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StartseiteHintergrundGeschichte Aktuell - Vor 60 Jahren30.09.2006

Geschichte Aktuell - Vor 60 Jahren

Briefe an den Hauptankläger im Nürnberger Prozess Robert H. Jackson

Einige Hundert Briefe sind es, die der amerikanische Hauptankläger im Nürnberger Prozess, Robert H. Jackson, vom Sommer 1945 bis zum Herbst 1946 bekam. Geschrieben in einer Zeit, als Deutschland in Trümmern lag und seine Zukunft in den Sternen stand. Es ging damals um das tägliche Überleben, um den Kampf gegen Hunger, Kälte und Krankheiten. Die Briefe jedoch sprechen von anderen Dingen, von alliierter Kriegsschuld, deutscher Unschuld und den bösen Nazis.

Von Henry Bernhard

Der Nürnberger Prozess (AP)
Der Nürnberger Prozess (AP)
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Bad Aibling, den 28. Dezember 1945
Herrn Oberrichter Jackson
z.Zt. Nürnberg, Gerichtshof
Das deutsche Volk wurde von einer Clique, die in die Unterwelt gehörte, an der Spitze ein hirnverbrannter Gefreiter, belogen und betrogen. Ich sehe es als eine Vorsehung an, dass der Krieg durch Sie gewonnen wurde.

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Bundesrichter "Yeksen”

Ich kann diesen Sieg nicht anerkennen, denn es ist kein Sieg, sondern ein verbrecherisches Gelingen. Frechweg sich alles aneignen, die Völker unterjochen und wie üblich verhungern lassen. Es ist ja auch ein Kinderspiel, wenn die ganze Welt aufgehetzt wird; denn wie kann sich einer wehren gegen zehn andere? Und doch hat sich Deutschland tapfer gewehrt bis zum Schluss und nun soll es ausgezogen werden von allen, bis es splitternackt dasteht? Wer zahlt für Deutschland die Reparationskosten? Niemand!
Ein 23jähriges Mädel

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Sehr geehrter Herr Präsident!
12 Jahre sind wir belogen, betrogen und bestohlen worden. Wir haben keinen Krieg gewollt und sehnen uns nach Frieden, Freundschaft und ehrlicher Arbeit. Geben Sie uns deshalb bitte unser altes Vaterland zurück. Wer nicht im Lande bleiben will, mag auswandern.

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Herrn Oberrichter des Nürnberger Gerichts
Sir R. Jackson
Was würden Sie sagen, wenn wir Deutschen die britische Labour Partei auflösen würden, ihre Parteiführer nebst den Führern der Kriegsindustrie zu Verbrechern der Menschheit stempelten. Wenn die Erfinder der Atombombe gleichfalls für unmenschlich und verbrecherisch erklärt würden!
Sie urteilen über Konzentrationslager, die zu 90 Prozent Kriminelle beherbergten.
Wir schlafen nicht! Wir sehen und hören alles, arbeiten im Stillen.


Der Adressat, Robert H. Jackson, war der wichtigste Mann im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, gegen Göring, Kaltenbrunner, Keitl und die anderen hohen Nazis. Jackson war Richter am amerikanischen Obersten Gericht; er hatte den Prozess geplant, die Alliierten an einen Tisch gebracht und auf eine gemeinsame Rechtsgrundlage eingeschworen; er hat die amerikanische Anklage aufgebaut und angeführt.

Jackson: " Das Privileg, eine Gerichtsverhandlung über Verbrechen gegen den Frieden der Welt zu eröffnen, wie sie hier zum ersten Mal in der Geschichte abgehalten wurde, legt eine ernste Verantwortung auf. Die Untaten, die wir zu verurteilen und zu bestrafen suchen, waren so ausgeklügelt, so böse und von so verwüstender Wirkung, dass die menschliche Zivilisation es nicht dulden kann, sie unbeachtet zu lassen, sie würde sonst eine Wiederholung solchen Unheils nicht überleben. Dass vier große Nationen, erfüllt von ihrem Siege und schmerzlich gepeinigt von dem geschehenen Unrecht, nicht Rache üben, sondern ihre gefangenen Feinde freiwillig dem Richtspruch des Gesetzes übergeben, ist eines der bedeutsamsten Zugeständnisse, das die Macht jemals der Vernunft eingeräumt hat."

