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GesundheitTeewurst, Harzer, Räucherfisch - Bundesbehörde warnt vor unnötigen Risiken für Patienten

Patientin in einem Einzelzimmer, im Krankenbett. Krankenschwester bringt eine Mahlzeit auf einem Tablett.  (imago / Jochen Tack)
Im Krankenhausessen könnten unnötige Risiken verborgen sein. (imago / Jochen Tack)

Nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit setzen zu viele deutsche Kliniken und Heime Patienten und Bewohner bei der Essensverpflegung unnötigen Gesundheitsrisiken aus.

Es sei erschreckend, dass in so vielen Einrichtungen, in denen man gesund werden solle, das Risiko bestehe, am Essen zu erkranken, sagte BVL-Präsident Tschiersky in Berlin. Mett- oder Teewurst tragen Lebensmittelkontrolleuren zufolge eine erhöhte Keimgefahr, da diese Aufstriche zu den Rohwürsten gehören. Bei solchen Fleischprodukten liegt das Keimrisiko, das bei geschwächten Menschen leichter zu Infektionen führen kann, generell höher.

Auch Harzer und Limburger Käse sowie Räucherfisch sind demnach problematisch. Rotschmierkäse und ungekochter Fisch können wie Rohwürste, Feinkostsalate und Tiefkühlbeeren nach BVL-Angaben leichter mit Keimen wie zum Beispiel Listerien, E.coli oder Salmonellen belastet sein. Bei gesunden Menschen seien solche Lebensmittel in der Regel unproblematisch, sagte Tschiersky.

Das BVL hat 1.880 bundesweite Klinik- und Heimkontrollen im Jahr 2017 durchgeführt. Mehr als die Hälfte der Betriebe hätten die Lebensmittel-Empfehlungen für Speisepläne nicht gekannt, die es seit 2011 zum Schutz empfindlicher Personengruppen gebe, heißt es in dem entsprechenden BVL-Bericht. Nur jedes zehnte kontrollierte Krankenhaus oder Heim habe bei der Essensversorgung bewusst auf Risiko-Lebensmittel verzichtet.