Archiv


Gezeiten

Hell und rund zeigt sich der Vollmond heute nacht am Himmel. Vollmond und Neumond bringen die größten Gezeiten. Sie gehen zurück auf das Wechselspiel zwischen der Anziehungskraft des Mondes und der Fliehkraft, die beim Umlauf der Erde um das gemeinsame Schwerezentrum des Systems Erde – Mond entsteht. Gleiches gilt für Erde und Sonne. Doch sind die Mondgezeiten etwa zweieinhalb mal stärker als die Sonnengezeiten.

Damond Benningfield |
    Auf der dem Mond zugewandten Erdoberfläche überwiegt die Mondanziehungskraft. Daher entsteht dort in den Meeren ein Flutberg. Auf der mondabgewandten Seite ist die Mondanziehungskraft dagegen geringer als die Fliehkraft. Hier entsteht der Flutberg aufgrund der Fliehkraft. Durch die Rotation der Erde laufen die beiden Flutberge innerhalb eines Tages um die Erde. Fallen Mondflut und Sonnenflut zusammen, verstärken sie sich gegenseitig zu den sogenannten Springfluten. Sie können entstehen, wenn Sonne, Erde und Mond auf einer Linie stehen – also bei Neumond und bei Vollmond. Bei Halbmond kann es zu Nipptiden kommen, weil Mondflut und Sonnenebbe aufeinander treffen.

    An bestimmten Meeresküsten werden die Wassermassen besonders stark gestaut. Hier kann es zu einem ausgeprägten Tidenhub kommen. Aufgrund der Meeresströmungen hat jeder Ort an den Küsten seine eigene so genannte Hafenzeit. Das ist der Unterschied zwischen dem Durchgang des Mondes durch den Meridian eines Hafens und dem Eintritt des Hochwassers.