Die Eröffnungsrede von Robert H. Jackson vor dem Internationalen Tribunal in Nürnberg war im November 1945 in allen Zeitungen zu lesen. Die Deutschen freute wohl vor allem eins: Jackson führte aus, dass die Nazis mit Gewalt an die Macht gekommen seien - also keineswegs alle Deutschen Schuld trügen. In einer Zeit, als überall über die Kollektivschuld-These diskutiert wurde, war das Balsam für die Seelen.

Frau Franziska Kunz Nöttingen
An den Oberrichter Jackson
Nürnberg
Sehr geehrter Herr,
Haben sie Dank für Ihre glanzvolle Rede! Noch kein Amerikaner hat uns Deutschen so viel Gerechtigkeit widerfahren lassen wie sie! Haben sie Dank!
Wir Süddeutschen haben Hitler nicht gewählt und dann sind wir ja auch gar nicht um unsere Meinung gefragt worden.

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Stetten vor der Rhön, den 4. Dezember 45
An Mister Robert H. Jackson,
Staatsanwalt
Nürnberg
Die von Ihnen verfaßte Anklageschrift hat auf mich und viele meiner Mitbürger den besten Eindruck gemacht. Vor allen Dingen danken wir Ihnen für die Auffassung, dass nicht die ganze deutsche Nation für den Krieg verantwortlich zu machen sei. Das war uns Antifaschisten so recht aus dem Herzen gesprochen. Das gleiche muss natürlich auch für unsere Soldaten gelten, die sich leider noch in Gefangenschaft befinden.

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Ich vertraue ihnen ganz, weil Sie der erste waren, welcher die Mitschuld des ganzen deutschen Volkes nicht annimmt. Das war wirklich Balsam für die Gequälten, die seinerzeit zur Partei gezwungen wurden, um ihr Leben zu retten und für Freiheit, Humanität und Frieden weiterarbeiten zu können. Wer uns regiert, ist uns ganz gleich, nur leben wollen wir einigermaßen als Menschen. Wir versprechen, willige Untertanen zu sein.
Sie wollen gewiß auch nicht, dass jemandem Unrecht geschieht, der sein Leben jahrelang eingesetzt hatte, um den alliierten Gefangenen zu helfen, sie ermunterte auszuhalten und sie wie Freunde behandelte.

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Berlin, den 26. Januar 1946
Hochverehrter Herr Jackson!
Ich möchte Ihnen so gern von ganzem Herzen meine Anerkennung für ihre wunderbar ausgearbeitete Anklage senden. Leider findet das Deutsche Volk und die evtl. interessierte Welt nur eine einzige Sorte Kriegsverbrecher auf der Anklagebank. Was sagt Ihnen eigentlich ihr eigenes Gewissen? Oder haben Sie alle im Ausland keins mehr? Von Ihnen ging der Wirtschaftskrieg seit langem gegen die deutsche Konkurrenz, nicht wahr, Herr Hauptankläger?! Gestehen Sie das ruhig einmal sich selbst und Ihren Herren Komplizen ein, sie komischer Rechtsverfechter.
Und ich bitte Sie inständig, hören Sie bitte auf mit dem Aufbauschen der Konzentrationslagerbehandlung. Der Deutsche hat doch keine Gangster wie die USA. Schämen Sie sich gar nicht? Nicht mal ein klein wenig?
Wo bleiben unsere Kolonien? Haben die USA. + Britannia noch nicht genug zusammengehamstert? Beweisen Sie doch erst mal was von Ihrer Humanität!
Frau Marga Tethmann
Berlin-Weißensee

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Manche schickten nur eine Postkarte, andere schrieben Gedichte, Traktate über Krieg und Frieden, über den Versailler Vertrag und das gedemütigte Deutschland, fügten Gutachten und Leumundszeugnisse bei, 20, 30, 40 Seiten. Viele schrieben anonym oder unter falschem Namen. Fast allen gemein ist das Gefühl des Unverstandenseins, gekrönt von der Aussage, dass Ausländer, da sie eben Ausländer seien, deutsche Menschen nicht be- und verurteilen können, da sie die deutsche Psyche nicht verstünden.

