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StartseiteSport am Wochenende"Getäuscht und hintergangen"06.02.2013

"Getäuscht und hintergangen"

Die Evaluierungskommission zur Aufklärung der Freiburger Dopingvergangenheit erhebt schwere Vorwürfe

Der Streit um die Aufklärung der Doping-Vergangenheit an der Uniklinik in Freiburg eskaliert. Die Vorsitzende der Evaluierungskommission zur Aufklärung der Dopingvergangenheit, Letizia Paoli, ist nun mit einem knapp 90 Seiten langen Schreiben an die Öffentlichkeit gegangen.

Von Sebastian Krause

Letizia Paoli, Vorsitzende der Evaluierungskommission der Freiburger Sportmedizin (dpa)
Letizia Paoli, Vorsitzende der Evaluierungskommission der Freiburger Sportmedizin (dpa)
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"Manipulierter Arbeitsauftrag. Die Evaluierungskommission sieht sich getäuscht und hintergangen!" – schreibt Letizia Paoli in einer Pressemitteilung und greift darin den ehemaligen Rektor der Universität, Wolfgang Jäger an. Er sei dabei gewesen, als im Jahr 2007 nach dem Dopingskandal um die Freiburger Radsport-Ärzte der Arbeitsauftrag beschlossen wurde.

Die Kommission sollte die Freiburger Sportmedizin in ihren gesamten Aktivitäten während der vergangenen 50 Jahre auf den Prüfstand stellen. Also die von Joseph Keul eingerichtete "Abteilung Sportmedizin", die Arbeit des eigentlichen Gründers der Freiburger Sportmedizin Herbert Reindell und die mutmaßlichen Doping-Aktivitäten des Ärztlichen Direktors der "Sporttraumatologischen Spezialambulanz" Armin Klümper.

Als es dann darum ging, den Arbeitsauftrag an die Kommission weiterzugeben, soll Universitäts-Rektor Wolfgang Jäger damals dann persönlich den Auftrag auf die "Abteilung Sportmedizin" beschränkt haben. Reindell und Klümper blieben außen vort. Dabei galt gerade Klümper als entscheidende Figur in Freiburg, der unter anderem Fußball-Nationalspieler betreute, von der Politik unterstützt wurde, aber immer wieder Dopingschlagzeilen machte.

Erst nach eigenen Recherchen fand Paoli nun heraus, dass eigentlich alles hätte untersucht werden sollen. Die Kommission lehnt jede Verantwortung für die unzureichende Erfüllung des offiziellen Arbeitsauftrags ab, heißt es jetzt in dem Schreiben. Sie sei Opfer der Manipulation des Arbeitsauftrags. Die Universitätsleitung hat Vertuschungs-Vorwürfe schon vor Tagen zurückgewiesen und erklärt, die Kommission sei in ihrer Arbeit "ausdrücklich keinerlei zeitlichen oder personellen Limitierungen unterworfen".

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