Samstag, 15.12.2018
 
Seit 12:10 Uhr Informationen am Mittag
StartseiteKultur heute"Ich rate zur Gelassenheit"17.11.2018

Geschlechtergerechte Schreibung"Ich rate zur Gelassenheit"

Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat beschlossen, vorerst keine konkreten Schreibweisen für eine geschlechtergerechte Sprache zu empfehlen. "Wir müssen zunächst mal schauen, wie die gesprochene und dann die geschriebene Sprache sich entwickelt", sagte der Vorsitzende des Rats, Josef Lange, im Dlf.

Josef Lange im Gespräch mit Katja Lückert

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Geschlechtergerechte Sprache in einem Dokument: Auszug aus der Satzung des CDU-Landesverbands Bremen mit geschlechtergerechten Formulierungen, unter anderem: die Wahl des/der Vorsitzenden des Landesausschusses und seines/r / Ihre/s/r Stellvertreter/s/in (imago / Eckhard Stengel)
Geschlechtergerechte Sprache in einem Dokument (imago / Eckhard Stengel)
  • E-Mail
  • Teilen
  • Tweet
  • Drucken
  • Podcast
Mehr zum Thema

Geschlechtergerechtes Schreiben Es ist zu viel!

Er, sie, * Die Genderfrage im Rechtschreibrat

Anne Wizorek vs. Rainer Moritz Brauchen wir den Gender-Stern im Duden?

Der Rat für deutsche Rechtschreibung ist die zentrale Instanz in Fragen der Rechtschreibung. Es ist ein Gremium, in dem nicht nur deutsche Sprachwissenschaftler, sondern auch Experten aus Liechtenstein, der Schweiz, und Österreich, aber auch aus Bozen und dem deutschsprachigen Teils Belgien versammelt sind.

Diskussion um den sogenannten Gender-Stern

Auf einer Tagung in Passau hat sich der Rat mit geschlechterberechtiger Schreibung befasst. Der Vorsitzende des Rats für Deutsche Rechtschreibung, Josef Lange, sagte im Dlf, die Diskussionen um den Gender-Stern, die insbesondere in Deutschland geführt werden, fänden keine Entsprechung etwa in der Diskussion über geschlechtergerechte Schreibung in Österreich - da tauche der Gender-Stern fast nicht auf, sagte Josef Lange im Dlf. Auch in der Schweiz, Südtirol, Liechtenstein oder bei der deutschsprachigen Gemeinde Belgiens gäbe es dazu keine Diskussion. Die Aufgabe des Rats für deutsche Rechtschreibung bestünde darin, die Einheitlichkeit der deutschen Sprache im deutschen Sprachraum zu beobachtet und sicherzustellen. "In Wahrnehmung dieser Verantwortung sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass nicht die Diskussion, die in Deutschland geführt wird, es dahin bringen kann, dass jetzt eine Entscheidung getroffen wird, die vielleicht aus der Sicht mancher in Deutschland angemessen ist, aber aus Sicht der gesamten deutschsprachigen Gemeinschaft noch nicht angemessen ist."

Sprache unterliegt der Veränderung

Ob die heutige Geschlechtervielfalt zur Gänze sprachlich abgebildet werden kann, ist noch fraglich, so Lange. "Der Rat hat gesagt, wir müssen zunächst mal schauen, wie die gesprochene und dann die geschriebene Sprache sich entwickelt und ich rate zur Gelassenheit. Wenn man sich anschaut, dass die deutsche Sprache im 20. Jahrhundert sich um ein Drittel im Wortschatz ausgeweitet hat, dann zeigt das, in welchem Umfang Sprache und auch geschriebene Sprache der Veränderung unterliegt und das wird sich nicht wesentlich verändern."

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk