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StartseiteSprechstundeAlltäglich: die OP am Grauen Star09.06.2015

Grauer StarAlltäglich: die OP am Grauen Star

Es ist ein schleichender Prozess: Langsam nimmt die Sehkraft ab, die gesamte Umwelt wirkt immer mehr matt und unscharf. Ursache ist eine Trübung der Augenlinse, genannt Katarakt oder Grauer Star. Vor allem bei Menschen über 70 ist der Graue Star eine häufige Erkrankung. Eine kleine Operation kann Abhilfe schaffen.

Marienhospital Düsseldorf, Operationssaal 1 der Augenklinik. Dr. Katja Severing bereitet einen Eingriff vor, der allein hier in der Klinik fast 2.000 Mal pro Jahr durchgeführt wird: die Operation eines Grauen Stars.

Auf dem OP-Tisch liegt eine 75-ährige Patientin. Sie ist bereits in einer Art Dämmerschlaf, eine Vollnarkose ist nicht notwendig. Ihr linkes Auge ist fast vollständig durch sterile Folien abgedeckt. Nur der Augapfel liegt frei.

"Ich mache eigentlich immer nur ein Auge, weil man ja erst mal sehen möchte, ob es gut wird, ob Komplikationen auftreten."

Katja Severing beginnt nun mit der Operation.

" Jetzt habe ich hier ein kleines, kleines Messerchen und damit eröffne ich das Augen um einen Millimeter, damit ich meine Instrumente ins Auge bekomme."

Sie sticht seitlich durch die Hornhaut ins Auge hinein. Unter der Hornhaut liegt die Augenlinse, das Ziel der Operation.

"Die Linse, die ja trübe ist - wie man das hier sieht, sieht man so schwarze Flecken auf der Linse, ist wie eine dreckige Windschutzscheibe, durch die man irgendwann nicht mehr gucken kann - und da mache ich vorne rein in die Kapsel ein Löchlein und drehe mir da so eine Scheibe raus aus der Kapsel und dann kann ich dadurch meine Instrumente bringen und den Kern der Linse absaugen mit dem Ultraschall."

Katja Severing führt einen kleinen Metallstab in die getrübte Linse ein. Dieser Stab ist Teil eines Ultraschallgeräts, damit wird sie die Linse zunächst zertrümmern.

"Das Geräusch, was man jetzt hört, das ist der Ultraschall. Und auch so ein Saug- Spül-Mechanismus. Das, was man zerkleinert und zertrümmert, wird sofort abgesaugt."

Nach wenigen Minuten ist die trübe Linse aus dem Auge entfernt. Jetzt folgt der Einsatz der Kunstlinse. Sie ist in einer Art Spritze deponiert, die Ärzte sagen auch „Shooter".

"Von der Öffnung, durch die ich auch den Ultraschall gegeben habe, da kommt jetzt auch die Linse. Die ist ganz weich und die ist in diesem Shooter aufgerollt. Und dann entfaltet die sich, entrollt sich im Auge und dann kriegt die von mir einen kleinen Schubs und wird praktisch einer Drehbewegung in den Kapselsack rein gedreht. Jetzt sitzt sie wunderbar zentral und alles ist sauber. Gut."

Die Brechkraft der neuen Linse ist so berechnet, dass die Patientin für das Sehen in die Ferne keine Brille mehr benötigen wird. Die Operation ist nun fast zu Ende, es muss nichts vernäht werden.

"Dann kommt noch Salbe ins Auge und Tropfen und es wird verbunden. Und ja: fertig!"

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