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Startseite@mediasresCorona: Wie Facebook und Youtube mit Fakes umgehen09.03.2020

GesundheitsschutzCorona: Wie Facebook und Youtube mit Fakes umgehen

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt weltweit an - ebenso wie die Falschmeldungen zum Virus COVID-19. Facebook und Youtube haben deshalb angekündigt, die Verbreitung zu verhindern. Social-Media-Experte Martin Fehrensen sagte im Dlf, Facebook verstecke die Inhalte.

Martin Fehrensen im Gespräch mit Henning Hübert

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Die App von Youtube, Facebook und Instagram sind auf einem Handydisplay zu sehen. (imago images / photothek / Florian Gaertner)
Facebook und Youtube wollen falsche Informationen zum Coronavirus löschen (imago images / photothek / Florian Gaertner)
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5G-Sendemasten, Biowaffen-Labore oder einfach nur eine Strafe Gottes - über die Herkunft des Coronavirus gibt es viele falsche Behauptungen im Internet. Nicht weit entfernt finden sich ebenso unseriöse Hinweise, wie sich eine Infektion mit dem Virus verhindern ließe oder welche Gegenmittel es gäbe. An einigen Stellen heißt es, Knoblauch solle helfen. Andere Verschwörungstheorien gehen davon aus, das Virus sei ohnehin von der "Pharma-Lobby" gezüchtet, um am Ende viel Geld mit einem Gegenmittel verdienen zu können.

Tatsächlich scheint relativ klar, dass das Virus von einem Tier auf den Menschen übergesprungen ist und es bislang keine Gegenmittel gibt.

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Youtube und Facebook wollen Fakes löschen

Facebook-Chef Marc Zuckerberg bezeichnete das Coronavirus in einem Beitrag auf der eigenen Plattform als eine "globale Herausforderung". Wegen der zahlreichen Falschmeldungen hat er angekündigt, dass solche Nachrichten gelöscht werden. Gleichzeitig erhält die Weltgesundheitsorganisation WHO kostenlose Werbeplätze auf der Plattform, um die tatsächlichen Gefahren und Auswirkungen des Coronavirus erklären zu können.

Tatsächlich lösche Facebook in Deutschland aber keine Inhalte, erklärt Martin Fehrensen, der Gründer des Social Media Watchblogs. Eher würden Falschinformationen im Algorithmus herabgestuft und tauchten daher nicht in der Timeline der Nutzer auf. Ähnlich ist das Vorgehen der Videoplattform Youtube, auch hier soll der Algorithmus eine große Verbreitung von Fake-Videos verhindern.

Beide Plattformen sind allerdings stark auf die Hinweise der WHO und anderer Institutionen angewiesen. Die wenigen Faktenchecker können die Masse an irreführenden Inhalten nicht alleine identifizieren, wie Zuckerberg in seinem Posting indirekt zugibt.

Kritische Inhalte sonst nur selten gelöscht

In der Vergangenheit sind Youtube und auch Facebook mit seinem Chef Marc Zuckerberg immer wieder scharf angegriffen worden, weil beide Netzwerke nur wenig gegen die Verbreitung von Falschmeldungen unternommen haben. Rassistische Inhalte und Hate Speech werden nur selten gelöscht und politische Werbung nicht immer als solche gekennzeichnet.

Ein weiteres Problem seien Kommentare, die automatisiert durch Youtube und Facebook ausgeblendet werden. Nicht immer handele es sich dabei um problematische Inhalte.

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