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StartseiteVerbrauchertippMeist sauber, manchmal zu aggressiv03.02.2020

Geschirrspülmultitabs im TestMeist sauber, manchmal zu aggressiv

Die Stiftung Warentest hat sogenannte Multitabs für Geschirrspülmaschinen getestet. Viele liefern laut Untersuchung gute Ergebnisse. Drei Produkte fielen jedoch durch - und manche ruinierten nicht nur das Geschirr, sondern auch Teile der Spülmaschine.

Von Dieter Nürnberger

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Zwei Männerhände greifen in das untere Fach eines befüllten Geschirrspülers (dpa Themendienst)
Discounter-Produkte lagen beim Geschirrspültab-Test oft vorne (dpa Themendienst)
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Geschirrspülmittel gibt es in vielen Varianten: Als Pulver, im Gelkissen oder eben auch als sogenannte Multi- oder All-in-One-Tabs. Die Hersteller bewerben sie als Alleskönner. Die Stiftung Warentest spricht von hochgerüsteten Spülmitteln, die sich nicht nur einfach anwenden lassen, sondern anhand ihrer chemischen Rezeptur meist alle benötigten Komponenten für einen kompletten Spülmaschinengang enthalten, so Cecilia Meusel:      

"Das heißt: Reiniger, Klarspüler, Wasserenthärter und teils auch weitere Zusätze zum besseren Trocknen. Man kann aber auch genauso gut mit einem Pulver oder sogenannten Solotabs sauber spülen. Die benötigen allerdings zumeist zusätzlich Klarspüler und ab einer Wasserhärte von zirka 6 Grad auch Maschinensalz für die Enthärtungsanlage des Geschirrspülers."

Die Untersuchung zeigt: Nur wenn besonders kalkhaltiges Leitungswasser ab einer Härte von 21 Grad in einem Haushalt verwendet wird, kommen auch die Alleskönner mit ihren integrierten Enthärter-Substanzen an ihre Grenzen.

Drei Produkte fielen beim Test durch

Untersucht wurden 14 Multigeschirrspültabs. Und die meisten bekamen den Reinigungsprozess gut oder zumindest befriedigend hin. Dass am Ende der Untersuchung dennoch drei Produkte durchfielen, hing vor allem mit ihrer mangelhaften Materialschonung zusammen. Mehr als ärgerlich, so die Stiftung Warentest:  

"Zum Beispiel 'Ecover All-In-One', der hinterließ derart extreme Beläge in der Maschine aber auch auf dem Geschirr und den Gläsern. Unsere Prüfer brachen hier die Untersuchung tatsächlich frühzeitig ab, um den Geschirrspüler nicht zu gefährden.

Wir hatten einen Tab - den 'Frosch Limonen-All-In-One'  - der ruinierte Silber und verfärbte es zu einer Goldfarbe. Und schließlich gab es dann noch den 'Rossmann Domol 12-In-1'-Tab: Der hinterließ hässliche braune Beläge auf den Maschinenkörben. Und auch diese lassen sich wirklich kaum entfernen."

Untersucht wurden auch Geschirrspültabs, die mit der Bezeichnung "Bio", Eco" oder auch "Nature" daherkommen. Anhand ihrer Rezepturen versprechen die Hersteller einen umweltfreundlicheren Spülgang. In solchen Produkten wird mitunter auf das in Kläranlagen kaum abbaubare Silberschutzmittel Benzotriazol verzichtet. Eine gute Gesamtbewertung bekam hingegen keiner dieser Öko-Tabs. Cecilia Meusel:  

"Die hatten beispielsweise Probleme mit dem Reinigen oder auch beim Klarspülen. Einer auch wirklich mit der Materialschonung. Wenn aber etwa durch das Spülen die Maschine oder auch Geschirr und Gläser kaputt gehen, dann ist das ja auch nicht nachhaltig. Es muss eben wirklich die Gesamtrezeptur stimmen."

Ein junger Mann setzt den oberen Geschirrkorb seiner Spülmaschine eine Stufe höher, um für große Teller im unteren Korb Platz zu schaffen. (picture-alliance / dpa)Manche Multigeschirrspültabs verfärben den Besteckkasten oder andere Teile in der Spülmaschine (picture-alliance / dpa)

Discounter-Tabs lagen im Test oft vorne

Die besten umweltschonenden Mittel waren "dm Denkmit Nature" und "Domol Eco" von "Rossmann". Sie erhielten befriedigende Bewertungen. In der Untersuchung vorn lagen Eigenmarken von Supermärkten und Discountern: Warentesterin Cecilia Meusel:    

"Testsieger war 'Kaufland Classic All-In-1' - aber auch fünf weitere Tabs schnitten gut ab und sie kosten alle 7 Cent pro Spülgang."

Nicht alle preiswerten Tabs überzeugten

Allerdings konnten nicht alle preiswerten Produkte punkten. So sollten Käufer beispielweise bei der Eigenmarke von "Rossmann" genau hinschauen. Während "Domol Eco" noch befriedigend abschnitt, patzten die herkömmlichen Tabs des gleichen Labels bei der Materialschonung.

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