Da ich von 1937 an auch einige Jahre Blockleiter war, so bin ich nunmehr recht bestürzt, weil diese Funktion heute als verbrecherisch gelten soll. Meine Haupttätigkeit war doch das Kassieren der monatlichen Mitgliedsbeiträge. Ich habe niemand denunziert, auch die Leute nicht bespitzelt.
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Wir haben tausendfach mit Blut bezahlt, was die Führerclique verbrochen hat. Aber die amerikanische Regierung kennt kein christliches Mitgefühl und keine Humanität mit dem deutschen Volk. Wenn man uns ausrotten will, dann wäre es humaner, es geschieht schnell, als so ein langsames Hinquälen.
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Sehr geehrter Richter Jackson!
Wo sind die anderen Kriegsverbrecher aus der übrigen Welt? Ist jemals eine deutsche Bombe auf amerikanischen Boden gefallen? Trotzdem hat die amerikanische Luftwaffe die deutschen Städte zerstört und unzählige unschuldige Zivilisten dabei getötet. Wir finden, dass das Strafe genug war für das deutsche Volk.

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Es war für die Regierungen von USA, England und Frankreich ein leichtes, den Krieg zu verhindern.
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Auf die Anklagebank gehören somit auch die verantwortlichen Männer der Siegerstaaten, die 1933 nicht verhinderten, dass Hitler die Regierung übernahm. Wenn das nicht geschieht, dann brechen Sie ruhig den Weltprozess ab und helfen Sie dem deutschen Volk am Wiederaufbau Europas und an der Bezahlung der Reparaturkosten.
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Sollten uns die verantwortlichen Stellen aber nicht helfen wollen, dann bitten wir, den Rest des deutschen Volkes zusammenzunehmen und durch einige Atombomben zu erledigen. Das wäre immer noch besser wie Sklaventum und Bolschewismus.
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Es wäre eine Sauerei und ein großer Ärger für Deutschland, wenn einer von diesen Herren am Leben bleiben dürfte. Sie müßten bei schmaler Kost und gröbsten körperlichen Arbeiten bei täglichen Hieben langsam und sicher zu Tode gefoltert werden.
Hochachtend,
Frau Erna Kraayvanger


Mit den angeklagten Nazigrößen hatte kaum einer Mitleid. Sie sollten für das büßen, was ein ganzes Volk verbrochen oder ignoriert hatte. Dann wäre alle Schuld getilgt. Aber es melden sich auch einige wenige Opfer zu Wort, die mit bescheidenem Ton ihr Schicksal beschreiben.

An
den Hauptanklagevertreter
Herrn Robert H. Jackson
des Internationalen Gerichtshofes Nürnberg
Ich war von 1942-45 in Haft wegen staatsfeindlicher Äußerungen. In Buchenwald, wo ich war, hatten wir sogar einen 4jährigen Jungen mit dem Vater, das nennt sich Kultur-Neuordnung. Kinder 10, 11 ,12 ,13 ,14jährige sind zigtausendweise dagewesen. Diese armen Seelen sind alle nach und nach verschwunden.
1942 kam meine Frau vom Postdienst zu Hause und sagte zu mir, denk mal, die Hedwig Libor hat mir gesagt, dass ihr Bräutigam, ein SS-Mann in Rußland, ihr wieder geschrieben hat, dass man jetzt die gefangenen Russen zu Bündeln mit Stricken zusammenschnürte und lebendig durch die Kreissäge schiebt. Also bei lebendigem Leibe zerschneidet. Das ist Kultur.
Diese Strolche nicht aufhängen, jede Woche 25 auf den nackigen Hintern, wie sie es mit uns gemacht haben. Und ins Salzbergwerk täglich 14 Stunden schicken bei täglich 200 Gramm Brot und verfaulten Kohlrüben, die noch schlechter stinken wie Jauche. Nackenstöße geben, so dass das Blut zum Munde herausspritzt und die Gebisse einschlagen. Wie sie es mit uns gemacht haben.
Diese Bestien in Menschengestalt dürfen nicht gehenkt werden. Das ist keine Strafe.
Ich bin schwer herzkrank und darmkrank geworden durch diese Bestien.
Dass ich noch lebe, habe ich lediglich dem Amerikaner zu verdanken, dass er am 12.4.45 kam.
Zu weiterem stehe ich gern zur Verfügung.
Woldemar Alexander Franke, Kaufmann


