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StartseiteVerbrauchertippSo steht es um Leistung und Reparaturfreundlichkeit 24.10.2018

GeschirrspülerSo steht es um Leistung und Reparaturfreundlichkeit

Halten günstige Geschirrspüler genauso lange wie teure? Meistens lohnt sich der Kauf von Maschinen mit besserem Energielabel, auch wenn sie teurer sind, sagt die Stiftung Warentest in einer Untersuchung. Sie wollte zudem wissen, ob sich die Reparatur eines defekten Geschirrspülers überhaupt rechnet.

Von Dieter Nürnberger

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Zwei Männerhände greifen in das untere Fach eines befüllten Geschirrspülers (dpa Themendienst)
Auch wenn ein größerer Preisunterschied bestünde, lohne sich meist der Kauf von Maschinen mit besserem Energielabel, sagt Warentesterin Renate Ehrnsperger (dpa Themendienst)
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Eigentlich gelten Geschirrspüler als wenig verschleißanfällig. Denn im Unterschied etwa zu einer Waschmaschine unterliegen sie keinen so starken mechanischen Belastungen. Allerdings zeigte eine Leser-Umfrage der Stiftung Warentest, dass die Erfahrungen der Kunden oft anders sind. Grund genug, vergleichsweise günstige Geschirrspüler exemplarisch unter die Lupe zu nehmen. Untersucht wurden jene Modelle, die unter dem Energielabel A+ verkauft werden. Das ist derzeit die schlechteste Energieeffizienzklasse. Sie verbrauchen also deutlich mehr Wasser und Strom. Und in der Tat gab es bei der simulierten Dauerprüfung bei vielen Modellen Probleme, sagt Warentesterin Renate Ehrnsperger. 

"Es waren einfach Störmeldungen auf dem Display, wo in der Regel auch ein Kundendienst angerufen werden sollte. Wir hatten Maschinen, die schon nach zwei Tagen ausgefallen sind. Andere nach vier Wochen Dauerprüfung. Und einzelne Geräte sind halt eher nach simulierten sechs Jahren ausgefallen."

Geschirrspüler halten im Schnitt zehn Jahre

Generell wird bei Geschirrspülern von einer Nutzungsdauer von rund zehn Jahren ausgegangen. Von jedem Modell wurden drei Geräte untersucht. Meist fiel mindestens eines vorzeitig aus. Keine der A+Maschinen bekam schließlich eine gute Gesamtbewertung. Was auch mit den vergleichsweise hohen Kosten für Wasser und Energie zusammenhängt. In der Regel kosten die A+Geräte deutlich weniger als die effizienteren Modelle. In Einzelfällen ist der Kaufpreis aber fast gleich. Etwa bei einem Modell des Herstellers "Bosch": 

"Ich spare durch die A+-Maschine nur zehn Euro. Und im Laufe der zehn Jahre habe ich aber eine hohe Betriebskostenersparnis bei den Strom- und Wasserkosten. Und das beläuft sich bei dieser Maschine auf 175 Euro." 

Doch auch wenn ein größerer Preisunterschied bestünde, lohne sich meist der Kauf von Maschinen mit besserem Energielabel, sagt Warentesterin Renate Ehrnsperger. 

"Die A++ oder A+++Geräte haben eigentlich fast alle ein Automatik-Programm. Das hatte fast die Hälfte der A+Geräte nicht. Bei den sparsameren Geräten ist die Ausstattung auch hochwertiger. Dann sind beispielsweise die Siebe in der Regel auch einfacher zu reinigen. Es gibt somit einiges an Vorteilen gegenüber den A+Geräten."

In einer parallelen Untersuchung wollten die Warentester zudem wissen, ob sich die Reparatur eines defekten Geschirrspülers überhaupt lohnt. Hier fällt die Antwort zumindest aus ökologischer Sicht eindeutig aus. Reiner Metzger hat diese Untersuchung geleitet. 

"Für die Umwelt lohnt sich die Reparatur von so einem großen Gerät immer. Sie haben da eine Menge Elektronik drin - viele Metalle und auch viel Kunststoff. Wenn Sie sich eine neue kaufen, dann ist das für die Umwelt schlecht."

Faustformel: Reparatur rechnet sich bei teuren Modellen

Für den Kunden fällt die Frage Reparatur oder Neukauf allerdings diffiziler aus. Besonders, wenn der eigene Geschirrspüler nicht zu den energie- und wassersparsamen Modellen gehört. Für die Stiftung Warentest gilt die Faustformel, dass sich eine Reparatur vor allem bei teuren Modellen rechnet.

Entscheidend dürfte auch sein, ob etwa teure Elektronik ersetzt werden muss oder lediglich ein einfach zu beschaffendes Teil, zum Beispiel eine Dichtung. Und natürlich auch, wen der Kunde beauftragt, so Warentester Reiner Metzger. 

"Im Durchschnitt ist der Kundendienst vielleicht etwas bequemer, aber deutlich teurer - bei den Ersatzteilen und auch bei den Leistungen. Zwischen einer freien Werkstatt und einem Kundendienst haben Sie schnell mal 50 Prozent Unterschied."

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