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StartseiteVerbrauchertippKrankenkasse wechseln und Geld sparen27.07.2018

GesundheitsvorsorgeKrankenkasse wechseln und Geld sparen

Wer gesetzlich krankenversichert ist, sollte regelmäßig die Angebote der Krankenkassen vergleichen und eventuell wechseln. Denn dadurch lässt sich unter Umständen viel Geld sparen - die Unterschiede liegen in kleinen, aber wichtigen Details wie Zusatzbeiträgen- und leistungen.

Von Stephanie Kowalewski

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Gesundheitskarten verschiedener Krankenkassen liegen auf einem Tisch.  (dpa / Jens Kalaene)
Bloß nicht bequem werden: Es gibt viele Anbieter, Kunden der Krankenkassen können also wählerisch sein (dpa / Jens Kalaene)
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Für Viele ist der Wechsel ihrer gesetzlichen Krankenkasse noch nicht so selbstverständlich, wie etwa der Tausch der KFZ-Versicherung.

"Ne, ich bin mit den Leistungen meiner Kasse bisher zufrieden." - "Ich hab tatsächlich drüber nachgedacht, weil meine Freundin bei einer anderen Krankenkasse ist und ich den Eindruck habe, dass sie bessere Zusatzleistungen hat, aber gemacht hab ich es bislang auch noch nicht."

Dabei haben selbst chronisch kranke oder alte Menschen nichts zu befürchten, sagt Regina Behrendt von der Verbraucherzentrale NRW.

"Bei der privaten Krankenversicherung, da dürfen die nach dem Gesundheitszustand fragen. Bei der Gesetzlichen aber nicht. Das heißt, wenn sie sich eine neue Kasse aussuchen, muss die sie auch versichern. Egal wie alt oder krank sie sind."

Der Teufel steckt im Detail

Und bei einem Kassenwechsel lässt sich unter Umständen viel Geld sparen, zum Beispiel über den monatlichen Beitrag. Alle Krankenkassen kassieren monatlich 14,6 Prozent unserer beitragspflichtigen Einnahmen. Diesen Betrag teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Darüber hinaus erheben fast alle Kassen noch den so genannten Zusatzbeitrag, den der Arbeitnehmer alleine zahlt. Es macht sich also durchaus im Portemonnaie bemerkbar, ob die Kasse pro Monat 0,3 Prozent draufschlägt oder 1,7 Prozent - wie die teuerste Kasse in Deutschland.

"Je nachdem was sie verdienen - da können tatsächlich ein paar hundert Euro im Jahr zusammenkommen."

Zusatzleistungen unterschiedlich

Aber auch die von den Krankenkassen angebotenen Zusatzleistungen sind oft bares Geld wert. Denn weil fast 95 Prozent der Leistungen bei allen Krankenkassen gleich sind, versuchen sie mit teils üppigen Extraleistungen Kunden zu gewinnen, betont Verbraucherschützerin Regina Behrendt.

"Typische Zusatzleistungen sind osteopathische Leistungen, homöopathische oder anthroposophische Arzneimittel, es sind extra Vorsorgeuntersuchungen."

Wer beispielsweise gerne reist, sollte eine Krankenkasse wählen, die die oft teuren Reiseimpfungen und Medikamente bezuschusst, die man bei einer anderen Kasse komplett aus der eigenen Tasche bezahlen müsste. Ein Vergleich kann sich durchaus lohnen. Regina Behrendt fällt eigentlich nur ein Grund ein, warum der Krankenkassenwechsel vielleicht verschoben werden sollte, nämlich dann, wenn man gerade eine Leistung bei seiner alten Versicherung beantragt hat und die auch genehmigt wurde.

"Man hat vielleicht gerade eine Kur beantragt und wechselt dann die Krankenkasse, das wäre ungeschickt, weil die neue Krankenkasse muss einer solchen Entscheidung der Vorgängerkrankenkasse nicht zustimmen. Worüber sie sich gar keine Gedanken machen müssen, ist, wenn sie jetzt im Krankenhaus sind, das übernimmt die neue Kasse problemlos."

Zwei Briefe genügen

So ein Krankenkassenwechsel ist mit zwei Briefen erledigt: wer mindestens 18 Monate bei seiner alten Kasse versichert war, kann mit einer zweimonatigen Frist zum Ende des übernächsten Monats ohne Angabe von Gründen schriftlich kündigen.

"Ich muss kündigen bei der alten Krankenkasse. Die schickt mir eine Kündigungsbestätigung und die muss innerhalb von 14 Tagen raus gehen."

Diese Kündigungsbestätigung wird dann zusammen mit einer formlosen Bitte um Mitgliedschaft an die neue Krankenkasse geschickt. Fertig. Die neue Kasse informiert dann in der Regel auch den Arbeitgeber, die Arbeitsagentur oder die Universität über den Wechsel. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, versenden Sie die Briefe jeweils per Einschreiben und Rückschein und informieren ihrerseits auch noch einmal ihren Arbeitgeber. Aber schief gehen kann dabei nichts, betont Sabine Baierl von Stiftung Warentest.

"Angenommen sie haben die alte Kasse gekündigt, aber noch keine Mitgliedserklärung der neuen Kasse erhalten, dann bleibt die Mitgliedschaft in der alten Kasse erhalten."

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