenksendung des DDR-Rundfunks, wird öffentlich ausgesprochen, welcher Tätigkeit Wilhelm Hagedorn tatsächlich nachging. In der Rathenower Bevölkerung dagegen ist sein Wirken allzu gut bekannt. Erika Gutjahr, Jahrgang 1916, Stadtchronistin und pensionierte Lehrerin für Deutsch und Kunsterziehung:

Der war bei der Miliz. Stasi genannt wurde es ja nicht. Bei Hagedorns Zeiten haben wir immer von der Miliz gesprochen, oder NKWD. … Das waren die Russen. Das waren nur die Russen. Die deutsche Kripo hatte ja nichts zu sagen. Die waren auch nicht bewaffnet. Also das ging über die Russen. Na ja, die Russen, das muss man denn verstehen, wenn die deutsche Helfer hatten, die haben natürlich den Deutschen sofort geglaubt. Und wenn der gesagt hat, es war ein Staatsfeind und der war Faschist, dann haben die gesagt, das ist ein Deutscher, und nach ihrer eigenen Mentalität wahrscheinlich haben die angenommen, dann stimmt’s. Von Anfang an war ein Großteil der Bevölkerung böse auf Hagedorn und hat ihn als Verbrecher bezeichnet, und das war er auch. Also ich meine, auf eine ganz vage Beschuldigung hin, derjenige, bei uns war’s so, der war in der Partei gewesen, in der NSDAP gewesen, hatte es verschwiegen, hat also gelogen, ist also ein Staatsfeind. Und das war alles. Und dann gab’s ja keinerlei irgendwelche Verfahren und gab keine Mitteilungen an die Verwandten. Die sind ja verhungert. Die sind verhungert in Workuta, die sind verhungert in unseren Lagern. Die sind nicht vergast, die sind nicht vergiftet oder was – die Leute sind einfach verhungert in den Lagern. Fünf Jahre später kriegte man einen Totenschein, ja? Das war alles. Aus Waldheim. In unser’m Fall.

Und dann, über 50 Jahre nach dem Verschwinden ihres Mannes, überwältigt sie die Erinnerung:

Ja, der hat meine Kinder vaterlos gemacht. Ich kann darüber nicht reden. Ich hab’s noch nicht verarbeitet. (weint) Ich kann nicht drüber reden. Waldheim. Ich habe nun auch eine ganze Menge zusammengesucht. Von den wenigen, die wiedergekommen sind, mussten unterschreiben, sie dürfen nicht drüber reden, und es ist überhaupt nicht mehr aufzulisten, wie viel Menschen es waren. Es waren Hunderte in Rathenow. Und es hieß, sie sind heimlich nach dem Westen abgehauen, in Wahrheit sind sie in den selben Lagern, die die Hitlerleute eingerichtet haben, umgekommen. Und die dann wiederkamen, die haben den Mund zusammengekniffen, die wollten das nicht noch mal erleben. Jetzt komme ich nicht auf den, der war Schuster bei uns in der Straße, der ist aus Religionsgründen verhaftet worden nach 45 und der ist todkrank wiedergekommen, ist kurze Zeit danach gestorben. Und die Töchter, die hab ich mehrfach befragt. Die sagen, ja, meine Mutter hat nichts erzählt. Mein Vater schon gar nicht. Und wenn wir gefragt haben, haben sie beide geschwiegen, haben nicht ja und nicht nein gesagt …

Honecker:

Dort hat die Konterrevolution also einen Arbeiter in einer andern Fabrik also totgeschlagen und ihn durch die Straßen noch geschleift, die Menschenmenge.

Siegfried Bartel:

Das ist Lüge, das ist Lüge, das ist Spinnerei. Dass sie ihn geschleift haben. Der ist gelaufen, alleine, den hat man nicht geschleift. Das hab ich selber gesehen. Der ist gelaufen. Nichts mit "Zu Tode geschleift". Da wird immer was aufgebaut und so, das brauchte man vielleicht so irgendwie in der damaligen Zeit.

