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StartseiteVerbrauchertippWenn das Kind ein Konto bekommt11.02.2019

Girokonten für Jugendliche Wenn das Kind ein Konto bekommt

Kundenbindung einerseits, den Umgang mit Geld lernen andererseits - die meisten Banken bieten Jugendlichen ein kostenloses Girokonto an. Doch wann ist das richtige Alter für ein eigenes Konto oder gar eine Kreditkarte? Die Stiftung Warentest hat zusammengefasst, was Eltern beachten sollten.

Von Dieter Nürnberger

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Eltern sitzen mit ihrem Kind auf dem Sofa. AUf dem Couchtisch liegen unterlagen und Bargeld, der Vater hat einen Taschenrechner in der Hand, das Kind ein Sparschwein. (imago stock&people / Panthermedia / Andrey Popo)
Der richtige Umgang mit Geld muss erst erlernt werden (imago stock&people / Panthermedia / Andrey Popo)
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Für viele Banken spielt das Alter des Nachwuchses bei einer Girokontoeröffnung keine so große Rolle. Denn einige eröffnen sogar schon von Geburt an, andere erst ab der ersten Schulklasse oder dem zwölften Lebensjahr.

Wann für Kinder der richtige Zeitpunkt für ein eigenes Girokonto gekommen ist, kann pauschal nicht beantwortet werden, sagt Kerstin Backofen von der Stiftung Warentest. Es sei vor allem vom jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes abhängig.

"Kann es schon mit Zahlen umgehen? Hat das Kind vielleicht auch schon den Wunsch nach einem eigenen Konto? Oder findet man das als Eltern einfach gut? Der einzige Richtwert von Experten dazu lautet: So ab 12 Jahren. Ab da sind die meisten Kinder meist in der Lage, sich unter Geld etwas vorstellen zu können, auch die Größenordnungen. Und in diesem Alter bekommen viele ja auch schon regelmäßig Taschengeld."

Gebühren trotz kostenlosen Kontos

Eine Grundvoraussetzung der Stiftung Warentest war die kostenlose Kontoführung und auch die Bereitstellung eine Gratis-Girokarte. Immerhin: 100 von über 130 angeschriebenen Kreditinstituten bieten genau dies an - meist bis zum Ausbildungsende der Jugendlichen.

Doch wissen gerade die Erwachsenen, dass trotz eines kostenlosen Kontos mit Gratiskarte im Alltag dann eben doch Gebühren anfallen können. Weshalb Eltern und ihre Sprösslinge besonders das Geldabheben im Blick haben sollten.

"Wenn ich mit meiner Karte, die ich zum Konto bekomme, Geld am Automaten abhebe, muss ich aufpassen, dass ich tatsächlich zu den bankeigenen Geldautomaten gehe. Gehe ich zu einer fremden Bank, beziehungsweise zu einer Bank, die nicht in einem Automatenverbund ist, dann kann die Bargeldabhebung relativ teuer werden."

Online-Banking als Option

Das größte Netz mit rund 25.000 Geldautomaten bundesweit haben derzeit die Sparkassen. Übrigens können Eltern bei vielen Jugendgirokonten für Bargeldabhebungen auch Höchstbeträge pro Woche oder Monat festlegen. Die Jugendkonten können als Option auch sämtlich online geführt werden.

Warentesterin Kerstin Backofen: "Dann müssen natürlich auch die Eltern dem zustimmen. Bei minderjährigen Kindern bekommen die Eltern auch den Onlinezugang. Aber genau das kann auch ein Fallstrick sein - genauso wie bei den Erwachsenen. Denn wenn ich ein Konto online führe und mache dann irgendetwas, was mit Papier oder der Filiale zu tun hat, dann muss ich dafür bezahlen. Gerade bei Überweisungen in Papierform - hier lernt das Kind ja auch eine Rechnung zu bezahlen. Das kann dann 1,50, oder zwei, manchmal auch drei Euro kosten."

Kreditkarte für Auslandsaufenthalte

Unterschiede bei den Bankangeboten für ein kostenloses Jugendgirokonto gibt es auch hinsichtlich einer Kreditkarte. Die Nutzer können in der Regel, je nach Festlegung durch die Eltern, aber nur das abheben, was vorher eingezahlt wurde.

"Eine Prepaid-Kreditkarte, die auf Guthabenbasis funktioniert. Die ist bei einigen Banken kostenlos, bei anderen hingegen hat sie eine relativ hohe Jahresgebühr. Die Karte ist oft wichtig, wenn das Kind im Ausland unterwegs ist oder digitale Inhalte aus dem Internet bezahlen will."

Und nicht zuletzt bieten 70 Banken sogar eine Guthaben-Verzinsung bei den Jugendgirokonten an. Meist aber nur maximal 0,5 Prozent. Nur ein paar wenige Regionalbanken geben derzeit sogar drei Prozent - gebunden allerdings an Höchstbeträge. Für die Warentester überraschend, denn so etwas gibt es derzeit auf keinem Erwachsenenkonto.

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