Die wenigsten Briefe wird Robert H. Jackson selbst gelesen haben. Manche tragen kurze Eingangsvermerke wie "crank", also "irr" oder "fanatisch", anderen wurde eine kurze Zusammenfassung auf Englisch angeheftet. Beantwortet hat Jackson nur einige wenige Briefe von Amerikanern, die die Prozessführung loben oder ihr persönliches Schicksal darlegen.

Harold K. Hughes
Kapitän
Navy Department
Washington, D.C.
Mein lieber Herr Richter Jackson,
wenn sie Beweise gegen die Kriegsverbrecher sammeln, könnten Sie möglicherweise an Informationen kommen, die ein Licht auf das Verschwinden der SS "Astral" und seiner Crew werfen, dessen 2. Offizier mein Sohn, Harold Knight Hughes Jr., war.
Die SS "Astral" hatte Aruba auf den Niederländischen Kleinen Antillen am 20. November 1941 verlassen; seitdem wurde nichts mehr von ihr gehört.
Vielleicht weiß irgendein deutscher U-Boot-Offizier Bescheid? Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie uns das wissen lassen könnten, denn meine Frau und ich verzweifeln nun seit Jahren am Schicksal unseres Sohnes.
Mit herzlichen Grüßen,
Harold K. Hughes


Andere Amerikaner kritisieren, dass deutsche Generale vor Gericht gestellt werden. Manche wünschen Jackson einfach Glück - wie Joan Carlton aus New York, die Jackson alle paar Wochen eine Karte schickt.

Mein lieber Richter,
nur ein paar Zeilen, um Sie wissen zu lassen, dass ich immer noch jeden Abend zu Gott bete, dass er über Sie wacht und Sie und alle um Sie herum vor allem Schaden bewahrt. Ich wünsche Ihnen das Allerbeste und danke Gott, dass wir Männer wie Sie da drüben haben. Möge er immer mit Ihnen sein!
Gott segne Sie,
Joan


Auch aus anderen Ländern kommen Briefe: Eine Schwedin fordert auch weibliche Richter; ein Junge aus Südafrika will Autogramme von Richtern, Anklägern und Angeklagten. Die allermeisten Briefe aber werden in Deutschland geschrieben: Manche demütig, andere voller Hohn, manche verzweifelt oder verbittert. Typisch ist eine aberwitzige Mischung aus Unterwürfigkeit und Größenwahn - vereint auf wenigen Zeilen. Andere sind einfach nur absurd.

Lübbecke in Westfalen, den 22.12.45
Sehr geehrter Herr!
Sie stehen vor einem Problem und ich glaube, die Lösung dieses Problems gefunden zu haben. Beifolgend sende ich Ihnen einen Aufsatz "Die Morgenröte der Wahrheit". Ich gebe Ihnen das Recht, diesen Aufsatz ganz oder teilweise bei Ihrer Verteidigungsrede zu verwenden.
Ich möchte betonen, dass ich 1932 aus rein idealistischen Gründen in die NSDAP eingetreten bin und mich auch heute noch zur Idee Adolf Hitlers bekenne.
Mit vorzüglicher Hochachtung,
Goldschmidt, Zahnarzt

