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GleichstellungsberichtLambrecht (SPD) kritisiert Doppelbelastung von Frauen im Homeoffice

Ein zweijähriges Kind spielt im Wohnzimmer, während seine Mutter Zuhause im Homeoffice an einem Laptop arbeitet.  (picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte)
Ene Fau arbeitet im Homeoffice (picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte)

Das Bundeskabinett hat den dritten Gleichstellungsbericht beschlossen.

Darin geht es vor allem darum, wie Frauen stärker von den Chancen profitieren können, die sich aus der Digitalisierung der Wirtschaft und Gesellschaft ergeben. Bundesfamilienministerin Lambrecht kritisierte die Doppelbelastung vieler Frauen im Homeoffice. Hier hätten Frauen viel stärker die Verantwortung übernommen für das Homeschooling, wenn die Kinder auch zu Hause gewesen seien. Es müsse aber auch in Pandemie-Zeiten eine faire Verteilung der Aufgaben geben. Homeoffice dürfe nicht so verstanden werden, dass Frauen "nebenbei noch etwas machen könnten". Die SPD-Politikerin betonte, das mobile Arbeiten müsse als Chance für die Gleichstellung gesehen werden.

Förderprogramme bereits in frühkindlicher Bildung

Das Gutachten mit dem Titel "Digitalisierung geschlechtergerecht gestalten" enthält 101 Handlungsempfehlungen an die Politik in Bund, Ländern und Kommunen, aber auch an die Zivilgesellschaft. Damit der digitale Wandel von Frauen und Männern gleichermaßen gestaltet werden könne, müssten Förderprogramme bereits in der frühkindlichen Bildung ansetzen, heißt es. So könnten Mädchen einen besseren Zugang zu den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik bekommen. Dabei seien auch die Erziehungsberechtigten in der Pflicht. Der Bericht verweist auf eine Studie in diesem Feld, nach der es sich maßgeblich positiv auswirke, wenn das Interesse junger Frauen an Technik und an entsprechenden Berufen von den Eltern unterstützt werde.

Der Deutsche Frauenrat kritisierte, dass die Bundesregierung viele Empfehlungen des Gutachtens in ihrer Stellungnahme "nur rudimentär" aufgreife.

Arbeitsumfeld in Digitalbranche muss sich verändern

Bisher sind Frauen dem Bericht zufolge mit 16 Prozent in der Digitalbranche unterrepräsentiert. Das männlich geprägte Arbeitsumfeld in dem Berufsfeld müsse sich verändern. Nur so könnten mehr Frauen in diesen Bereich hineinkommen, dort dauerhaft bleiben und es in Top-Positionen schaffen, heißt es weiter.

UNO: Frauen in Corona-Krise benachteiligt

Nach Angaben der Vereinten Nationen hat die Corona-Krise weltweit Frauen unverhältnismäßig stark getroffen. Einer Anfang Juni veröffentlichten Studie der Internationalen Arbeitsagentur, ILO, zufolge verloren sie häufiger ihren Arbeitsplatz als Männer, kümmerten sich aber gleichzeitig häufiger um die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Menschen.

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Diese Nachricht wurde am 10.06.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.