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GeschlechtskrankheitenApp "Intimarzt" soll Schamschwelle senken

Syphilis-Erreger unter dem Mikroskop (picture-alliance / dpa / Klett GmbH)
Mikroskopische Phasenkontrast-Aufnahme von Syphilis-Erregern im Maßstab 1360:1. (picture-alliance / dpa / Klett GmbH)

Eine neue App soll die Schamschwelle bei Geschlechtskrankheiten senken und eine frühzeitige Diagnose ermöglichen.

Mit der App "Intimarzt" können Patienten aus ganz Deutschland erstmals digital und anonym Symptome bei einem Facharzt abklären lassen, wie das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und die Universitätsklinik Essen mitteilten. Die Landesärztekammer Baden-Württemberg genehmigte einen entsprechenden Antrag für die erste telemedizinische Smartphoneanwendung speziell für Geschlechtskrankheiten. Ziel sei es, solche Krankheitsbilder früher zu diagnostizieren und damit besser behandeln zu können. Aus Scham holten sich Betroffene meist erst sehr spät ärztlichen Rat.

"Intimarzt" liefert eine erste Einschätzung, einschließlich einer Empfehlung etwa zu frei verkäuflichen Arzneimitteln, die den meisten Patienten den Gang zum Arzt bereits ersparen kann. Um sich eine Erstmeinung einzuholen, müssen Patienten drei Fotos des Problembereichs aufnehmen und einige Fragen zu möglichen Symptomen beantworten. Die Bilder und Informationen werden anschließend über eine verschlüsselte Verbindung an einen Facharzt aus Baden-Württemberg übermittelt. Innerhalb von 48 Stunden soll dann eine erste Einschätzung vorliegen. Rückfragen der Onlineärzte und die Antworten werden in einem nur für Arzt und Patient zugänglichen und geschützten Datenraum gespeichert. Der Patient bezahlt eine Servicegebühr von 24,95 Euro, die er bislang noch aus eigener Tasche bestreiten muss.