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Christian Groesch
Züchterei und Abrichtung von Dompfaffen
Versand nach allen Ländern
Trätzhof über Fulda
25. November 1945
Sehr geehrte Herren,
da all unsere Verbindungen mit dem Ausland durch den Krieg unterbrochen wurden, erlaube ich mir, Ihnen eine Rarität anzubieten, die sie nirgendwo in der Welt wiederfinden werden.
Ich biete ihnen zwei wundervolle rotbrüstige Dompfaffen an, handzahm, zwei Volkslieder singend. Ich könnte ihnen auch die amerikanische Nationalhymne beibringen, was mein Vater schon gemacht hat, bevor unsere Verbindungen durch die wahnsinnige Politik der Nazis unterbrochen wurden.
Die Dompfaffen würden ihnen viele schöne Stunden bescheren. Gern schicke ich ihnen ein detaillierteres Angebot.
Ich verbleibe als ihr sehr ergebener
Christian Groesch

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1939/ 45 entwickelte sich aus dem harten Diktat von Versailles. Hätte man 1918 weise gehandelt, wäre der aus der Not herausgeborene Nationalsozialismus nicht gekommen. Es gebietet jedoch die Gerechtigkeit, zu sagen, dass er ein durchaus großer und idealer Gedanke war, nur hat sein Erfinder es leider nicht verstanden, ihn mit Ritterlichkeit und Güte einzuführen. In jedem Volke gibt es gute und schlechte Menschen, und letzten Endes sind alle Erdenkinder keine Engel.
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Die Engländer sind es doch gewesen, die zum ersten Male im Burenkrieg Konzentrationslager eingerichtet haben. In diesem wurden in der Hauptsache Frauen und Kinder eingesperrt und dem langsamen Hungertode ausgeliefert. Gegenüber diesem qualvollen Tod ist die Art der Tötung durch vorhergehende schnelle Betäubung und anschließende Verbrennung eine besonders milde Behandlung. Wenn jetzt diese humane Behandlung als Kriegsverbrechen hingestellt wird, so trifft die Bezeichnung "Verbrecher" viel eher diejenigen, die heute sich als Richter über diese Schandtaten aufstellen.
Die grausamen Foltermethoden in den Konzentrationslagern sind doch von den Bolschewisten aufgebracht, erfunden und eingeführt worden. Sie wurden in den deutschen Konzentrationslagern nachgeahmt, und zwar von Menschen, die ihrer Gesinnung und Moral nach den Bolschewisten recht nahe standen, denn ein großer Teil der Nazis war ja früher Kommunisten gewesen und hatten nur das Parteischild gewechselt.

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Zugegeben, dass das Judenproblem von deutscher Seite falsch gelöst worden ist, so ist dies aber eine rein deutsche Angelegenheit.
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Sehr geehrter Herr Jackson!
Auf Befehl Judas tritt nun ausgerechnet in Nürnberg, in der Stadt, von wo aus dem Judentum der Kampf angesagt wurde, ein internationales Gericht zusammen, um die Verkünder der Rassengesetzte zu Fall zu bringen.
Wie lange aber der Jude sich über seine "Weltherrschaft" noch freuen kann, ist eine andere Frage. Es gärt und brodelt auf dem ganzen Erdball. Der Nationalsozialismus ist nie mehr auszurotten oder zu vernichten. Alles andere wird ausgetreten im Entscheidungskampf!
Fritz Wagner, München

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Sie können kommen und ohne Waffenschutz Ihr Haupt in unsern Schoß legen, wir wollen sie dann auf Händen tragen. Das deutsche Volk hat nichts gegen eine Führung durch das Ausland. Durch intensivste Arbeit und Familiensorgen kam es bisher nicht zu selbständigem politischen Denken. Das ist seine Hauptschuld.
Es grüßt sie hochachtungsvoll ein unbekannter Soldat für Humanität, Frieden und Freiheit.
Alois Edelfurtner, Lehrer


Als im September 1946 die letzten Briefe an Robert H. Jackson in Nürnberg eintrafen, war der schon zurück in Washington am Obersten Gericht der Vereinigten Staaten. Der Prozess gegen die Nazi-Hauptkriegsverbrecher war für ihn die größte und wichtigste Aufgabe seines Lebens. Die an ihn gerichteten Briefe hat er nie öffentlich erwähnt. Ein Zeugnis für den geistig-moralischen Zustand vieler Deutscher in der Nachkriegszeit bleiben sie allemal.

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