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StartseiteVerbrauchertippRecht und Kulanz bei defekten Geräten 28.08.2018

Gewährleistung und GarantieRecht und Kulanz bei defekten Geräten

Geht ein technisches Gerät schon kurz nach dem Kauf kaputt, dann ist der Verkäufer verpflichtet, den Schaden zu beheben. Dabei ist das Gesetz eindeutig auf Seiten des Käufers. Die besten Chancen haben Verbraucher zwar in den ersten sechs Monaten, aber auch danach gilt die Gewährleistungspflicht des Verkäufers.

Von Beatrice Zajda

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Waschmaschienentüren in der Bosch-Siemens Fabrik in Nauen am 4. September 2017. (dpa / Ralf Hirschberger)
Die besten Chancen, die gesetzlichen Gewährleistungsrechte durchzusetzen, haben Verbraucher im ersten halben Jahr. (dpa / Ralf Hirschberger)
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Die gesetzliche Gewährleistung gilt insgesamt 24 Monate. Innerhalb dieser Zeit ist der Verkäufer verpflichtet, den ordnungsgemäßen Zustand beispielsweise eines Staubsaugers oder einer Kaffeemaschine wiederherzustellen. Die Gesetzeslage zur Regulierung von mangelhaften Geräten ist dabei eindeutig auf Seiten des Käufers. Michelle Jahn von der Verbraucherzentrale NRW:

"Man muss sich grundsätzlich bewusst sein, dass die Gewährleistung nicht eingeschränkt werden kann. Auch wenn in den AGBs etwas Anderes steht, dann hat das keine Gültigkeit. Sondern es gilt wirklich: Zwei Jahre ab der Übergabe der Sache muss diese quasi fehlerfrei bleiben oder so bleiben, wie es im Kaufvertrag vereinbart war. Und wenn dann Fehler auftreten, kann ich reparieren oder neu liefern lassen."

Verkäufer kann nicht einfach an den Hersteller verweisen

Und das gilt EU-weit. Ansprechpartner ist dabei immer der Verkäufer. Bei Mängeln ist er verpflichtet, diese zu beseitigen. Das gilt beim Einkauf im Laden ebenso wie im Internet. Grundsätzlich muss der Verkäufer bei Reklamationen außerdem eine kostenlose Rücksendung der Ware gewährleisten – und er darf Kunden auch nicht abwimmeln mit Hinweis auf die Garantie des Herstellers:

"Es ist so, dazu muss man wissen, dass man die Gewährleistungsrechte – die Rechte, die man hat, wenn die Sache fehlerhaft ist, immer gegenüber dem Verkäufer hat. Ganz egal, wer die Sache hergestellt hat. Das ist eine Sache, die in der Praxis öfters mal passiert, dass Verbraucher sagen, sie haben sich an den Verkäufer gewendet, und der hat gesagt, ja, dann wenden sie sich bitte an den Hersteller, das machen wir nicht. Der Verkäufer ist auf jeden Fall dafür verantwortlich, dass die Sache bei der Übergabe fehlerfrei ist und kann nicht einfach an den Hersteller verweisen."

Verbraucher verwechseln dabei oft Gewährleistung und Garantie. Eine Garantie gewähren in der Regel der Hersteller oder Händler freiwillig - unabhängig vom gesetzlichen Gewährleistungsanspruch. Die besten Chancen, die gesetzlichen Gewährleistungsrechte durchzusetzen, haben Verbraucher im ersten halben Jahr:

"In den ersten sechs Monaten ist das so, dass davon ausgegangen wird, dass der Defekt schon beim Kauf da war. Das heißt für mich als Verbraucher eine Erleichterung."

Kostenlose Nachbesserung auch nach den ersten sechs Monaten

Nach den sechs Monaten ist es für Kunden zwar schwieriger zu beweisen, ob der Mangel bereits beim Kauf vorhanden war. Die gesetzliche Gewährleistung greift trotzdem. Grundsätzlich gibt es Gewährleistungsrechte übrigens auch bei Reparaturen – egal ob innerhalb der Gewährleistung oder danach. Tatsächlich kommt es in der Praxis immer wieder vor, dass defekte Geräte in einem schlimmeren Zustand zurückkommen als vor der Reparatur oder das Gerät kurz danach wieder kaputt geht, wie es Dieter Stangier aus Köln mit einem Kaffeevollautomaten passiert ist:

"Dann haben wir uns auf ziemlich hohe Reparaturkosten von 250 Euro eingelassen, und nach kurzer Zeit war das Gerät wieder kaputt. Und vor allem, die war ganz schön teuer und ein deutsches Markenprodukt! Ja. Und dann habe ich das einfach entsorgt!"

Verbraucherschützerin Jahn empfiehlt in so einem Fall, noch einmal den Reparaturservice darauf hinzuweisen, dass kostenlos nachgebessert werden muss. Dabei sollte unbedingt eine Frist gesetzt werden. Repariert das Unternehmen nicht oder lehnt eine Nachbesserung ab, sollten Verbraucher Hilfe bei Verbraucherzentralen oder einem Rechtsanwalt suchen.       

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