Siegfried Bartel, beobachtet als 29jähriger die Ereignisse aus nächster Nähe:

Ich war am 17. Juni, ich habe für den VEB Bau Rathenow das ehemalige Buschgelände in der Fabrikenstraße, da haben wir mit zwei LKWs gefahren für die Enttrümmerung. Und zwar war die oberste Etage durch Einwirkung von Feuer war der Beton angegriffen und musste abgetragen werden. Und da stand ich mit meinem Kollegen, dem Martin Hausmann oben. Und da sahen wir aus der Brandenburger Straße eine Marschkolonne kommen, also Milower, Brandenburger, dann kamen welche aus der Ferbelliner Straße, die kamen vom Norden her, also vom Markt her, aus allen Seiten strömten riesige Kolonnen. Ich habe schon mehrere große Veranstaltungen oder Massen in Rathenow gesehen, ob in der Nazizeit oder nun hinterher, nach dem Krieg. Aber das war eine der größten Aufläufe. Ich glaube, da ist kaum einer in seiner Wohnung geblieben. Es war, jeder war da irgendwie dran beteiligt. Und man hoffte ja auch, ne Veränderung dadurch herbeizuführen.

Aus dem Plädoyer der Staatsanwältin:

Hagedorn sollte das Opfer dieser Meute werden. Man forderte, Hagedorn sollte kommen, man zog hin zur Handelsorganisation, wo er als Leiter des Betriebsschutzes tätig war, und forderte ihn heraus. Hagedorn, der wusste, oder ahnte, was man mit ihm vorhatte, hatte sich vorher noch ein Kabel zugesteckt, um sich zur Wehr setzen zu können.

Es waren mehrere, drei, vier junge Leute, die sahen ihn dort hinter der Gardine, wie er da det alles beobachtet hat und sind rübergerannt. Er verschwand von der Gardine, und sind sofort zum Hintereingang hingelaufen. Und da kam er raus und da haben sie ihn sich gegriffen und sind mit ihm in Richtung Nord, also in Richtung Waldemarstraße gelaufen. Und von dort aus sind sie dann zurückgelaufen Richtung Schleusenkanal. Und am Schleusenkanal, ich bin immer so langsam hinterher und hab, na, in einem Abstand von ungefähr, ich möchte sagen, 20/30 Metern das alles beobachten können. Am Schleusenkanal hat man ihn aufgefordert zu springen. Sie haben sehr, sehr lange auf ihn eingeredet, ich weiß nicht, ob es bloß Reden war, aber sie haben sehr lange mit ihm verhandelt, und dann ist er gesprungen. Der Schleusenkanal ist nicht breit, mit ein paar Schwimmstößen war er drüben am andern Ufer, wo er hoffte davonzukommen. Aber da standen Leute, Bewohner aus den Gärten und Häusern, und haben gesagt, bei uns hier nicht.

Schließlich wird Hagedorn aus dem Wasser gezogen, von Sowjetsoldaten oder Volkspolizisten - die Aussagen widersprechen sich - und in ein Krankenhaus gebracht. Hier stirbt er tatsächlich am gleichen oder an einem der folgenden Tage an den Folgen der Misshandlungen durch die aufgebrachten Rathenower. Aus der richterlichen Vernehmung des Angeklagten Horst Sieberling:

Richter: Also wollen sie uns nicht sagen, warum sie eigentlich diesen Mann getötet haben? Sieberling: Durch die Aufforderung der Massen. Richter: Durch die Aufforderung der Massen? Und als ehemaliger Volkspolizist hielten sie diese Auffassung für richtig, ja? Hielten sie diese Aufforderung einen Menschen zu töten, ohne dass sie wissen, was gegen den Menschen vorliegt? Sieberling: Also, meines Erachtens, wenn ich 430 Menschen wegbringe, also muss ich auch einen Grund gehabt haben. Richter: Sie wussten doch genau, dass bei uns keine Menschen weggebracht werden! Das wussten sie doch, ja?

Joachim Sommerfeld, Berufsschullehrer in Rathenow, wird im Februar 1953 verhaftet und in Magdeburg zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Urteilsbegründung: Er hätte einen westlichen Spion gekannt und nicht den staatlichen Organen gemeldet. Sommerfeld hat 1997 schriftlich festgehalten, wie er Wilhelm Hagedorn vor 1953 erlebt hat: "Dieser 'Mensch’ Hagedorn war nachweislich ein Denunziant. Während einer NDPD-Parteiversammlung rasselte er in den Raum hinein und schrie wörtlich: '321 Menschen habe ich abholen lassen, und mehr als das Doppelte werden es noch werden!’" Die Zahl 430 scheint also nicht so unwahrscheinlich und sicherlich sind es nicht alles Nazis und Kriegsverbrecher. Der Denunziation sind Tür und Tor geöffnet. Aus der Vernehmung der Angeklagten Franziska May:

Richter: Nun, wie war das mit ihrem Ehemann. Wann wurde der, er ist fortgeschafft worden. May: Am 27. Juli 1945. Richter: Und warum? May: Weil er in der Partei war, mitgearbeitet als Funktionär. Richter: Was war er denn für’n Funktionär? Wissen Sie das? May: Unterscharführer. Richter: Unterscharführer!

