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Nächste Sendung: 14.12.2019 11:05 Uhr

Gesichter Europas
Mühsame Aufarbeitung - 30 Jahre nach der Ceaușescu-Diktatur
Von Manfred Götzke und Leila Knüppel

Kein sozialistischer Staat kollabierte 1989 so schnell und so blutig wie Rumänien: Gerade einmal sechs Tage liegen zwischen den ersten Protesten in der Stadt Timișoara und der Flucht des Machthabers Nicolae Ceaușescu, mit der seine fast 25 Jahre andauernde Herrschaft endete. Aber was genau in den damaligen Dezembertagen geschah, in denen das Militär erst mit Panzern und scharfer Munition gegen die Aufständischen vorging, sich dann mit ihnen solidarisierte, ist bis heute unklar: Lief ein Staatsstreich ab? Oder wurde die Revolution von der neuen Führung, einer kleinen Clique von Postkommunisten, gestohlen? 30 Jahre später ist die Bevölkerung gespalten, wenn es um Beurteilung der Wendetage geht - aber auch bezüglich des einst so kollektiv verhassten Diktators. Inzwischen halten viele den Despoten sogar für einen der wichtigsten Staatschefs in der rumänischen Geschichte. Zu enttäuscht sind sie vom Übergangsprozess, bei dem vor allem die früheren Parteikader die Gewinner sind. Das Grab des damals hingerichteten Machthabers Ceaușescu ist heute jedenfalls mit Blumen und Kerzen geschmückt. Und der absurd anmutende Personenkult, der damals um Ceaușescu betrieben wurde, ist zur Touristenattraktion geworden. Für die einstigen Opfer des Ceaușescu-Regimes ist es daher nicht immer einfach, an das damalige Geschehen - an Leid, Gräueltaten - zu erinnern. Auch die Aufarbeitung der Ära Ceaușescu kommt nur mühsam voran, schließlich haben die einstigen Geheimdienstnetzwerke und politischen Verbindungen aus kommunistischen Tagen nach wie vor Bestand.
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