Es ist eine Zeit, in der durchaus versucht wird, ehemalige Nazi-Funktionäre in die politische Arbeit einzubinden. Margot Feist, spätere Honecker, damals Vorsitzende der Pionierorganisation, führt im Dezember 1951 Gespräche mit einer westdeutschen Delegation, die sich aus ehemaligen HJ-Führern und Offizieren der Wehrmacht und Waffen-SS zusammensetzt. Und auch in ihrer FDJ-Delegation befinden sich mehrere ehemalige HJ-Funktionäre, z.B. HJ-Stammführer Dieter Schmotz.

Richter: Und wie war das weiter? May: Und als ich denn dort hinkam, sah ich schon, Herrn Hagedorn Er stand, so zwei Meter vom Auto entfernt. Aber da hat keiner auf ihn eingeschlagen. Richter: Sie kannten Hagedorn, kannten ihn? Ja. Und da überkam mir, ich verlor die Fassung, und sagte, der hat auch meinen Mann weggebracht.

Aus dem Plädoyer der Staatsanwältin:

Es erübrigt sich, über das grauenvolle Verbrechen, was Gegenstand der heutigen Verhandlung war, noch etwas zu sagen. In ihrer Brutalität in ihrer Gemeinheit haben diese Verbrecher selbst gesprochen. Und sie haben deshalb auch das Urteil der Werktätigen zu erwarten. Das Urteil, das es nur geben kann für solche Verbrechen, die an der Existenz unseres Staates, die an dem Leben unser werktätigen Menschen rütteln. Ich beantrage deshalb für die Angeklagten Reinelt und Sieberling die höchste Strafe, die unsere demokratische Gesetzlichkeit vorsieht, die Todesstrafe. Gegen die Angeklagte May beantrage ich eine Zuchthausstrafe von 10 Jahren.

Honecker:

Was ich noch dann organisieren musste, als ich im Politbüro war, das ist die Beisetzung des Arbeiters, der während der Unruhen in Rathenow umgekommen ist. Man wollte ihn zuerst still beisetzen. Ich habe vorgeschlagen, das wurde auch angenommen, dass der selbstverständlich ein großes Trauergeleit erhält und dass ein Mitglied des Politbüros an seinem Grabe spricht. Dazu wurde Fritz Ebert ausgewählt. Wir haben dann 300 Genossen organisiert, die an der Spitze des Trauerzuges marschierten und die alle mit Pistolen bewaffnet waren, als Schutz, ja, der Beisetzung. Da es Drohungen gab von anderer Seite, dass sie gegen die Beisetzung einschreiten wollen. Und wir wollten nicht, dass unser Genosse einfach verscharrt wird, sondern wir wollten, dass unserem Arbeiter und Genossen ein Ehrengeleit gegeben wird. Es war eine große Trauerbegleitung. Und an der Spitze marschierten 300 Genossen, die Pistolen in den Taschen hatten.

Das ist so, dass eine große Zahl von Leuten für die Beerdigung delegiert waren, und aus Überzeugung bestimmt nicht. Die Rathenower, da gab’s bestimmt nicht einen, außer denen, die da seine Kampfgenossen waren, die ihn bemitleideten. Das heißt, niemand findet so was schön, wenn jemand auf der Straße misshandelt wird. Aber es war ja keine andere Möglichkeit da, dass er irgendwie zur Rechenschaft gezogen wird. Und ein Kollege von mir, damals Direktor in Neuschleuse, wurde delegiert zum Kranztragen der Schule, zum Grabe von Hagedorn. Und hat sich gewehrt, gesagt, er kann nicht und möchte nicht und so. Und hat dann eben gemerkt, dass man ihm sehr böse war und ist über Nacht mit seiner hochschwangeren Frau nach Westberlin und ab.

Die Todesurteile gegen Horst Sieberling und Werner Reinelt wurden in 15jährige Zuchthausstrafen umgewandelt. Der rote Gedenkstein auf dem Ehrenhain des Rathenower Friedhofes trug die zynische Inschrift "Menschen, ich hatte euch lieb". Er wurde in der Folgezeit mehrmals nächtens umgestoßen. Heute ist der Platz eingeebnet.

Link: Sonderseite DeutschlandRadio zum 17. Juni 1953

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